Sendung vom Dienstag, 11.5.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Angst müssen wir nicht vor ihnen haben. Die Molche sind für uns Menschen nicht gefährlich. Verwandt sind die kleinen Unterwassermonster zum Beispiel mit Fröschen und Kröten. Wie sie sind auch die Molche Amphibien und können unter Wasser atmen und zwar über die Haut. Allerdings suchen sie die Tümpel und Teiche in der Hauptsache zum Liebesspiel und zur Fortpflanzung auf. Denn geheiratet wird auch bei Familie Schwanzlurch unter Wasser. Glück für die Mädels: Anders aber als bei Menschen sind es hier die Männchen, die sich besonders herausputzen müssen, um den Weibchen zu imponieren.
Doch wenn es geklappt hat mit dem schönsten Mann, fängt die Arbeit erst an. Denn bis zu 300 Eier legt ein Molchweibchen ab. Dabei packt es jedes Ei einzeln in ein Blatt ein. Mehrere Tage dauert das. Aber so ist die Brut zumindest vor den gierigen Mäulern der Fische geschützt. Wissenschaftler beschäftigt übrigens schon seit Jahrzehnten eine verblüffende und einzigartige Eigenschaft der Molche. Selbst wenn sie mal ein Bein verlieren, wächst dieses fast wieder 100 prozentig nach.
Dauert allerdings bis zu einem Jahr!
Weltweit gibt es rund 300 verschiedene Molcharten. In Rheinland-Pfalz allerdings nur diese vier: den Teichmolch mit seinen schwarzen Punkten auf dem Bauch. Den eher unscheinbaren Fadenmolch mit fadenartigem Schwanzende. Den Bergmolch, der einen komplett orangen Bauch hat. Und den seltenen Kammmolch. Der von allen Molchen den größten Kamm auf seinem Rücken hat.
Insgesamt werden die Molche bei uns im Land immer weniger. Denn ihre Lebensräume, Tümpel und feuchte Wiesen, wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr trocken gelegt und zugeschüttet. Zudem schneiden ihnen unsere Straßen und Autobahnen die Wanderwege ab. In Deutschland sollen mehr als 80 Prozent der Tümpel, Pfützen, feuchten Wiesen und Gräben verschwunden sein. Eine Katastrophe für die die Amphibien. Und schade, wenn man daran denkt, dass es die kleinen Urdrachen schon seit Jahrmillionen auf der Welt gibt! Immerhin: seit einigen Jahren wurde im Kreis Birkenfeld ein Flachmuldenprogramm der 1000 Tümpel aufgelegt.
Letzte Änderung am: 30.04.2010, 23.30 Uhr