Sendung vom Dienstag, 3.11.2009 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Sie drohen und kämpfen mit ihnen, beißen zu und töten damit. Sie zerkleinern und zerkauen ihre Beute – alles mit ihren Zähnen. Dabei unterscheidet man je nach Tier und Funktion zwischen Schneide-, Eck- und Backenzähnen. Manche kommen mit ganz wenigen Zähnen aus, andere brauchen Tausende. Um ihre Beute zu packen und zu töten, haben sich bei den Raubtieren lange spitze Reißzähne ausgebildet. Die imposantesten, ca. 30 Zentimeter lang, hatte der Säbelzahntiger. Ähnlich gefährlich, allerdings hohl und manchmal auch mit Gift gefüllt, sind die der Schlangen.
Bei den Pflanzenfressern dagegen, die ihr Grünfutter nur abzupfen müssen, sind die Reißzähne eher unwichtig. Viel bedeutender sind für sie breite große Backenzähne, weil sie stundenlang ihr Futter kauen und mahlen müssen. Harte Schalen knacken oder Futter abschaben, müssen die Nager. Deshalb sind ihre Schneidezähne besonders ausgeprägt. So können Biber beispielsweise mit ihren Zähnen Baumstämme bis zu einer Dicke von einem halben Meter durchnagen. Das schaffen sie nur, weil ihre Zähne ein Leben lang nachwachsen und immer messerscharf bleiben.
Genau wie bei uns haben auch fast alle Säugetiere Milch- und bleibende Zähne. Nur dem Elefanten wachsen, bis auf seine Stoßzähne, die Zähne sechs Mal nach. Mehr als zwei Kilo kann ein einziger Backenzahn wiegen, einige tausend mal schwerer als der allerkleinste Backenzahn - der einer Maus. Bei Reptilien, wie beim Krokodil, wachsen die Zähne unkomplizierter. Wo immer ein Zahn ausfällt, wachsen neue nach, damit das Gebiss immer intakt bleibt.
Besonders gut ist ein Hai gegen Zahnausfall gewappnet. Beißt er sich einen seiner messerscharfen sägeartigen 3000 Zähne aus, klappt sofort ein neuer Zahn aus der nächsten Zahnreihe nach vorne. Nur einen, aber bis zu drei Meter langen Zahn hat ein anderer Meeresbewohner: der Narwal. Senkrecht wächst er ihm aus der Oberlippe. Damit imponiert er den Weibchen und wehrt Konkurrenten ab.
Tiere bekommen auch Zahnschmerzen, meistens die Haustiere, weil sie zuviel Süßes futtern. Dann gibt es Karies und der Zahn muss raus. Neuerdings gibt es zwar auch für Tiere die „Dritten“, aber besser ist vorbeugen und das Zähneputzen. Zahnpasta gibt es schließlich inzwischen auch mit Hühnchengeschmack.
Weitere Informationen zum Thema „Elefantenfossilien“:
Rüsseltiere gab es schon vor 10 Millionen Jahren am Ur-Rhein im heutigen Rheinhessen. Der Name des Tieres lautet Dinotherium. Der erste Schädel eines solchen Urelefanten ging als „Schreckenstier von Eppelsheim“ in die Geschichte ein. Diese Urelefanten hatten im Unterkiefer zwei kräftige Stoßzähne. Das Tier heißt auch Rhein-Elefant. Die Tiere waren Laub- und Früchte äsende Waldbewohner. Sie lebten zusammen mit Säbelzahntigern, Urbären und Urpferden.
Schon vor rund 500.000 Jahren lebten riesige Wald- und Steppenelefanten mit bis zu 4.50 Metern Schulterhöhe in Rheinhessen. Das beharrte eiszeitliche Wollmammut war bereits vor 200.000 Jahren am Rhein zuhause. Das Mammut wurde rund 3.50 Meter hoch mit bis zu 35 cm langen Haaren. Sie wogen 5 bis 7 Tonnen und hatten um die 4 Meter lange Stoßzähne. Die Mammuts starben vor rund 11.000 Jahren aus. Nur auf der Insel Wrangel im Norden Sibiriens gab es sie als Zwergform noch bis vor etwa 4000 Jahren. Die Stoßzähne von Mammuts und Elefanten sind verlängerte Schneidezähne im Oberkiefer. Sie bestehen aus Zahnbein, besser bekannt als Elfenbein.
Weitere Informationen zum Thema „Haizähne in Rheinhessen“:
Vor 30 Millionen Jahren bedeckte ein tropisches Meer das Mainzer Becken. Die damalige Küste und mehrere vorgelagerte Inseln lagen im Westen Rheinhessens. An dieser Küste entstanden Gerölle, Kies und Sand. Aus dieser Zeit stammen die Hai-Zähne und Muscheln. Auch eine Seekuh wurde gefunden. Die Hai-Zähne sind bis zu 6 cm lang. Die größte jemals Haiart auf der Erde lebte, war das Megalodon. Die Riesenhaie wurden bis zu zwanzig Metern lang und sind vor rund zwei Millionen Jahren ausgestorben. Einige Experten glauben die Tiere leben noch in der Tiefssee. Ihre Zähne waren bis zu 18 cm lang.
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Letzte Änderung am: 27.10.2009, 00.56 Uhr