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Interessante Funde in der Pfalz Das Land der Säbelzahntiger

Sendung vom Sonntag, 6.11.2011 | 5.00 Uhr | SWR Fernsehen

Ein furchterregendes Raubtier streifte einst auf rheinland-pfälzischem Boden: die Säbelzahnkatze. Ihre furchterregenden Eckzähne wurden fast 30 Zentimeter lang – damit erlegten sie wahrscheinlich große Beutetiere wie zum Beispiel Mammuts, aber auch Menschen haben diese Großkatzen noch kennengelernt. In Rheinland-Pfalz gibt es bundesweit die meisten Fundorte von Säbelzahnkatzen. An insgesamt sechs verschiedenen Grabungsstellen vor allem in Rheinhessen konnten Wissenschaftler die Tiere nachweisen, zum Beispiel in der Nähe des heutigen Eppelsheim.

Dort verlief damals der Urrhein. Viele Tiere kamen zum Trinken hierher – ein ideales Jagdgebiet für die mächtigen Raubkatze. Vor ein bis zwei Millionen Jahren lebte hier die größte Säbelzahnkatze: Homotherium crenatidens. Überreste dieser bis zu 400 Kilo schweren Tiere hat man unter anderem in der Pfalz gefunden, in einem Steinbruch bei Neuleiningen. Aber nicht alle dieser Raubtiere konnten Elefanten erlegen – einige Dolchzahnkatzen wurden gerade mal so groß wie ein Puma.

Über eine Sache streitet sich die Wissenschaft allerdings bis heute: die Frage, wozu sie eigentlich gut waren, die riesigen Zähne der Säbelzahnkatzen. Der Mainzer Zoologe Prof. Dr. Helmut Hemmer, international angesehener Katzenexperte, ist der Meinung, dass sie die Zähne zum Erlegen von großen Beutetieren wie Mammuts einsetzten. Für kleinere Beutetiere wären die riesigen Zähne hinderlich gewesen, wären sie beim Zubeißen doch bald auf Knochen gestoßen, wobei die Zähne durch die starke Hebelwirkung gesplittert oder abgebrochen wären.

Im Gegensatz zum Bild, das wir aus Hollywood-Filmen haben, trugen die Säbelzahnkatzen nach Hemmers Überzeugung ihre Eckzähne nicht offen, sondern versenkten sie in den Kiefertaschen, wie alle anderen Katzen auch. Umso erschreckender muss es gewesen sein, wenn sie das Maul aufrissen und ihre Reißzähne zum Vorschein kamen. Dass Rheinland-Pfalz das Land der Säbelzahntiger war, können man allerdings nicht sagen – dass es hier bundesweit die meisten Funde gibt, bedeute noch nicht, dass hier auch die meisten dieser Tiere gelebt haben.


Naturhistorisches Museum Mainz

Reichklarastraße 1
55110 Mainz
Tel: 06131/122646

Internet:
www.mainz.de/nhm

Literaturtipp

Ernst Probst
Säbelzahnkatzen
Von Machairodus bis Smilodon
GRIN-Verlag

Letzte Änderung am: 22.10.2010, 23.17 Uhr

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