Herzenssache Themenschwerpunkt 2010Gemeinsam gegen Kinderarmut
Herzenssache will in diesem Jahr Kindern aus der Armut helfen. Sollten Sie ein Projekt in Ihrer Region kennen: Sagen Sie es uns - ein kleiner Hinweis genügt, wir recherchieren für Sie! Hier haben wir für Sie einige Hintergrund-Infos zum Thema Kinderarmut zusammengetragen.

2,5 Millionen arme Kinder in Deutschland
Jedes sechste Kind in Deutschland ist arm. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit leben rund 2 Millionen Kinder von Hartz IV oder Sozialhilfe. Armutsexperten gehen davon aus, dass tatsächlich sogar rund 2,5 Millionen Kinder in Armut leben. In Rheinland-Pfalz ist jedes 8. Kind unter 15 Jahren davon betroffen, in Baden-Württemberg jedes 12. Kind und im Saarland jedes 6. Kind.
Gesellschaftlich im Abseits
Sie sind arm, weil das Einkommen der Familie einfach nicht für den Alltag reicht. Arm heißt in Deutschland nicht, betteln oder hungern zu müssen. Dennoch sind viele dieser Kinder mangelernährt oder übergewichtig. Sie haben keinen Schulabschluss, keine Chance auf Arbeit und stehen gesellschaftlich im Abseits. Und Armut in Deutschland wird häufig von Generation zu Generation weiter gegeben.
Migranten, Alleinerziehende und Hartz IV
Der Unicef-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2008 hat deutlich gemacht, wer besonders betroffen ist: Es sind die Kinder aus Migrantenfamilien, von Alleinerziehenden und Hartz IV-Empfängern. Sie leben in zu engen Wohnungen, tragen alte oder kaputte Kleidung und kommen ohne Frühstück in den Kindergarten oder die Schule.
Leben von Hartz IV
Arm sein heißt in Deutschland nicht, betteln oder hungern zu müsse, obwohl Kindern unter 13 Jahren nach dem Hartz IV Regelsatz zur 85 Cent pro Mahlzeit zur Verfügung stehen. Von 85 Cent kann man aber selbst bei Einkäufen ausschließlich in Discountern heranwachsende Kinder nicht gesund und ausgewogen ernähren.
Kinder trifft dies hart. Sie leiden darunter, wenn ab Mitte des Monats das Essen nur noch aus Nudeln und Weißbrot besteht. Die Folge: Sie sind zu dick. Übergewicht und mangelnde Bewegung – Armut macht diese Kinder krank. Und sie verbaut ihnen die Zukunft.
Einzelheiten zu den neuen Hartz IV - Regelsätzen
Armut und Bildung
In keinem anderen OECD-Land hängt der Schulerfolg so stark vom Status der Eltern ab wie in Deutschland! Schon in der Grundschule haben arme Kinder deutlich schlechtere Noten und bleiben öfter sitzen als ihre Klassenkameraden aus besser gestellten Familien. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, ist vier Mal geringer.
Kinder, die aus Migrantenhaushalten stammen, können schon froh sein, wenn sie überhaupt einen Schulabschluss vorweisen können.
Ein wichtiges Thema für Herzenssache
Das ist alarmierend und ein unhaltbarer Zustand. Mangelnde Gesundheitsvorsorge, schlechte Bildungschancen und gesellschaftliche Diskriminierung sind wichtige Themen für Herzenssache. Herzenssache fördert vor allem nachhaltige Angebote wie Ernährungsberatung oder Mittagstische, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Bewegungs- und Freizeitprogramme, Integrations- und Umweltprojekte.
Autorin: Heike Glaser
Letzte Änderung am: 17.12.2009, 12.44 Uhr

