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Mit dem Jugendbildungspreis Baden-Württemberg würdigt das Ministerium für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg das Engagement Jugendlicher, Ehren- und Hauptamtlicher in der außerschulischen Jugendbildung. Unter den zehn Nominierten war das Projekt "Rückenwind", das Herzenssache mit 90.000 Euro unterstützt - heraus kam der zweite Platz! Das Herzenssache-Team sagt: Herzlichen Glückwunsch!

Ein ausgezeichnetes Projekt!
Sarah M.* war 14 und damit strafmündig, als sie beim Ladendiebstahl erwischt wurde. Mit einer Freundin hatte sie sich zum Stadtbummel verabredet, es war eher jugendlicher Übermut, der sie dazu brachte, zunächst eine Pinzette und dann zwei Ketten "mitgehen" zu lassen. Doch sie hatte Anfängerpech oder Glück ... und wurde erwischt ...

Der Jugendsachbearbeiter schlug vor, dass Sarah an dem Projekt "Rückenwind" teilnimmt. Sie willigte ein, ließ sich von den Konfliktmanagern beraten. Daraufhin schrieb sie einen Entschuldigungsbrief und entschuldigte sich bei den Besitzern des Geschäfts. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt.
Das alles ist jetzt zwei Jahre her. Sarah hat die Schule gewechselt und einen Job an einer Tankstelle angenommen, um Geld zu verdienen. Und sie möchte sich zur Konfliktmanagerin ausbilden lassen, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, die den gleichen Blödsinn gemacht haben wie sie.

"Rückenwind" ist ein Projekt für straffällige Kinder und Jugendliche des DRK Kreisverband Kehl. Kinder und Jugendliche, die straffällig geworden sind, bekommen hier die Chance, mit Gleichaltrigen über die Straftat zu sprechen und Wiedergutmachung zu leisten. Die Konfliktmanager sind Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren. Sie haben eine Ausbildung zum Konfliktmanager beim DRK durchlaufen.

Drei Konfliktmanager treffen auf einen Straffälligen. Die Konfliktmanager regen einen "Täter-Opfer-Ausgleich" an, z.B. das Schreiben eines Entschuldigungsbriefes oder auch ein Gespräch mit dem Geschädigten. Ist die Ursache für die Straftat Langeweile oder Frust, helfen sie dem Jugendlichen auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu finden. Die Konfliktmanager schreiben ein Protokoll über den Verlauf und das Ergebnis des Schlichtungsverfahrens, das dann an die Staatsanwaltschaft geht und sich strafmildernd auswirken kann.
Regelmäßig liegen über 60 Anmeldungen für den nächsten Ausbildungslehrgang zum Konfliktmanager vor. Sechs Einheiten á zweieinhalb Stunden, zusätzlich kommen alle zwei Monate Auswertungstreffen hinzu. Ausgebildet werden sie von zwei Sozialpädagogen, die für das Projekt zuständig und beim DRK angestellt sind. Sie sind für die Konfliktmanager jederzeit ansprechbar.
*Name von der Redaktion geändert.
Aus den zehn nominierten Projekten wählte die Jury drei Gewinnerprojekte, darunter: Rückenwind! Der baden-württembergische Staatssekretär Georg Wacker übergab das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro bei der Preisverleihung am 11. April 2011 in der Stuttgarter Hochschule für Musik an das Team des Herzenssache-Projekts.
Die Jury
Die vierköpfige Jury tagte Ende November und wählte aus den eingesendeten Projekten 10 nominierte Projekte aus. Mitglieder der Jury waren:
* Miriam Kumpf, Jugendpresse
* Paul Stritt, Landesschülerbeirat
* Elisabeth Johanna Henkel-Waidhöfer, Journalistin
* Dr. Carsten Rabe, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Die Jury bewertete dabei u.a. nach folgenden Kriterien:
* Engagement der beteiligten Jugendlichen
* Beteiligung Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft
* Projektidee: Originalität, Bedeutung eures Projekts für eure Gemeinde, Projektdarstellung
* Sonderpreis: zusätzlich zu den oben genannten Kriterien noch thematischer Bezug zum Sonderthema "Fair und Couragiert"

Das Herzenssache-Projekt Rückenwind konnte sich über 1.000 Euro Preisgeld vom Jugendbildungspreis Baden-Württemberg freuen.
Letzte Änderung am: 08.02.2011, 14.46 Uhr