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Die Natur in Rheinland-Pfalz Mainzer Forscher kämpfen gegen die Gletscherschmelze

aus der Sendung vom Dienstag, 14.10.2008 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Zusammen mit 27 Geographiestudenten ist der Mainzer Professor Hans-Joachim Fuchs zu einer ungewöhnlichen Expedition ins Schweizer Wallis gereist. Mit einem an der Mainzer Universität entwickelten Verfahren wollen sie das Abschmelzen des Rhone-Gletschers zumindest verlangsamen. Die Idee: Ein 20 Meter breiter und 3 Meter hoher Windfang auf 2300 Meter soll die kalten Fallwinde stauen und so das Eis kühlen.

Der Rhone-Gletscher hat Hilfe bitter nötig. Pro Jahr zieht er sich um 35 Meter zurück. Wie bei fast allen Alpengletschern, hat auch er in den letzten zwei Jahrzehnten bereits die Hälfte seines Eises verloren.

Der Grund für das Abschmelzen der Alpengletscher ist der Klimawandel. Steigen die Temperaturen weiter wie bisher, könnten die Alpengletscher im Jahr 2100 ganz verschwunden sein. Die Folgen wären katastrophal, denn die Gletscher speisen vier große Flüsse – darunter Rhein und Donau – und liefern rund drei Viertel der Süsswasserreserven in Europa. Schmilzt das Eis, taut auch der sogenannte Permafrostboden auf, wodurch die Berghänge in Bewegung geraten und sogar ganze Bergstürze die Folge sein können. Auch die Gefahr von Hochwassern würde durch den Rückgang der Gletscher dramatisch ansteigen.

Versuche, die Gletscherschmelze zu verhindern bzw. zu verringern, gibt es bereits. An der Zugspitze z.B. werden Eis und Schnee mit reflektierenden weißen Planen abgedeckt, um die Sonneneinstrahlung zu verhindern. Dieses sogenannte „Snow-Farming“ wird auch in Skandinavien, Neuseeland oder den USA betrieben.

Die Mainzer Wissenschaftler verfolgen am Rhone-Gletscher eine andere Strategie. Ihr riesiger Windfang soll die sogenannten katabatischen Winde nutzen. Das sind kalte Fallwinde, die vor allem bei Hochdruckwetter über die Eisoberfläche ins Tal gleiten. Der Windfang soll die kalte Luft stauen und auf das Eis zurückleiten, um die Gletscheroberfläche zu kühlen und so das Abschmelzen bremsen. Rund um den Windfang haben die Studenten mehrere Temperaturfühler angebracht, die alle 30 Sekunden neue Temperaturdaten liefern. Rund 16.000 Daten kommen so täglich zusammen. Mittlerweile ist das Expeditionsteam wieder zurück in Mainz und muss all die Daten auswerten. Noch gibt es keine exakten Ergebnisse, doch eines weiß Prof. Hans-Joachim Fuchs schon jetzt: Das Experiment ist geglückt. Was bleibt ist die spannende Frage, ob die Idee der Mainzer Forscher in Zukunft auch im großen Stil umgesetzt werden kann, um das Abschmelzen der Gletscher zu verhindern.

Prof. Hans-Joachim Fuchs      

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Geographisches Institut

Tel:
06131 – 39 24491
Fax:
06131 – 39 24735
E-Mail:
hans.fuchs@uni-mainz.de
Internet:
www.staff.uni-mainz.de/hjfuchs/Wallis-Homepage-2008/index.html

Letzte Änderung am: 09.10.2008, 18.15 Uhr

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Dienstags, 18.10 Uhr
SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wiederholungen:
Sonntags, 5.00 Uhr
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Samstags, 18.15 Uhr
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