Auf seinen Streifzügen durch die Natur hat Olaf Strub vom Naturschutzbund (NABU) in Mainz sein Fernrohr immer dabei. Normalerweise hätte er noch eine Karte und einen Notizblock mit, um das Vorkommen der gesichteten Blässhühner genau festzuhalten.
Das macht er jetzt mit seinem Handy. Dort findet er in einer vollständigen Artenliste nach ein paar Klicks das Blässhuhn, die gesuchte Art und kann seine Beobachtungen sofort speichern. Dabei werden Datum, Zeitpunkt und Dank GPS auch die Standortkoordinaten automatisch gleich mit aufgezeichnet. Die Anzahl der Tiere trägt er selbst ein. Für den NABU-Biologen wird das Kartieren mit dieser speziellen Artenfindersoftware leichter, genauer und sicherer und die neue Technik macht ihm Spaß. Vom Handy werden die Daten in einen Computer übertragen. Hier kann Olaf Strub die Ausbeute des Tages noch einmal nachbearbeiten und zum Schluss an die Datenbank des Umweltministeriums schicken, wo alle Daten in einer virtuellen Zentrale gesammelt werden. Außer den Behörden haben auch die beteiligten Naturschutzorganisationen Zugriff auf die Sammlung.
Die Möglichkeit ein Photo zu machen, verbessert zusätzlich die Qualität der erhobenen Daten. In vielen Fällen ist die Erfassung eine Sache der Fachleute. Oliver Röller ist Spezialist für Moose und setzt den Artenfinder als Botaniker der Pollichia ein, dem pfälzischen Verein für Naturforschung und Landespflege. Den genauen Fundort einer Moosart kann der Artenfinder auch als Luftbild anzeigen.
Mit dem Handy-Programm kann jeder Naturfreund aktiv zum virtuellen Artenschützer werden. Die Software hilft ihm dabei die schützenwerten Tiere und Pflanzen im Land genau zu kartieren. Das ist wichtig für die Umsetzung von Naturschutzgesetzen, aber auch für jede Fachplanung im Umweltministerium. Je genauer wir wissen, wo überall unsere seltenen Tiere und Pflanzen vorkommen, desto mehr werden wir im Land für ihren Schutz tun können. Die Daten werden sowohl den Behörden als auch den beteiligten Naturschutzorganisationen (NABU, Pollichia) zur Verfügung stehen. So können am richtigen Ort für seltene Frösche Feuchtbiotope geschützt, Nistplätze für Fledermäuse eingerichtet oder Krötentunnel gegraben werden. Der Artenfinder ist eine sinnvolle Möglichkeit, Hightech in den Dienst der Natur zu stellen!
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Letzte Änderung am: 02.02.2010, 12.23 Uhr