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Im Grünen Die Natur in Rheinland-Pfalz

Fernsehen im SWR

Wirbelstürme in Rheinland-Pfalz Tornados - Unsere stürmische Zukunft?

Sendung vom Dienstag, 16.1.2007 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Autos zerquetscht wie Blechdosen, ganze Häuser entkernt, in Pforzheim trifft 1968 ein Tornado mit 400 Stundekilometern auf eine Stadtrandsiedlung. Die Schneise der Zerstörung reicht bis in die Innenstadt. Hunderte Menschen werden verletzt oder obdachlos. Es dauert Jahre, bis alle Schäden beseitigt sind und das Unglück in Vergessenheit gerät. Doch die Wetterkatastrophe kann sich jederzeit wiederholen.
Vor wenigen Monaten im Westerwald. Förster Frank Krause ist nachdenklich geworden, seit sein Wald im August in wenigen in wenigen Minuten zur Wüste wurde. Ein Tornado hat zugeschlagen - nur halb so stark wie in Pforzheim. Dennoch zieht sich eine Schneise über mehrere Kilometer. Krauses Buchen brachen wie Streichhölzer. Immer öfter registrieren Förster Tornadoschäden - hier eine gewaltige Sturmschneise im Pfälzer Wald. 8000 Festmeter fielen hier im Juli 2006. Die rasende Drehbewegung und der Sog dieser, in Deutschland kaum erforschten Sturmereignisse, lässt härtestes Holz bersten. Viele Förster sind überzeugt, dass mit dem Klimawandel die Sturmschäden noch zunehmen werden.

Tornados entstehen, wenn Gewitterwolken solche rotierenden Rüssel ausbilden. Verantwortlich sind starke wechselnde Winde in unterschiedlichen Höhen, die ursprünglich in eine Drehbewegung verfallen. Besonders häufig scheint es Eifel und Westerwald zu treffen. Auch Acht und Schlausenbach wurden durch Wucht eines Wirbelsturms stark zerstört. Aber auch bei Mayen, bei Bitburg und in einem engen Seitental der Ahr wüteten Tornados. Hinzukommen mehrere Verdachtsfälle.
Wind- und Wolkenwirbel entstehen offenbar gerade zwischen engen Tälern. Einige Wissenschaftler glauben inzwischen, dass die zunehmende Erderwärmung, die Entstehung von Tornados begünstigt. Als besonders gefährdet, gelten der Norden aber auch der Westen Deutschlands.
In Rheinland-Pfalz sind Tornados meist mit schweren Gewitterfronten aus Richtung Frankreich verbunden. So wie am 21. August 2006. neben den Wäldern bei Anhausen traf es Brohl-Lützing. Hier starb ein Korbhändler, als sein Wohnwagen 60 Meter durch die Luft geschleudert wurde.
Gerade dieses tragische Unglück zeigt, wie notwendig die Erforschung von Tornados und das Sammeln von Daten über extreme Wetterereignisse sind. Denn in Zukunft wird es immer wichtiger sein, frühzeitig über die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels Bescheid zu wissen.

Auch die Stärke von Tornados in Deutschland wird nach der internationalen Fujita-Skala von F0-F5 gemessen und bewertet. F0 beinhaltet alle Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten unter 120 Km/Stunde. F5 entwickelt bis zu 500 Km/Stunde. In den vergangenen 100 Jahren gab es nach Untersuchungen des Tornado-Experten Thomas Sävert in Deutschland mindestens 30 verbriefte F3 Tornados mit zum Teil verheerenden Schäden
In Düsseldorf 1936 und im oben beschriebenen Fall Pforzheim schlugen F4 Tornados zu.

Der Klimaforscher Prof. Mojib Latif, Hochschullehrer am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel, geht davon aus, dass wir auch in Europa zukünftig gerade im Sommer mit stärkeren Sturmereignissen rechnen müssen. Das gehe aus fast allen Klimamodellen hervor. Ein Grund sei die zunehmende Erderwärmung.

2006 gab es in Deutschland nach Angaben von Thomas Sävert bereits deutlich über 100 nachgewiesene Tornados und eine Vielzahl Verdachtsfälle. Etwa die Hälfte der Tornados entsteht allerdings als sogenannte "Wasserhose" an den Küsten. Inzwischen werden die Beobachtungen immer flächendeckender gesammelt und in der Tornadoliste von Thomas Sävert im Internet veröffentlicht.

Unser Gesprächspartner Thomas Sävert profitiert dabei von professionellen Wetterbeobachtern, und von den sogenannten "Storm-Chasern". Sturmenthusiasten, die gezielt Gegenden anfahren, wo extreme Wetterereignisse mit möglichen Tornados erwartet werden. Thomas Sävert arbeitet in der Unwetterstation Bochum. Sie gehört zum Wetterdienst Meteomedia.

Deutscher Wetterdienst Zentrale

Herr Friedrichs (Tornadobeauftragter)
Kaiserleistr. 29-30
63067 Offenbach

Tel.: 069-8062-0
Fax: 069-8062-4484

E-Mail:
dwd.offenbach@dwd.de
Internet:
www.dwd.de

Informationen über die versicherungsrechtliche Seite von schweren Sturmereignissen

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Ludwigsstraße 6
55116 Mainz

Tel.: 06131-284885
Fax: 06131-284866

Internet:
www.vz-rlp.de

Letzte Änderung am: 08.01.2008, 00.00 Uhr

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