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Völklingen: Heimatlos im Saarland Brücken zur Heimat

Herzenssache-Projekt Völklingen: Heimatlos im Saarland

Nematollah (14)

Als sein Vater in Afghanistan von den Taliban ermordet wird, schickt ihn seine Mutter mit geliehenem Geld auf die Flucht. "Ich war zwölf Jahre alt", sagt Nematollah, heute 14. Wie er kommen seit 2009 verstärkt unbegleitete Flüchtlinge, meist aus Afghanistan, über Frankreich ins Saarland.

Zwei Jahre auf der Flucht

Durch Vertreibung, Flucht und Verfolgung haben sie fast alle sozialen Bezüge verloren. Manche waren zwei Jahre unterwegs, zu Fuß oder versteckt auf Ladeflächen von Lastwagen. Viele haben Misshandlung und Ausbeutung erlebt, sind traumatisiert von Krieg, Tod und Vertreibung. In der Erstaufnahme- und Clearingstelle Völklingen trifft Nematollah auf herzliche Menschen, die ihm beratend zur Seite stehen. „In Deutschland weiß ich endlich, was Leben bedeutet. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Nematollah.

Herzenssache unterstützt jugendliche Flüchtlinge

Die Erstaufnahme- und Clearingstelle in Völklingen wurde im September 2011 vom Diakonischen Werk an der Saar gegründet. Die Räume sind zweckmäßig eingerichtet. Schrank, Bett, Stuhl - viel mehr gibt es nicht. Für eine freundliche Umgebung - als äußeres Zeichen, willkommen zu sein - fehlen die Mittel. Kein Luxus ist gefragt, aber ein paar Bilder, Kissen, Teppiche und Vorhänge würden die Räume wohnlicher machen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass eine gemütliche Sitzecke und ein Teppich die Kommunikation fördern. Die meisten Flüchtlinge sind sehr aufgeschlossen, sie nehmen an Sprachkursen und Lernprogrammen teil. Herzenssache fördert Computer mit Internetanschluss, damit die Jugendlichen Zugang zu aktuellen politischen und alltäglichen Nachrichten bekommen und
Kontakt zu ihren Familien aufnehmen können. Außerdem werden 15 Fahrräder angeschafft, die in einer eigenen Werkstatt instand gehalten werden sollen.

Letzte Änderung am: 14.10.2011, 14.19 Uhr