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Biodiversität Totholz schenkt Leben

aus der Sendung vom Dienstag, 7.2. | 18.10 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Für Rheinland-Pfalz wäre ein einseitiges ökonomisches Nutzdenken verheerend, denn wir sind mit 42 Prozent Waldanteil das waldreichste Bundesland. Die Vermehrung von Totholzflächen und damit der Biodiversität in unseren Wäldern, bedeutet aber nichts anderes, als sie zukunftsfähig zu machen. Das Land Rheinland-Pfalz hat die Schattenseite einer einseitigen ökonomischen Nutzung erkannt und ein neues Konzept erarbeitet, das Biotopbäume, Altbäume und Totholz im Staatswald erhalten soll, Bäume die Tieren als Haus oder Nahrung dienen. Demnächst wird man im Wald immer öfter Bäume mit einer "weißen Welle" sehen.

Die weiße Welle ist keine Verzierung, sondern eine echte Lebensversicherung. Ein so ausgezeichneter Baum darf im rheinland-pfälzischen Staatswald nicht mehr gefällt werden. Solche Bäume profitieren von dem sogenannten BAT-Konzept. Es steht für den Schutz von Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz. Auch Baumstümpfe im Hochwald gehören dazu.

Sie sollen in Ruhe faulen dürfen, dafür haben Förster Willi Zimmermann und sein Kollege Axel Henke gesorgt. Im Revier Züsch bei Hermeskeil haben sie Baumgruppen oder einzelne kaputte Bäume aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen. Nicht nur, weil sie ökologisch wertvoll sind, sondern auch zum Schutz der Waldarbeiter. Es werden auch viele gesunde Bäume geschützt, etwa Höhlenbäume, die ein Biotop für Schwarzspechte sind.

Das alles wird exakt kartiert – nur so ist später ein Überblick über die BAT-Schutzzonen möglich. Doch nicht jeder wertvolle Baum darf stehen bleiben. Viel zu nah an der Straße steht zum Beispiel eine circa 300 Jahre alte Buche. Sie ist faul. Ihr Bruchholz ist gefährlich. Deshalb muss sie fallen. Was übrig bleibt ist ein gigantischer Haufen totes Holz. Traurig für die Buche und trotzdem ein Geschenk für die Natur. Denn es ist das ideale Zuhause für Arten wie den Schwarzkäfer, den Laufkäfer oder auch den Hirschkäfer.

Entstanden sind auch sogenannte Waldrefugien wie zum Beispiel ein 4 Hektar großes Totholz-Gebiet mitten im Nutzwald. In den nächsten Jahren soll ein ganzes Netz mit solchen lebendigen Waldoasen im Rheinland-Pfälzischen Staatswald stehen.

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner: Dr. Harald Egidi
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz



Letzte Änderung am: 07.02.2012, 11.13 Uhr

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Dienstags, 18.10 Uhr
SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wiederholungen:
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