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Murmeltiertag Der Anfang vom Ende des Winters?

Die meisten werden am 2. Februar ihren Weihnachtsbaum schon entsorgt und die Dekoration wieder in Kisten verpackt haben. Aber eigentlich müsste man sich damit gar nicht so beeilen, denn die Weihnachtszeit endet nach alter Tradition erst 40 Tage nach Weihnachten am 2. Februar zu Mariä Lichtmess. Dieser Tag war bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts in vielen Regionen ein offizieller Feiertag. Im Ort Wanderath in der Eifel war Mariä Lichtmess sogar der höchste Feiertag des ganzen Jahres. Heranwachsende Männer wurden an diesem Tag in den Kreis der Junggesellen aufgenommen. Im gesamten Eifel und Moselraum wird dieser Tag sehr wichtig genommen. Mit ihm endet für die Bauern und Winzer die Winterarbeit und das Spinnen in den Stuben. Anfang Februar wird die Aussaat vorbereitet. In den Weinbergen beginnt die Arbeit an den Weinstöcken. Unzählige Bauernregeln beschäftigen sich deshalb auch mit dem Wetter, das im Februar herrschen wird. Der 2. Februar ist ein sogenannter Lostag. Das Wetter an den Lostagen soll Auskunft über die Wetterverhältnisse der kommenden Wochen oder Monate geben.

Aber was hat das mit Murmeltieren zu tun? Im Winter sind Murmeltiere nur selten zu sehen, denn sie halten Winterschlaf. Wurden Winterschläfer aber am 2. Februar munter, weil die Sonne schien, so wurde das als schlechtes Zeichen gewertet: Im Hunsrück und in der Eifel hieß es zum Beispiel: „Ist es Lichtmess klar und hell, kommt ein zweiter Winter schnell!“ Oder: „Wenn zu Lichtmess der Bär seinen Schatten sieht, (eben bei Sonnenschein) so kriecht er wieder sechs Wochen ins Loch.“ Sonne und gutes Wetter an Lichtmess wurde als Vorbote eines verlängerten Winters angesehen. Schlechtes Wetter als Anfang vom Ende des Winters.

Ihre Bräuche und Feste haben deutsche Einwanderer nach Amerika mitgenommen; in Pennsylvania ist am 2. Februar „Murmeltiertag“. Das Murmeltier namens „Phil“ wird aufgeweckt und als Orakel befragt: wenn Phil einen Schatten wirft, bleibt es noch lange Winter! Weltberühmt wurde der „Murmeltiertag“ durch den Hollywoodfilm: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ein Reporter durchlebt diesen einen Tag immer wieder, bis er sich zu einem besseren Menschen verwandelt hat. Der Film wurde Kult - und der 2. Februar auch bei uns wieder als Murmeltiertag bekannt.

Die Kirche feierte zu „Mariae Lichtmess“ eine Art Lichterfest. Das Jesus-Kind wurde - nach jüdischem Brauch - 40 Tage nach der Geburt - im Tempel vorgestellt. In der christlichen Messe weihten Priester Kerzen für das ganze Jahr. Die trugen die Bauern durchs Haus und in die Ställe – oder sie gaben vom geweihten Wachs ein paar Tropfen aufs Brot. Das sollte beispielsweise gegen Halsschmerzen oder Kopfweh helfen. Nach Eifeler Lichtmess-Bräuchen soll das Wachs auf landwirtschaftliche Geräte getropft Glück bringen. Die Kerzen gelten überhaupt als Glücks- und Wunderbringer und werden bei Krankheiten, Geburten und in der Sterbestunde angezündet. An der Mosel beträufelte man neben bäuerlichen Gerätschaften auch Kopfbedeckungen mit Wachs.

Selbst wenn der Winter nach dem 2. Februar noch länger andauert, kehrt doch das Licht jetzt schneller zurück. Genau eine Stunde länger als mitten im Winter sind die Tage schon. Traditionell heißt es, dass man zu Mariä Lichtmess wieder bei Licht zu Abend essen kann. Pfälzischer Spruch: Mariä Lichtmess - spinne vergess, bei Dag ze Nacht ess.

Letzte Änderung am: 26.01.2010, 00.49 Uhr

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