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Edward ist ein lebhafter Junge, der in Kenia geboren wurde und seit seinem vierten Lebensjahr in Deutschland mit seiner Mutter und seinem deutschen Adoptiv-Vater in Wörth lebt. Äußerungen zu seiner Hautfarbe nimmt er inzwischen gelassen. Das war nicht immer so, früher hat er sich oft geprügelt, wenn jemand ihm Schimpfworte wie "Schokolade" hinterher gerufen hat.
Edward geht seit einem Jahr nach der Schule zur Sprachförderung und in die Betreuung. Der quirlige 10jährige ist gut in der Schule, er stand sich aber durch sein aufbrausendes Temperament und seine Aggressivität oft selbst im Weg. Die Betreuer haben nach und nach Vertrauen zu ihm aufgebaut und sich seine Sicht der Dinge angehört. Mittlerweile hat Edward eine große Bereitschaft, sein Verhalten zu verändern. Auch Edwards Adoptiv-Vater hat dazu gelernt und erfahren, dass Sprachförderung eine ganzheitliche Angelegenheit ist und sein Sohn beim gemeinsamen Backen von Apfelküchle sogar mehr lernt als beim Vokabeln büffeln. Edward hat von all dem sehr profitiert, er ist inzwischen ein sehr umgänglicher und ausgeglichener Junge.
Jeden Montag und Mittwoch kommen Drittklässler nach der Schule ins Mehrgenerationenhaus, sie essen gemeinsam zu Mittag, machen Hausaufgaben, spielen zusammen und sprechen über das, was sich in der Schule ereignet hat. Dienstags und donnerstags ist das Angebot rein auf die Hausaufgabenhilfe beschränkt.
Gestartet wurde das Projekt mit dem Schwerpunkt "Sprachförderung". Obwohl dies immer noch den Schwerpunkt bildet, verlagert sich die Arbeit der Betreuungspersonen mehr und mehr darauf, den Kindern Unterstützung in ihrem Sozialverhalten zu geben und sie zu fördern.
Die Grundschüler werden von den Lehrern vorgeschlagen, die Schule ist so nah, dass die Kinder das Mehrgenerationenhaus in wenigen Minuten zu Fuß erreichen können. An der Betreuung beteiligen sich auch Studenten der Pädagogischen Hochschule und der Uni Landau, so dass hier angehende Pädagogen eine Chance haben, die Praxis kennen zu lernen. Auch für die Kinder hat das Vorteile, denn jede Kleingruppe wird gleich von zwei Personen betreut. Die Einrichtung ist mit anderen Anlaufstellen gut vernetzt (Durch Kontakte zu anderen (Tafel, Kindergärten, Schulen, Jugendamt, Moschee), so dass auch die Eltern gut erreicht werden.
Letzte Änderung am: 08.02.2011, 14.45 Uhr