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Remchingen: Inobhutnahme traumatisierter Kinder Eine Kindheit, die man niemandem wünscht

Auf dem Sperlingshof in Remchingen bei Pforzheim haben 55 Kinder und Jugendliche ein neues Zuhause gefunden. Viele leiden unter schweren Traumata, die sie in ihrem jungen Leben erlitten haben. Auch Jonas (Name geändert) hatte einen schweren Start ins Leben. Seine Mutter ist lernbehindert und der Vater psychisch stark belastet. Aus Hilflosigkeit griff seine Mama während der Schwangerschaft zur Flasche, was bei Jonas zu Frühschäden führte.

Jonas schrie als Baby permanent. Sein Vater musste in eine psychiatrische Klinik, womit Jonas' Mama auf sich allein gestellt war. Eine verlässliche Bindung und das Gefühl von Geborgenheit lernte Jonas nicht kennen. Seit er sechs ist, lebt er auf dem Sperlingshof. Hier konnte er erstmals Versäumtes nachholen. Seine Gruppenleiterin war wie eine Mutter für ihn. Durch sie taute Jonas auf und zeigte sein Bedürfnis nach Nähe und Zugehörigkeit. Dank der Therapie geht es Jonas heute gut.

Ein sicherer Ort für traumatisierte Kinder

Innerhalb von acht Jahren hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die von staatlichen Stellen in Obhut genommen werden, mehr als verdoppelt. Auf dem Sperlingshof ist eine stationäre Hilfe in der Regel mindestens auf ein bis zwei Jahre angelegt. Bei schwerwiegenden Fällen bleiben die Kinder so lange in den altersgerechten Wohngruppen, bis sie ausziehen können. Um die Beziehung zwischen Eltern und Kind nicht weiter zu verschlechtern, legt man auf dem Sperlingshof viel Wert auf die Mitarbeit der Eltern.

Damit die Familie bestehen bleibt

Geht es zu Hause gar nicht mehr, sind die Familienwohnungen eine wichtige Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen. Die Eltern und Geschwister wohnen vorübergehend dort und können den Kontakt zu ihren Kindern unter pädagogisch-therapeutischer Begleitung halten. Die Familienwohnung und der Gemeinschaftsraum waren aber so veraltet und abgewohnt, dass sie praktisch unbenutzbar waren. Herzenssache hilft bei der Renovierung und beteiligt sich darüber hinaus an der pädagogischen Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.