aus der Sendung vom Dienstag, 9.2.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Ein Jäger aus dem Rheinland ist vom Amtsgericht Aachen im Dezember 2008 wegen Tierquälerei und Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In der Zwischenzeit wird einem weiteren Jäger aus Nordrhein-Westfalen der Prozess gemacht. Die Verurteilung war möglich aufgrund der Beweislage. Das in Bonn ansässige Komitee gegen den Vogelmord hat umfangreiches Filmmaterial vorgelegt. Ansonsten ist die Beweislast bei solchen Verfahren sehr schwierig, weshalb es nicht oft zu Verurteilungen kommt.
Greifvögel haben aber nicht nur Feinde in der Jägerschaft, auch Geflügelzüchter sehen in dem „Raubzeug“ Konkurrenten. Naturschützer beobachten deshalb auch immer wieder vergiftete Eier, die ausgelegt werden. Auch Fangkörbe werden aufgestellt, in denen sich die Tiere oft die Beine brechen. In Rheinland-Pfalz werden immer wieder tote Vögel gefunden. Es gibt auch Anzeigen, aber bisher noch keinen Prozess mit Verurteilung. Stattdessen mussten sich Naturschutzverbände mit Verleumdungsklagen von Seiten des Landesjagdverbandes herumplagen. Tatsache ist, dass Vergiftungen nur schwer nachweisbar sind und die Behörden die kostenaufwändigen Untersuchungen eher scheuen. Außer den Tierschützern fehlt es den Greifvögeln an einer wirksamen Lobby.
Die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald bei Mayen in der Eifel ist seit 25 Jahren damit beschäftigt, Wildvögel wieder aufzupäppeln und sie in die Freiheit zu entlassen. Bis zu 2.000 Patienten sind es jährlich, 90 verschiedene Vogelarten hat man gezählt. Es sind zwar zum größten Teil Opfer von Verkehrsunfällen, aber auch Vergiftungen, Fallen und Schusswunden kamen schon vor. Dazu kommt, dass etwa Mäusebussarde durch das reduzierte Nahrungsangebot im Winter geschwächt sind. Allein 50 Winteropfer nur unter den Bussarden sind in den letzten drei Monaten dort abgegeben worden.
Da die Natur auch ohne menschlichen Eingriff gut in der Lage ist, sich selbst zu regulieren, sind Artenschützer ohnehin der Auffassung, dass es nie zu viele Greifvögel gibt, sondern nur zu viele Eingriffe durch den Menschen.
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Letzte Änderung am: 10.03.2009, 13.03 Uhr