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Fernsehen im SWR

Keine Tierquälerei für die Schönheit Kosmetik ohne Tierversuche

aus der Sendung vom Dienstag, 21.4.2009 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Schön sein wollen wir alle - aber die Cremes, Lippenstifte oder Lidschatten sollen dabei nicht unsere Haut oder Augen reizen. Deshalb müssen seit Jahrzehnten Millionen Versuchstiere leiden und sterben. Schockierend zum Beispiel: der sogenannte Draize-Test, bei dem Kaninchen auf Augenreizungen getestet werden. Seit jeher engagieren sich Tierschützer gegen Tierversuche für Kosmetikprodukte – eine Geschichte von mühsam erkämpften Teil-Erfolgen: Schon 1986 wurden in Deutschland Tierversuche für Kosmetik verboten. ABER: das Verbot galt nur für die rein dekorativen Produkte wie Lidschatten oder Wimperntusche. Für Kosmetika, die auch pflegende Bestandteile enthalten wie Hautcremes, Lippenstifte oder Seife durften weiterhin Tierversuche gemacht werden. 1993 beschloss die EU ein Vermarktungsverbot für Kosmetikprodukte, die an Tieren getestet wurden. Die Richtlinie sollte 1998 in Kraft treten. ABER: das Verbot sollte nur gelten, wenn bis dahin ausreichend tierversuchsfreie Testverfahren entwickelt und anerkannt sind. Aus diesem Grund wurde die Richtlinie immer wieder verschoben - weiter wurden Tiere für unsere Schönheit gequält.


Erst 2004 wurden Tierversuche für Kosmetika EU-weit verboten. ABER: Das Verbot galt nur für das fertige Kosmetikprodukt. Neue Grundstoffe mussten weiter an Tieren getestet werden. Manche Marken werben damit, tierversuchsfrei zu sein. Doch auch diese Produkte enthalten chemische Bestandteile, die irgendwann einmal an Tieren getestet wurden Seit dem 11. März 2009 gilt das Tierversuchsverbot auch für die Bestandteile von Kosmetika. Ausserdem gilt ab diesem Zeitpunkt ein generelles Vermarktungsverbot für Kosmetika, die an Tieren getestet wurden. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die EU-Regelung umgangen wird, die Tierversuche im Ausland gemacht werden und dann in der EU verkauft werden. Die Firma sebapharma in Boppard gibt an, auf Tierversuche zu verzichten, kann aber auch nicht ausschließen, dass einzelne Inhaltsstoffe vom Hersteller in Tierversuchen getestet wurden. Seit ihrer Gründung hält die Firma klinische Tests am Menschen für aussagekräftiger - deshalb rennt die EU hier offene Türen ein.


Aber es gibt immer noch Schlupflöcher für die Industrie: es gibt keine tierversuchsfreien Verfahren, um herauszufinden, wie ein Inhaltsstoff auf die Nachkommen wirkt, ob er Krebs erzeugt oder wie er sich auf den gesamten Stoffwechsel auswirkt. Um tierversuchsfreie Tests für diese Verfahren zu entwickeln, hat die EU der Industrie eine Frist bis 2013 gegeben. Die Kosmetikindustrie hat viele der anerkannten tierversuchsfreien Test mitentwickelt und finanziert. Aber die Frist bis 2013 werde man nicht einhalten können. Es wird also auch weiter Tierversuche für Inhaltsstoffe von Kosmetika geben. Schon allein, weil die Regelung nur für die Inhaltsstoffe gilt, die ausschließlich in Kosmetikprodukten verwendet werden. Und das sind im Durchschnitt gerade mal 10 Prozent aller Chemikalien.

Die restlichen 90 Prozent werden weiter an Tieren getestet. Doch gerade davon erhoffen sich die Tierschützer eine Initialzündung: werden für die Kosmetikindustrie alternative Methoden für die Tests bestimmter Inhaltsstoffe entwickelt, gelten die auch für die chemische Industrie. Vielleicht sorgt die neue Regelung ja wirklich für einen neuen Schub in dem nicht enden wollenden Kampf für Kosmetik ohne Tierversuche. Trotzdem wird es noch viele Jahre dauern, bis wirklich keine Tiere mehr für unsere Schönheit leiden und sterben müssen.


Weitere Informationen:

Menschen für Tierrechte

Ansprechpartnerin:
Dr. Christiane Baumgartl-Simons
Tel.: 06751/950391
Fax: 06751/950392

E-Mail:
baumgartl@tierrechte.de
Internet:
www.menschen-fuer-tierrechte.de

Letzte Änderung am: 10.04.2009, 23.31 Uhr

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Dienstags, 18.10 Uhr
SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

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Sonntags, 5.00 Uhr
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