aus Im Grünen vom Samstag, 23.7.2011 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Am 25. April 2011 brach im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ein Großfeuer aus, von dem rund 20 Prozent des wertvollen Areals betroffen waren. 350 Feuerwehrleute aus Belgien und Deutschland waren im Einsatz, dennoch verbrannten 1000 Hektar Heidelandschaft. Nach zwei Tagen war er gelöscht, der schlimmste Brand im Venn seit 60 Jahren.
Knapp zwei Monate danach wiederum ziehen Naturschützer eine erste Bilanz. Für die Tierwelt war das Feuer von Nachteil, denn vor allem die seltenen Birkhühner haben einen Großteil ihrer Deckung verloren; entsprechend viele Raubvögel fanden sich nach dem Feuer im Venn ein.
Für die Vegetation ergibt sich ein differenziertes Bild; große, mit Pfeifengras bewachsene Flächen verbrannten. Nun wollte man dieses Gras im Venn ohnehin nicht, da es sowohl in Moor- als auch in Heidelandschaften jenen Pflanzen Licht, Nährstoffe und somit die Existenz raubt, die Naturschützer eigentlich im Venn wachsen sehen wollen: Tormoose und Wollgras einerseits, Erika, Rausch- und Heidelbeeren andererseits. Jahrelang war man dem ungeliebten Gras mit Schafen und dem großflächigen Abtragen des Bodens zu Leibe gerückt, nun hat das Feuer binnen kurzer Zeit die Arbeit von Jahren erledigt.
Aber: Die Asche wirkt auch als Dünger und so kehrt das Gras fatalerweise ziemlich schnell zurück. Daher müssen nun schleunigst die Beweidungsprojekte intensiviert werden. Und das Venn muss wieder nasser werden, alte Entwässerungsgräben müssen zurückgebaut und Staudämme neu gebaut werden. Denn Nässe mag das Pfeifengras nicht – und auch künftige Feuer hätten es in einem wieder feuchten Venn deutlich schwerer.
Letzte Änderung am: 14.06.2011, 18.14 Uhr