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Migrantenkinder besonders oft betroffen
Jüngere Kinder in Schulklassen haben besonders oft unter Gewalt und Mobbing zu leiden. Besonders betroffen sind Jungen mit Migrationshintergrund. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim untersuchte Daten aus 17 Ländern.
Wer zu den Jüngsten seiner Klasse gehört, läuft besonders Gefahr, ein Opfer von Mobbing und Gewalt zu werden. Gibt es dann noch einen Migrationshintergrund, erhöht sich das Risiko nach einer am Dienstag veröffentlichten Studie nochmals deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, für die in 17 Ländern jeweils etwa 4800 Daten von zehnjährigen Schülern ausgewertet wurden. Die Forscher wollten wissen: Hängen soziale Entwicklung und Schulerfolg davon ab, ob ein Kind zu den Jüngeren oder den Älteren in der Klasse gehört?
Laut Studie ist das der Fall: Kinder, die aufgrund ihres Alters unter Mobbing oder Gewalt leiden, haben tendenziell auch schlechter bei der Lesestudie IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) abgeschnitten. Besonders auffällig ist dies, so die Studie, in angelsächsischen Ländern - insbesondere in Schottland und England sowie in den einzeln untersuchten kanadischen Provinzen Ontario und Québec.
Als Argument für eine spätere Einschulung will Projektleiterin Andrea Mühlenweg ihre Studie aber nicht verstanden wissen. "Sie soll sicher vor falschem Ehrgeiz warnen", sagte Mühlenweg. "Wenn ich ein schüchternes, schwächliches Kind habe, sollte ich wissen, dass es die Jüngeren in einer Klasse besonders schwer haben." Es gebe aber auch durchaus Kinder, für die es keinerlei Problem darstelle, bereits mit fünf Jahren eingeschult zu werden.
Letzte Änderung am: 17.11.2009, 14.40 Uhr