aus der Sendung vom Donnerstag, 20.1.2011 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Ein „carrot mob“ ist eine über das Internet organisierte Einkaufsaktion, bei der engagierte Verbraucher vereinbaren, an einem bestimmten Termin gemeinsam bei einem umweltfreundlichen Shop einzukaufen, um Aktivitäten für die Umwelt zu unterstützen. In der Regel handelt es sich bei diesen Shops um Bioläden. Der Ladenbesitzer verpflichtet sich im Gegenzug vorab, sein Geschäft klimafreundlich umzubauen.
Die erste Aktion weltweit fand im März 2009 in den USA statt. Wenige Monate später fand auch in Deutschland, in Berlin, der erste carrot mob statt. In Rheinland-Pfalz gab es bisher noch keine solche Aktion. Unser Autor Thomas Niemietz hat sich aber in Frankfurt angeschaut, was so eine Einkaufsdemo tatsächlich bringt:
Was heißt Carrot mob? Carrot (Karotten) und mob (Schläger). Übertragen soll das so was wie „Zuckerbrot und Peitsche“ bedeuten (im Englischen ganz genau: „carrots and sticks“). Das heißt: Mit einem gezielten Masseneinkauf wird einerseits ein Händler belohnt (dafür stehen die Karotten) und gleichzeitig andere Händler durch die „Einkaufsverweigerung“ der Gruppe bestraft (hier der Begriff „mob“, was so viel bedeutet wie „Bande, Sippschaft“). Mit konzertierten carrot mobs soll in Zukunft der Druck der Verbraucher auf die Wirtschaft weltweit so groß sein, dass die Industrie gezwungen wird, umweltfreundlicher zu produzieren.
Letzte Änderung am: 01.01.2010, 23.21 Uhr