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Eine besondere Ehre erfuhr das mit 500.000 Euro geförderte Herzenssache-Projekt des Kinderhospiz Sterntaler aus Dudenhofen: Im Budenheimer Schloss Waldthausen vergab der Deutsche Kinderschutzbund den renommierten Kinderschutzpreis an die Sterntaler. Die Einrichtung ist das erste und bisher einzige stationäre Kinderhospiz in Rheinland-Pfalz. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro dotiert, die der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz gestiftet hat.

Kinderschutzpreis für Herzenssache-Projekt
Als Schirmherr der Auszeichnung betonte Ministerpräsident Kurt Beck in seinem Grußwort: „Kaum etwas bewegt uns mehr als das Leiden und Sterben von Kindern. Die professionelle Begleitung der Familien durch die ambulanten Pflegedienste und die ehrenamtliche Hospizarbeit sind daher besonders wichtig. Sterntaler ist für die schwerstkranken Kinder und ihre Familien, die eine Auszeit aus der täglichen Routine und Belastung brauchen, ein gutes Angebot.“
In der Begründung für die Verleihung des Kinderschutzpreises an das Kinderhospiz Sterntaler heißt es: „Das stationäre Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen erhält den Kinderschutzpreis für seinen wichtigen Beitrag bei der Begleitung und Betreuung schwerstkranker Kinder und ihrer Familien. Als Ort der Erholung, des Rückzugs sowie der Begegnung mit anderen Betroffenen kann es den Kindern und ihren Familien zu mehr Lebensqualität verhelfen, eine Auszeit vom Alltag schaffen und ihnen das Gefühl vermitteln, in einer schweren Lebensphase nicht allein gelassen zu sein.“
Am 21. März 2009 öffnete das erste stationäre Kinderhospiz in Rheinland-Pfalz seine Pforten. Die Kinderhilfsaktion von SWR und SR unterstützt das Kinderhospiz Sterntaler mit mehr als einer Million Euro. Die Neumühle in Dudenhofen, ein ehemaliges Hotel, wurde mit Hilfe von Herzenssache umgebaut und behindertengerecht eingerichtet. Der SWR unterstützt Sterntaler e.V. seit mehr als fünf Jahren. "Das Kinderhospiz ist eines unserer größten Projekte und schließt eine wichtige Lücke in der Unterstützung von Familien mit unheilbar kranken Kinder in Rheinland-Pfalz", freut sich SWR-Landessenderdirektorin und erste Vorsitzende von Herzenssache e.V. Simone Sanftenberg.
Die Eröffnung verzögerte sich immer wieder, denn nach wie vor fehlen in Deutschland jegliche gesetzliche Grundlagen für die Kinderhospizarbeit. Sterntaler bietet Familien mit unheilbar kranken Kindern immer wieder Phasen der Ruhe und Erholung. Etwa vier Wochen im Jahr bewilligen die Kranken- und Pflegekassen einen Aufenthalt in einem Kinderhospiz. Begleitet von den Eltern und Geschwisterkindern hat die ganze Familie Zeit, um zu Kräften zu kommen. Einen Teil der oftmals aufreibenden Pflege können die Eltern kurzzeitig in die liebevollen Hände von erfahrenen Kinderkrankenschwestern legen. Ein wichtiger Teil der Kinderhospizarbeit ist die Unterstützung der Geschwisterkinder und ein Hilfsangebot, das die Eltern auch nach dem Tod des Kindes auffängt und begleitet.
Die Sparda-Bank Südwest veranstaltete - als starker Partner der Herzenssache - einen Sozialen Tag im Kinderhospiz. Am 9. Juli 2010 halfen zwölf Azubis ehrenamtlich bei der Renovierung rund um das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen mit. Das Hospiz war früher einmal ein Hotel, das nun mit Hilfe von Herzenssache umgebaut und behindertengerecht eingerichtet wurde. Es ist eine „kleine Oase“ für unheilbar erkrankte Kinder sowie deren Familien, die dort einen Ort der Begegnung und Hoffnung finden. Der Personalentwicklung der Sparda-Bank Südwest ist es bei dieser Aktion wichtig, ihren Auszubildenden den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen und diesen dabei Werte wie Offenheit, Engagement, Freundlichkeit und Fairness zu vermitteln. Die Mithilfe bei dieser Aktion war für die Auszubildenden freiwillig. Sie investierten je einen halben Tag Arbeitszeit und einen halben Tag Freizeit dafür.
"Kein Haus der Stille und der Trauer, sondern ein Ort der Begegnung und der Hoffnung soll das Kinderhospiz sein", so Ursula Demmer, Initiatorin und Vorsitzende von Sterntaler e.V. Sie hat bereits die "Häusliche Kinderkrankenpflege Sterntaler" aufgebaut, den bisher einzigen ambulanten Pflegedienst für kranke Kinder im Rhein-Neckar-Raum.
In Deutschland erkranken jährlich weit über 25.000 Kinder an Krankheiten, die bis heute als unheilbar gelten. Die sich oft über mehrere Jahre erstreckende Erkrankung der Kinder bringt Eltern wie auch Geschwisterkinder schnell an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit. So war es für die Sterntaler neben ihrem seit bereits sieben Jahren bestehenden ambulanten Kinderkrankenpflegedienst und dem Engagement mit ehrenamtlichen Familienbegleitern immer das große Ziel, ein stationäres Kinderhospiz aufzubauen. „Einmal durchschlafen können ohne das Piepsen der medizinischen Geräte“, ein Wunsch, der bei betroffen Familien ganz oben auf der Wunschliste steht, gefolgt von dem dringenden Bedürfnis nach Zeit für die Geschwisterkinder, Zeit für sich selbst und den Austausch mit anderen betroffenen Familien. Sie auf den Abschied von ihrem Kind vorzubereiten, wie auch die Trauerbegleitung nach dem Versterben gehören für das Kinderhospiz Sterntaler zu den Kernaufgaben.
Südwestrundfunk (SWR)
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Mainz
Letzte Änderung am: 27.02.2009, 11.34 Uhr