Das Natur- und Umweltmagazin für Rheinland-Pfalz
aus der Sendung vom Donnerstag, 10.3.2011 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
In der Castelnau-Kaserne in Feyen leben etwa 60 Schwäne in einer ehemaligen Fahrzeughalle und es kommen immer neue verletzte Tiere hinzu. Sein Einzugsgebiet reiche bis weit ins Saarland, nach Luxemburg und Frankreich, erzählt Lothar Lorig. Doch seine Station könnte es bald nicht mehr geben. Der Mietvertrag ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert: ein Schock für den „Verein Umwelt- und Katastrophenschutz Trier e. V.“, seine Unterstützer und die aktiven Helfer des Schwanenvaters. Sie rechnen mit der Räumung durch das Ordnungsamt.
Lorig wusste, dass der Mietvertrag für die Station ausläuft. Ein neues Wohngebiet soll dort entstehen. Dennoch hofft er, dass die Stadt Trier als Geländebesitzer ein Einsehen hat. Die Baudezernentin erklärt, dass niemand die Schwäne verletzen oder gar töten werde. Es werde allerdings intensiv nach einem neuen Zuhause für die Tiere gesucht. Tatsächlich hat auch Lorig bereits verstümmelte Moselschwäne nach Hamburg gebracht. Dort gibt es einen Schwanenvater, der sich im Auftrag der Hansestadt liebevoll um die Vögel kümmert. Vor jedem Wintereinbruch werden die Schwäne unter großem Medienecho eingefangen und von der Alster in ein eisfreies Quartier gebracht.
Auch eine Wildtierpflegestation bei Saarburg möchte Tiere des Trierer Schwanenvaters aufnehmen. Wasser gibt es hier zwar auch genug, aber noch fehlen spezielle Gehege und kleine dauerhaft eisfreie Behandlungsteiche für die Pflege verletzter Schwäne. Lorig - der Trierer Schwanenvater – ist aber skeptisch. Im derzeitigen Zustand komme die Station in Saarburg für seine Schwäne nicht in Frage. Auch den Umzug seiner Station in eine Kaserne nach Hermeskeil lehnt er ab - zu weit weg von Mosel und Saar. Er bleibt aber gesprächsbereit.
Dass sich Schwanenvater und Stadt noch aus eigener Kraft einigen, ist unwahrscheinlich. Vermitteln könnten die Landesbehörden. Doch das muss schnell gehen, denn im Frühjahr will die Stadt die Station räumen und die Tiere verteilen.
Weitere Informationen:
Umwelt- und Katastrophenschutz Trier e.V.
Castelnau-Kaserne in Feyen
Letzte Änderung am: 22.02.2010, 18.37 Uhr