aus der Sendung vom Donnerstag, 24.3.2011 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Er suchte die Schönheit der Natur an allen Enden der Welt, er liebt Einsamkeit und Stille. Darum flog Josef Zauner immer wieder nach Alaska, wo er Freundschaft schloss mit Emily, der Polarfüchsin. Sie schlief neben seinem Schlafsack. Grizzly-Bärin Olga vertraute ihm sogar ihre Jungen an. Sie ließ sie bei ihm am Ufer, während sie Lachse fing. Die bewegendsten Momente seiner Reisen hat Josef Zauner mit der Kamera fest gehalten. Zu Hause im eigenen Studio in Herxheim hat er – aus dem Material von Jahren – Kunstwerke gemacht: preisgekrönte Filme!
Erste Zuschauerin ist immer seine Frau. Die Liebe zur Natur teilt sie mit ihrem Mann. Aber Reisebegleiterin? Nein! Manche wilden Tiere machen ihr Angst. Er hatte tatsächlich erst mal gar keine Angst, bis ein befreundeter Natur-Fotograf ganz in seiner Nähe von Bären getötet wurde. Seither war er nicht mehr in Alaska. Doch das Fernweh blieb: die Sehnsucht nach Weite und Stille, nach unberührter Natur. Josef Zauner erkundete auch die Südspitze Amerikas, Patagonien, das „Land am Ende der Welt.“
Ihn reizte das Fremde, die manchmal bizarre, auch archaische Natur: ein Gürteltier. Er lebte wochenlang im Reich der Pinguine, folgte Flamingos auf ihrem Flug, war fasziniert von exotischen Vögeln wie dem Maghellan-Specht und traf auch hier einen Fuchs. Von Beruf ist Josef Zauner Kaufmann, Textilkaufmann; aus der Konsum- und Geschäftswelt zog er sich aber allmählich zurück. In den letzten Jahren hat er den Reiz der Natur vor der eigenen Haustür neu entdeckt: sein auf europäischer Ebene preisgekrönter Film zeigt die Natur im Bienwald.
Acht Jahre war er dafür unterwegs, unterstützt von Jägern und Förstern. Er war immer einsatzbereit. Kam ein Anruf, ein Tipp, dann ließ er alles stehen und liegen, fuhr in den Wald - und wartete. So geht er auch heute noch mit der Kamera auf Pirsch. Es macht ihm Freude, sein Glück zu teilen. Seine Filme zeigt er zum Beispiel auch Schülern oder Senioren. Die Zuschauer sind fasziniert vom Leben der Tiere in freier Wildbahn: vom nächtlichen Leben im Wald mit Füchsen und Dachsen, vom Waldkauz und dem Rotkehlchen, das – fast ein wenig ratlos – einen dicken Schreihals, den Kuckuck, füttert.
In seinen Filmen, deren Konzept er auch mit dem Förster gemeinsam entwickelt, erzählt Josef Zauner Geschichten: etwa von alten Bäumen und ihrem Zusammenleben mit anderen Waldbewohnern. Die Sprache seiner Bilder versteht jeder, sogar Menschen, denen die Natur sonst eher fremd ist. Mit seinen Filmen gibt er der Natur ein Gesicht, so wie dieser uralten Eiche.
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Letzte Änderung am: 03.03.2010, 18.34 Uhr