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Geschichte "Zwischen Kommen und Gehen..."

... und doch Bleiben...

Die SWR-International-Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben - 'Gastarbeiter in Deutschland 1955 - 1973'" ist die erfolgreichste Ausstellung ihrer Art. Vom 15.März bis 31. August ist die Ausstellung in Offenburg im Museum Ritterhaus zu sehen.

Die Ausstellung dokumentiert die persönlichen Lebenswege der "Gastarbeiter" der ersten Stunde. Die Stationen der Ausstellung waren bisher: Mainzer Hauptbahnhof und Staatskanzlei, Bundesamt für Migration in Nürnberg, Hauptbahnhof, SWR Funkhaus, Theaterhaus und Rathaus in Stuttgart, die Bundesagentur für Arbeit in Mannheim und zuletzt Ravensburg, Waiblingen, Ulm, Koblenz, Nürnberg, Lörrach und Biberach. Mittlerweile ist sie die erfolgreichste Ausstellung ihrer Art in Deutschland.

Über das SWR Sendegebiet hinaus machte die Wanderschau von sich reden. Nicht nur die regionale Presse berichtete darüber, sondern auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Private Leihgaben

Gezeigt werden persönliche Leihgaben der Menschen, die vor einem halben Jahrhundert nur mit einem Koffer aus Italien, Griechenland oder Kroatien nach Deutschland kamen: der Koffer, in dem ein paar Habseligkeiten steckten, ist ebenso zu sehen wie das Brautkleid, die Arbeitserlaubnis oder die erste Lohntüte. Fotos, z.B. von den damaligen Wohnunterkünften ("Baracken") oder der Freizeitgestaltung gehören auch dazu. Erläuterungen über den historischen Hintergrund und die Folgen der Anwerbung runden die Ausstellung ab.

"Gastarbeiter"

Möglich wurde diese Migration durch die sogenannten Anwerbeverträge - denn Deutschland brauchte Arbeitskräfte: am 20. Dezember 1955 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Italien das erste Abkommen "Zur Anwerbung und Vermittlung von Arbeitskräften". Diesem folgten Verträge mit Spanien und Griechenland (1960), der Türkei (1961), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Marokko (1963) sowie Jugoslawien (1968) - bis im November 1973 die Anwerbung für beendet erklärte wurde.

Deutschland wird Einwanderungsland

In dieser 18-jährigen Phase kamen Millionen von Menschen nach Deutschland, um hier ihr Glück zu suchen. Ihre Bezeichnung als "Gast-Arbeiter", schien dabei Programm zu sein: In ein bis zwei Jahren wollten sie genug Geld gespart haben, um ihre Träume und Wünsche zu erfüllen. Aus zwei, drei Jahren wurden nicht selten 20, 30 oder 40 Jahre. Es begann ein Integrationsprozess, der sich über Generationen hinzog und bis heute nicht abgeschlossen ist. Dieser Prozess begann in einfachen Gemeinschaftsunterkünften, meist firmeneigenen Baracken.

In der Bundesrepublik der 1950/60er Jahre dachten weder die Deutschen noch die Ausländer selbst daran, dass die angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft bleiben würden. Aber es kam anders. Die "Gastarbeiter" blieben, holten ihre Familien nach oder gründeten sie hier. Das fremde Deutschland wurde ihre neue Heimat und - ohne es zu wollen - ein Einwanderungsland.

Geschichte persönlich machen

Frau vor Exponaten der Gastarbeiterausstellung

Gastarbeiterausstellung in Biberach

Die Geschichte der "Gastarbeit" ist bisher weder genügend dokumentiert noch ausreichend erforscht. Umso wichtiger ist es, dass ehemalige "Gastarbeiter" und ihre Familien es uns mit ihren Leihgaben, Erinnerungsstücken und persönlichen Gegenständen ermöglicht haben, eine Geschichte sichtbar zu machen, die bisher im historischen Gedächtnis der Öffentlichkeit nur wenig berücksichtigt wurde. Somit beleuchtet die Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen - und doch Bleiben" nicht nur die allgemeine Geschichte der Anwerbung von 1955 bis 1973, sondern auch Aspekte dieser persönlichen Lebenswege.

Federführung

Die Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen - und doch Bleiben" ist unter Federführung von SWR International in einer engen Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus, dem Stadtarchiv Stuttgart, sowie der Stabsstelle des Oberbürgermeisters, Abteilung Integrationspolitik, entstanden.

Konzeption der Ausstellung: Arnd Kolb M.A., Historiker.
Organisation: Arnd Kolb M.A., Prof. Dr. Meier-Braun, Redaktionsleiter SWR International, Dr. Martin Kilgus, SWR International.


Vom 15.März bis 31. August ist die Ausstellung in Offenburg im Museum Ritterhaus zu sehen.

Führungen jeweils 11.00 Uhr:

Sonntag, 18.Mai 2014

Sonntag 29.Juni 2014

Sonntag 31.August 2014


Gesprächsrunde

Neue Heimat - neue Sprache

mit Wolfgang Eberhard

Donnerstag 15.Mai, 20 Uhr - Eintritt frei


Filmvorführung & Gespräch mit dem Filmteam

Internationales Offenburg - Lernen und Leben in der Fremde

Projekt der Hochschule Offenburg

Mittwoch, 21. Mai, 19:30 - Eintritt frei


Fotowettbewerb

Multi-Kulti - Offenburger Kinder in ihrer Stadt

für Jugendliche von 12-16 Jahre


Weitere Berichterstattung

Frau schaut sich einen Banner der Ausstellung an

Gastarbeiterausstellung in Lörrach

Fünf Jahre erfolgreiche Wanderschaft

Die SWR Migrationsausstellung „Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben – ‚Gastarbeiter’ in Deutschland zwischen 1955 – 1973“ feiert ihr fünfjähriges Ausstellungsjubiläum.

Manfred Rommel gab den Startschuss: am 10. Februar 2005 eröffnete der Stuttgarter Altoberbürgermeister zum ersten Mal die Ausstellung „Zwischen Kommen und Gehen… und doch Bleiben – ‚Gastarbeiter’ in Deutschland 1955-1973“. In der Zwischenzeit hat sich aus einer einmaligen Sache ein Dauerbrenner entwickelt. Mit 40 Ausstellungsorten macht die Wanderschau auch über das SWR-Sendegebiet von sich reden und ist mittlerweile die erfolgreichste Ausstellung ihrer Art in Deutschland.

Wie entstand die Idee?

Die Idee zur Ausstellung hatte Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Leiter der Redaktion SWR International: Anlässlich des 50. Jahrestages des ersten Anwerbeabkommens von Arbeitskräften zwischen Deutschland und Italien 1955 sollten die historischen Leistungen und Erfahrungen von ehemaligen „Gastarbeitern“ und ihren Familien in den Mittelpunkt einer Ausstellung rücken. Aus diesem Einfall heraus entstanden 16 Ausstellungsbanner, die auf emotionale und eindrückliche Weise die Zuwanderung von Migranten der ersten Stunde schildern. Sie alle kamen zwischen 1955 und 1973 im Zuge so genannter Anwerbeverträge nach Deutschland. In ein bis zwei Jahren wollten sie genug Geld gespart haben, um ihre Träume und Wünsche zu erfüllen. Nicht selten wurden daraus 20, 30 oder 40 Jahre. Es begann ein Integrationsprozess, der sich über Generationen hinzog und bis heute nicht abgeschlossen ist.

Ein Gefühl für die damalige Zeit vermitteln die zahlreichen ausgestellten persönlichen Objekte und Gegenstände von Menschen, die vor einem halben Jahrhundert mit nur einem Koffer aus Italien, Griechenland oder Kroatien nach Deutschland kamen: Die wenigen mitgebrachten Habseligkeiten aus der Heimat wie das blaue Hochzeitskleid, die Arbeitserlaubnis, die erste Lohntüte oder die Anweisung des Landesarbeitsamts Baden-Württemberg, wie man Spaghetti für Italiener kocht.

Inzwischen hat die Ausstellung auch im Internet halt gemacht. Dort ist sie seit dem 16.12.2009 im virtuellen Migrationsmuseum von Rheinland Pfalz „Lebenswege“


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