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SWR ermöglicht ein weiteres Jahr Einblicke in das Leben wilder Uhus

Es ist ein kleiner, kahler Felsvorsprung in 90 Metern Höhe irgendwo in der Eifel. Wo genau, verraten wir natürlich nicht, denn Uhus gehören bei uns immer noch zu den besonders geschützten Vogelarten. Und eines wollen wir mit unserem vierten Tierbeobachtungs-Projekt natürlich auf gar keinen Fall: Tiere in Ihrem Lebensraum stören oder stören lassen. Warum auch, wenn man alles viel besser gemütlich von zuhause vom Sofa aus beobachten kann.
[Hier geht's zur Uhu-Cam]
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Also auf diesem kleinen Balkon irgendwo hoch oben in der Felswand wird sich in den nächsten vier Monaten das pralle Leben einer Eifeler Uhu-Familie abspielen. Von der Mühe, die Eier rund um die Uhr warm zu halten, ohne selbst zu verhungern, von der Faszination des Schlüpfens, über den Stress, den Eulen-Nachwuchs dann auch satt, groß und kräftig zu bekommen, bis zu den ersten Flugversuchen der nachtaktiven Jungeulen. Dazwischen Kämpfe mit möglichen Feinden, der erste Kontakt mit dem Mensch, wenn der Nachwuchs zur späteren Wiedererkennung beringt wird oder dramatische Rivalitätskämpfchen der nimmersatten Uhuküken.

Und alles, was sich dort oben in schwindelerregender Höhe abspielen wird, werden Menschen überall auf der Welt erstmals direkt beobachten können. Dank einer web-cam und des weltweiten Computer-Netzwerks Internet.
Rund 100 Kilo wog die Ausrüstung, die der kleine Tross rund um Stefan Brücher, einem der besten deutschen Eulenexperten und Christian Giese, unserem erfahrenen Internet-Spezialisten dazu in den Felsen bringen musste. Die fernsteuerbare Spezialkamera war dabei das kleinste Teil. Wetterfeste Gehäuse, ein spezieller Schutzkasten gegen Steinschlag, ein Infrarot-Scheinwerfer, der mit unsichtbarem Licht auch die Nacht zum Tag macht mussten installiert und mehrere hundert Meter Verbindungskabel verlegt werden.

Stefan Brücher kennt die Lebensräume und die Geschichte der Uhus in der Eifel wie kaum ein anderer. Noch Mitte der 60iger Jahre war der Uhu bei uns völlig ausgerottet. Es brauchte unendlich viel Geduld und viel Engagement von Naturschützern, Biologen und auch Behörden, um unsere größte Eulenart wieder erfolgreich auszuwildern und anzusiedeln. Warum gerade in der Eifel ? Ganz einfach. Uhus bauen keine Nester, sind Bodenbrüter. Um aber ihren Nachwuchs vor Füchsen und anderen "Eierdieben" zu schützen, suchen sie sich ihre Brutplätze eben in möglichst unzugänglichen, steilen Felswänden aus. Und davon gibt es in der Vulkanregion Eifel mit ihren vielen Lava- und Basaltsteinbrüchen unendlich viele. Dabei lassen sich die Uhus in der Regel noch nicht einmal davon stören, dass in den Gruben noch die Bagger arbeiten oder regelmäßig Felsen gesprengt werden.
Immerhin hat die Erfolgsgeschichte der Wiederansiedelung des Uhus dazu geführt, dass mittlerweile wieder über 100 Paare in der Eifel brüten.Und einem von ihnen werden Sie durch einen einzigen kleinen Klick auf dieser Seite dabei ganz genau zuschauen können. Ab sofort, live und rund um die Uhr. Viel Spaß dabei !
Letzte Änderung am: 04.04.2008, 00.00 Uhr
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