
"Flusslandschaft des Jahres" - mit diesem Titel darf sich die gemütliche Nette in den nächsten beiden Jahren schmücken. Und sie hat es verdient, denn auf ihren 55 Kilometern von der Quelle in der hohen Eifel bis zur Mündung in den Rhein zeigt sie sich wildromantisch, abwechslungsreich und vor allem sehr naturnah. Immerhin 461 Höhenmeter hat sie auf dieser Strecke gemeistert.

Die Besonderheit des kleinen Flusses ist seine Einbettung in die vulkanische Geologie der Osteifel. Ihre Ufer sind Lebensraum für viele seltene Pflanzen wie Rippenfarn, Knabenkraut oder Roter Fingerhut am Oberlauf oder Kuhschelle, Graslilie und Wunderveilchen am unteren Flussabschnitt.

Auch die Gewässerqualität ist außergewöhnlich gut - so gut, dass sich hier sogar der Lachs wieder angesiedelt hat - ohne menschliche Hilfe. Auch Meerforellen gibt es in der Nette. Um die Wanderbewegungen der Lachse zu verbessern, haben Naturschützer der Arbeitsgemeinschaft Nette in den letzten Jahren zahlreiche Wehre abgebaut uns umgestaltet. Und für rund 600 Tausend Euro ist man gerade dabei, den Mündungsbereich in den Rhein in eine naturnahe Idylle zu verwandeln. Breite Sand- und Kiesbänke sollen dem Wasser erlauben, sich sein eigenes Bett zu graben - und dazwischen liegen immer wieder bewachsene Inseln, die umspült werden können.

Die "Flusslandschaft des Jahres" wird alle zwei Jahre vom Deutschen Anglerverband (DAV) und den Naturfreunden Deutschlands (NFD) ausgerufen, um regionales Engagement für den Natur- und Gewässerschutz zu fördern. Entlang der Nette hoffen Naturschützer jetzt, dass die Auszeichnung vor allem den sanften Tourismus stärken wird. Denn an der Nette gibt es nicht nur intakte Natur zu erleben, sondern in sie eingebettet liegen allerlei Sehenswürdigkeiten entlang der Flussstrecke wie z.B. das eindrucksvolle Schloss Bürresheim, verlassene Basaltgruben, die die Natur langsam wieder zurückerobert oder die imposanten Felsenkeller rund um Mendig.
Weitere Informationen
Elmar Hillesheim
Tel: 02637 - 5616
Letzte Änderung am: 29.01.2008, 00.00 Uhr