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Der Malteser Hilfsdienst hat in Stuttgart eine Arztpraxis für "Illegale" eröffnet. Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus oder ohne Krankenversicherung können dort eine medizinische Erst- und Akutversorgung erhalten.
Die Probleme der irregulären Einwanderer sind gewaltig. Oft werden sie um ihren Lohn betrogen, ihre Kinder können eine Schule nur unter großer Heimlichkeit besuchen und ein Arztbesuch ist für die meisten nicht drin.
Das Angebot der Malteser heißt "MMM" und steht für "Malteser Migranten Medizin". Es ist kostenlos und wird Spenden finanziert. Den Grundstock dazu die Veronika-Stiftung zur Verfügung gestellt. Die Stiftung gehört dem Bistum Rottenburg-Stuttgart an.
Die Praxis gilt als die elfte ihrer Art in Deutschland. Erfahrungsgemäß würden vor allem jüngere und überwiegend Frauen als Männer die medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Die meisten würden aus osteuropäischen Ländern stammen, so die Malteser.
Die Praxis ist jeweils mittwochs von 10 bis 14 Uhr geöffnet und sie kooperiert mit dem benachbarten katholischen Marienhospital. Die Ärzte würden Versorgung im Bereich der inneren und gynäkologischen Medizin bieten.
Nicht nur "Illegale", sondern auch eine zunehmende Zahl von Deutschen seien auf solche Angebote angewiesen, weil sie sich keine Krankenversicherung leisten könnten, sagte Generalvikar Clemens Stroppel bei der offiziellen Einweihung der Räume.
Die "Malteser Migranten Medizin" hilft in Berlin jährlich rund 3.000 Patienten ohne gültige Aufenthaltspapiere. Nach Schätzungen leben in der Hauptstadt bis zu einer viertel Million Menschen ohne Aufenthaltsstatus.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge einige hunderttausend Ausländer ohne Aufenthaltspapiere. Sie arbeiten vorwiegend in Privathaushalten, in der Gastronomie oder auf dem Bau. Die Koalition hatte sich darauf verständigt, die Situation der Illegalen zu überprüfen. Das Bundesinnenministerium hatte Anfang 2007 einen Bericht vorgelegt. Darin kam es zu dem Schluss, dass auf Bundesebene kein Handlungsbedarf bestehe. Es empfahl lediglich, Unterstützer der Menschen ohne Papiere in bestimmten Fällen nicht unter Strafe zu stellen. Die Einführung eines "anonymen Krankenscheins" und die öffentliche Finanzierung der Behandlung lehnten die Experten des Ministeriums ab.
Letzte Änderung am: 24.04.2009, 11.52 Uhr