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Transport von Gefahrgut Vorsicht: gefährliche Container

aus der Sendung vom Dienstag, 7.9.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Containerhafer Germersheim

Weltweit werden Millionen Container mit gefährliche Giften behandelt. Das ist sogar vorgeschrieben, denn viele Waren, die aus Übersee importiert werden – wie Nahrungs- und Futtermittel, Textilien, Möbel und vor allem Hölzer – müssen vor Fraßschädlingen wie dem asiatischen Laubholz-Bockkäfer geschützt werden. Doch die verwendeten Gase sind für den Menschen gefährlich. „Begast“ werden Container in der Regel mit Stoffen wie Brommethan, Phosphorwasserstoff, Methylbromid oder sogar dem Kampfgas Triochlornitromethan – besser bekannt unter dem Namen Grünkreuz. Zum Teil handelt es sich dabei um geruchslose Gase, die beim Öffnen eines Containers nicht erkennbar sind.

Auch bei uns in Rheinland-Pfalz kommen täglich viele Container aus Übersee an. Und mit ihnen die potentielle Gefahr für Zöllner oder Mitarbeiter von Betrieben, die Container geliefert bekommen. Deshalb wurde jetzt bei der Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd (SGD), Abteilung Gewerbeaufsicht, eine Projektgruppe „Begaste Container“ gegründet. Die Experten sollen herausfinden, welche Container potentiell gefährdet sind und in Betrieben für das Problem beim Umgang mit begasten Containern sensibilisieren. Notwendig ist diese Arbeit vor allem, weil in der Praxis fast 90 Prozent aller begasten Container aus Übersee – vor allem aus Asien - nicht gekennzeichnet sind. Der Hintergrund: Begaste Container gelten als Gefahrgut. Ihr Transport ist aufwendiger und damit teurer. So wird in Asien häufig ohne Rücksicht auf Verluste mit einfachsten Mitteln begast, von Menschen ohne Schutzkleidung oder Gasmaske. Die eigentlich vorgeschriebene Kennzeichnung wird meistens ignoriert.

Dann gehen die bunten Kisten auf Reise - Tausende von Kilometern über die Weltmeere – und das Gas kann sich in den geschlossenen Boxen in aller Ruhe entfalten. Und genau das kann beim Empfänger zum Problem werden. So wurde auch in Trier bereits ein Mitarbeiter einer Firma, der einen begasten Container öffnen sollte, schwer verletzt. Und das Gas ist tückisch. Die Folgen für die Gesundheit der Menschen, die mit erhöhten Dosen in Kontakt geraten, können von kurzzeitigen Schwächeanfällen bis hin zu langwierigen Hirnschädigungen führen.

Laut Gesetz müssen alle begasten Container gekennzeichnet sein, aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen. Doch die internationalen Kontrollen sind lasch. Und wenn fehlende Kennzeichnungen entdeckt werden, drohen verantwortlichen Firmen entweder gar keine oder nur marginale Sanktionen. Nach Schätzungen von Experten sind rund 90 Prozent aller begasten Container nicht gekennzeichnet und reisen so als ungeschützte Gefahrenquelle durch die Welt. Mit der Folge, das Zöllner, Hafenmitarbeiter oder Menschen in Betrieben, die die Container öffnen müssen, nicht wissen, wo Gefahren lauern. Dabei ist eine Begasung längst nicht mehr zwingend notwendig, denn mittlerweile können Schädlinge – z.B. in Palettenhölzern – auch mit Hilfe von Hitzebehandlung abgetötet werden. Doch dieses Verfahren ist den meisten Unternehmen bisher noch zu teuer. Also wird munter weiter begast.

Die Experten der SGD Süd tun alles, um die potentiell gefährlichen Boxen bei uns im Land ausfindig zu machen und leisten Unterstützung beim Umgang mit ihnen. Dabei arbeiten sie eng mit dem Zoll und der Wasserschutzpolizei zusammen, die in der Pfalz als einzige Behörde mit den entsprechenden Messgeräten ausgerüstet ist. Noch stehen sie ganz am Anfang, doch es ist ein erster Schritt, um die Menschen auch bei uns für das Problem zu sensibilisieren.

Weitere Informationen:


Bei Fragen zum Problem „Begaste Container“ im Raum Rheinland-Pfalz wenden Sie sich bitte an:

Struktur- und Genehmigunsdirektion (SGD) Süd
Abteilung Gewerbeaufsicht
Karl-Helfferichstr. 2
67433 Neustadt/Weinstrasse
Tel: 06321 – 991 0

Allgemeine Informationen zum Thema Begaste Container und Arbeitssicherheit finden Sie unter:

Bundesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
www.baua.de

European Office for Safety and Health (Internetseite auch auf Deutsch)
www.chemical-check.com

Letzte Änderung am: 23.06.2009, 13.02 Uhr

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