Sendung vom Dienstag, 9.2.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Antonio Vivaldi (1678-1741) hat nicht nur zwei Konzerte mit dem Titel „Der Stieglitz“ geschrieben: in seinem berühmtem Zyklus „Die Jahreszeiten“ spielt Vogelgesang eine große Rolle. Zu dem Konzert „Der Frühling“ hat Vivaldi selbst einen Kommentar geschrieben: „Der Frühling ist gekommen und festlich begrüßen ihn die Vögel mit frohem Gesang“. In der Partitur steht die Angabe: Canto de gl’ucelli (Vogelgesang). In seinem Konzert „Der Sommer“ treten Kuckuck, Taube und Distelfink auf.
Ludwig van Beethoven (1770-1827) hat in seiner 6. Sinfonie (Pastorale genannt) drei Vögel verewigt. Im 2. Satz, Szene am Bach, trägt Beethoven „Nachtigall“, „Wachtel“ und „Kuckuck“ in die Partitur ein. In dieser Vogelstimmen-Kadenz wird die Nachtigall von der Flöte, der Wachtelschlag von der Oboe und der Kuckucksruf von der Klarinette imitiert.
Richard Wagner (1813-1883) schreibt in seiner Oper „Siegfried“ folgende Regieanweisung: Siegfrieds Aufmerksamkeit wird durch den Gesang der Waldvögel gefesselt. In diese Stelle (Waldweben genannt) sind folgende Waldvogelmotive hinein komponiert: Goldammer (Oboe), Pirol (Flöte), Nachtigall (Klarinette), Baumlerche (Flöte), Schwarzamsel (Oboe und Klarinette). Gustav Mahler (1860-1911) schreibt über den 3. Satz seiner 3. Sinfonie „Was mir die Tiere des Waldes erzählen“. Es enthält zahlreiche Vogelrufe.
Messiaen (1908-1992) war der große Ornithologe unter den Musikern. Er sammelte ein Leben lang Vogelstimmen direkt aus der Natur und schrieb sie in Noten um. Da er versuchte, den Gesang möglichst rhythmisch und melodisch genau zu imitieren, übernahm er auch die Unregelmäßigkeiten der Vögel. Zahlreiche Kompositionen des Franzosen sind von Vögeln inspiriert: „Katalog der Vögel“ für Klavier, „Gesang der Vögel“ für Orgel, „Exotische Vögel“ für Klavier und Orchester.
Letzte Änderung am: 27.02.2009, 23.29 Uhr