aus der Sendung vom Dienstag, 21.9.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Auf fünf Hektar Fläche wächst der silbrig schimmernde Salbei auf dem „Bombastus-Hof“ im Westerwald – einem Biobetrieb – benannt nach einem der berühmtesten Salbei-Fans des Mittelalters: dem Gelehrten Bombastus Theophrastus von Hohenheim, besser bekannt als „Paracelsus“. Doch nicht nur er wusste um die Wirkung des ölhaltigen Mittelmeer-Krauts. Auch Karl der Große schätze Salbei – ordnete sogar an, ihn überall im Reich anzupflanzen. Pfarrer Kneipp zählte ihn zu den wichtigsten Heilkräutern und natürlich beschäftige sich auch Hildegard von Bingen intensiv mit seiner Wirkung.
„Wenn unsere Felder duften, ist das eigentlich schlecht fürs Geschäft“, erklärt Marc Klein, gerade mal 25 Jahre alt und Juniorchef auf dem Bombastushof. „Denn dann verduftet auch ein Teil der Inhaltstoffe des Salbeis“. Doch im rauen Westerwald muss er sich keine Sorgen machen. Weil die Sonne hier nicht so brennt wie im Mittelmeerraum, verliert der Salbei auf seinen Feldern sogar deutlich weniger Öl zum Schutz gegen die Sonne als in seiner eigentlichen Heimat. Windgeschützte Südhänge in gemäßigtem Klima, wie es sie auf dem Bombastushof gibt, sind eigentlich ideal für Salbei. Zu große Trockenheit oder zu große Feuchtigkeit mag er gar nicht. Was er aber in jedem Fall braucht, ist viel Pflege.
Vor vier Jahren übernahm Marc Klein mit seinen Eltern die Salbei-Farm. Ihnen war von Anfang an klar, dass sie den Betrieb streng nach Bio-Richtlinien führen wollen. Weil ihnen der Einklang von Mensch und Natur, der Bezug zum Boden und die strikte Ablehnung von Spritzmitteln wichtig ist, entschieden sie sich gleich für den strengsten aller Bio-Verbände: Demeter. Auf dem Bombastushof arbeitet die Familie Klein mit der Natur – nicht gegen sie. Dabei spielt Handarbeit eine große Rolle. Der schwere Lehmboden, auf dem sich Salbei so wohl fühlt, wird mit immer wieder Hacken gelockert. Viele technische Geräte – wie z.B. die Erntemaschine oder die das Rüttelsieb zum Trocknen der Salbei-Blätter – hat Marc Klein selbst gebaut oder weiterentwickelt, um perfekt auf die Bedürfnisse des Salbei einzugehen.
Bis heute gilt die Heilpflanze Salbei als absolutes Multi-Talent, mit 60 bekannten Wirkstoffen, die bei Halsweh ebenso gut tun wie bei Fußleiden. Das Angebot an Salbei-Produkten, die aus dem Bio-Salbei vom Bombastushof hergestellt werden, ist groß: neben dem klassischen Salbei-Tee gibt es z.B. auch Salbei-Balsam, Salbei Likör, Salbei-Gewürz und seit Neuestem arbeitet man im Westerwald auch an einer Salbei-Tinktur für Pferde. Salbei tut eben nicht nur dem Menschen gut – aber dem ganz besonders: davon sind die Bio-Landwirte vom Bombastushof überzeugt.
Marc Klein
35781 Weilburg – Gaudernbach
Tel: 06484-1240
Fax: 06484-6138
Letzte Änderung am: 13.10.2009, 15.02 Uhr