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Amphibienschutz Kröten und Frösche wandern wieder

Sendung vom Dienstag, 16.3.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Fünf Grad plus sollten es schon sein in der Nacht! Dann verlassen Erdkröten, Molche, Laub- und  und Springfrösche ihre Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Die Kröten wandern naturgemäß langsamer, oft noch mit den Männchen im Huckepack; Frösche haben schon mit ein paar schnellen Sprüngen die gefährlichen Straßen überquert.

Ein Drittel aller Amphibienarten ist bei uns vom Aussterben bedroht, schon wegen des Rückgangs der Feuchtgebiete. Um sie vor dem Unfalltod auf der Straße zu bewahren, haben Naturschützer an besonders gefährlichen Stellen, die Amphibien regelmäßig passieren, niedrige Zäune aufgestellt; in Rheinland-Pfalz gibt es 28 solcher Zäune. Abends und morgens kontrollieren freiwillige Helfer der Naturschutzverbände die Zäune und die in Abständen eingegrabenen Behältnisse und tragen die Kröten oder Frösche über die Straße. Mindestens 11.000 Amphibien sind allein in Rheinland-Pfalz im letzten Jahr durch solche Aktionen gerettet worden.  Beteiligen kann sich praktisch jeder: von Kindergarten – bis zu Rentnergruppen. Am besten meldet man sich bei den Verbänden wie NABU oder GNOR.

Die meisten Amphibien legen auf dem Weg zu ihren Laichgewässern nur bis zu zwei Kilometer zurück. Es gibt aber auch ein paar reiselustige Exemplare, die durch halb Europa trampen! Laubfrösche aus Südfrankreich sind schon in der Schweiz, in Österreich und Bremen – und auch in Mainz aufgetaucht. In Mainz entdeckte die Mitarbeiterin eines Naturkostladens im Januar im frisch angelieferten Salat ein winziges grünes Etwas, das sich eindeutig als Fröschlein entpuppte. Da haben wir den Salat – und mittendrin “Salatin”. Der Salat kam aus Südfrankreich, Salatin also auch.

Wo der Salat, um zu wachsen, gut gewässert wurde, fühlen Frösche sich offenbar wohl. Und unangenehmes Spritzen mit Chemikalien ist beim Bio-Salat ja auch nicht zu befürchten. Kein Wunder also, dass in demselben Naturkostladen schon vor zwei Jahren ein Laubfrosch aufgetaucht war: den fand eine Nonne aus dem Kloster der Ewigen Anbetung in Mainz beim Gemüseputzen in der Klosterküche. Die Nonnen mochten den Frosch, hätten ihn gern als “Wetterfrosch” behalten. Aber da Laubfrösche unter Naturschutz stehen und zu den gefährdeten Arten zählen, kam er dann in die Obhut eines Naturschützers und Amphibienexperten.

So erging es auch “Salatin”. Erst ruhte er sich noch etwas aus, hielt Winterruhe in der Garage des Naturschützers Bardo Petry, danach schloss er Freundschaft mit seinem Gastgeber und auch mit großen Laubfröschen, mit denen er jetzt im Terrarium lebt. Nur: ihn einfach frei lassen, aussetzen in der Natur – das funktioniert leider nicht! Er fände bei uns weder den feucht-warmen Lebensraum, den er als Südeuropäer braucht, noch eine Partnerin. Reiselustige Laubfrösche seien also gewarnt: Reisen bildet zwar – und man lernt nette Menschen oder auch Frösche kennen, doch zum Leben mit Familie und Freunden ist für jede Tierart ihr heimisches Terrain am besten.


GNOR

Ansprechpartner: Sylvia Idelberger/ Fritz Thomas
Mandelring 1
67433 Neustadt/Weinstraße
Tel: 06321/937456
Fax: 06321/937457

E-Mail:
gnor-sued@gnor.de
Internet:
www.gnor.de

Letzte Änderung am: 06.03.2010, 00.04 Uhr

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Dienstags, 18.10 Uhr
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Wiederholungen:
Sonntags, 5.00 Uhr
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Samstags, 18.15 Uhr
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