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Lukas (Name von der Red. geändert) hat schon viel erlebt. Ihm fällt es immer noch schwer, mit den massiven Gewalterfahrungen in seiner Kindheit klarzukommen. Manchmal kann er seine Wut kaum zügeln, geht plötzlich mit dem Messer auf seine Betreuer los. Im Nachhinein sind ihm seine Gewaltphantasien unverständlich, er schämt sich.
Nach einem längeren Psychiatrie-Aufenthalt lebt Lukas jetzt in einer Wohngruppe der Heilpädagogischen Kinder- und Jugendhilfe Rheinland-Pfalz. In einem kleinen Eifeldorf lernt er, über tierpädagogische Arbeit wieder Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. Seine Wutausbrüche hat er noch immer nicht im Griff. In einem Anti-Aggressions-Training in Form von „Sport gegen Gewalt“ könnte er Methoden erlernen, seine Gefühle besser zu kontrollieren.
Der Landessportbund plant ein sportliches Anti-Aggressions-Training für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 10-13 Jahren. Eine mobile Einheit besucht pädagogische Einrichtungen, im Gepäck allerlei Hilfsmittel wie Boxhandschuhe, eine Musikanlage usw. Die Jugendlichen sollen lernen, kritische Alltagssituationen symbolisch auf Sportwettkämpfe wie Sumo-Ringen oder Judo zu übertragen. Dabei werden sie von einem Trainer und einem Pädagogen begleitet. Sie lernen, ihre Aggressionen kontrolliert einzusetzen und nach dem Spiel abzulegen. Die Achtung des Gegners und die Selbstachtung sind die zentrale Grundlage der angeleiteten Wettkämpfe. Nach den Regeln des Fair-Play werden neue Denk- und Verhaltensprozesse angeregt.

Anti-Aggressions-Training
Letzte Änderung am: 03.10.2011, 20.36 Uhr