aus der Sendung vom Sonntag, 6.11.2011 | 5.00 Uhr | SWR Fernsehen
Ein altes Windrad soll durch das stärkste der Welt ersetzt werden. Am Donnersberg in der Nordpfalz. „Re-Powering“ ist das Zauberwort. Das heißt: Altanlagen durch neue ersetzen. Im Frühsommer wächst der Turm in die Höhe. 200 Meter wird die Windkraftanlage in den Himmel ragen. 35 Fertigbetonringe sollen Rotor und Maschinenhaus sicher tragen. Allein der Turm wiegt 3.000 Tonnen. Am Windpark Schneebergerhof ersetzt die Firma Juwi-Wind aus Wörrstadt nicht irgendeine Mühle. Ersetzt wird das erste Windrad, das der Firmengründer Matthias Willenbacher 1996 gebaut hat. Direkt gegenüber des elterlichen Bauernhofes.
Damals wollte Vater Hans seinen Sohn vor einer „großen Dummheit“ bewahren. Der junge Wilde hatte Mühe, seinen Vater von der großen Zukunft der Windkraft zu überzeugen. Inzwischen sind 13 Millionen Euro nötig, für das neue Windkraftwerk. Und längst kann der Vater stolz sein, auf das, was aus der einst verrückten Idee geworden ist. Die 7,5 Megawatt-Anlage ist die erste ihrer Art, die geteilte Flügel hat. Das heißt, der 250 Tonnen schwere Rotor wird zunächst nur mit den Flügelstümpfen montiert. Es ist ein Transportproblem, denn ein Flügel ist 63 Meter lang.
Das Riesenrad stellt Marktführer Enercon her. Es ist das bisher 24. dieser stärksten Windräder der Welt, die heute richtige Kraftwerke sind. Die Entwicklung begann Ende der 80er Jahre. Etwa alle sieben Jahre verdreifachte sich die Leistung. Mit 126 Meter Rotordurchmesser und 7,5 Megawatt ist seit 2008 eine technische Grenze erreicht. 18 Millionen Kilowattstunden schafft das Windrad pro Jahr. Das ist 20 Mal mehr als der Jahresertrag der alten Anlage. Eine Kleinstadt kann damit komplett versorgt werden.
Ein Schauspiel für die Bürger und ein Aushängeschild für die Effizienzsteigerung.Denn mit der Hälfte der Anlagen auf demselben Standort lässt sich deren Ertrag mindestens verdreifachen.Für den Juwi-Chef Matthias Willenbacher schlagende Argumente für Windparks an Land und nicht auf dem fernen Meer. Und das heißt: Zusätzlich tausende Strommasten in der Landschaft. Dann doch lieber ein paar effiziente Windparks im Land verteilen. Am Schneebergerhof werden noch die Flügelspitzen montiert. Sie ernten den wertvollen Höhenwind, der nur hier oben stark und gleichmäßig weht. Rund 200 der gut eintausend Windräder im Land wären alt genug, um durch neue ersetzt zu werden. Tendenz steigend.
Ansprechpartner: Gerd Heidenreich
Energie-Allee 1
55286 Wörrstadt
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Letzte Änderung am: 02.11.2010, 13.04 Uhr