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Der Botanischer Garten Ulm Echtes Dschungelfeeling

Prächtige Stauden und imposante Bäume - ein Besuch im Botanischen Garten Ulm lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Und in den Gewächshäusern bekommt man ein richtiges Dschungelfeeling.

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Auch unser Grünzeug-Gartenexperte Volker Kugel findet Botanische Gärten inspirierend. Der Botanische Garten in Ulm ist mit 28 Hektar einer der größten Universitätsgärten in Deutschland. Neben bunten Wiesen und schattigen Wäldern gibt es in verschiedenen Themengärten viel zu sehen. Aber gerade in den kühleren Jahreszeiten ziehen die Gewächshäuser die Besucher an.


Die Gewächshäuser

Volker Kugel steht im Gewächshaus vor einem Tomatenbaum und schneidet eine "Tomate" auf

Baumtomaten schmecken süßlich nach Pflaumen

In den Gewächshäusern des Botanischen Gartens Ulm werden für Studenten und Besucher eine Vielzahl wichtiger Nutz- und Heilpflanzen, Epiphyten, Farne, Usambaraveilchen- und Ananas-Gewächse kultiviert. 90 Prozent aller Blütenpflanzen und die meisten unserer Topfpflanzen kommen aus tropischen Wäldern. In den Gewächshäusern in Ulm zeigen sie ihre ganze Schönheit und Vielfalt. Volker Kugel besucht das Regenwaldhaus. Hier wird die Klimazone der kühlen Bergregenwälder nachempfunden. Bei 18 bis 20 Grad gedeihen die exotischen Schönheiten hier. Hier wachsen sogar Tomaten an Bäumen. Die Baumtomaten (Cyphomandra betacea) gehören wie die Tomate zu den Nachtschattengewächsen. Sie stammen ursprünglich aus Südamerika. Die Tamarillo ist ein immergrüner 3 bis 4 Meter hoher Strauch oder Baum. Die Früchte erinnern in ihrer Form und Farbe an Tomaten. Sie können von gelb über rot bis dunkelpurpur sein und werden bis 10 Centimeter lang. Der Geschmack ist herb süßlich und erinnert an Pflaumen. Die Schale wird nicht mitgegessen. Das Fruchtfleisch ist rötlich. Im Inneren sind die Samen in geleeartiges Fruchtfleisch eingebettet.

Forschung und Wissen

Eine Buntnessel lässt die Blätter hängen.

Die Buntnessel als Versuchskaninchen

Im Botanischen Garten der Universität Ulm geht es natürlich auch um Forschung und Lehre. Prof. Kazda untersucht die Frage: Was passiert, wenn Pflanzen übergossen werden? Die Versuche führt er an Buntnesseln durch. Wenn Pflanzen übergossen werden, sehen sie oft so aus, als hätten sie zu wenig Wasser bekommen. Grund dafür ist, dass die Pflanze erstickt, da sie durch die hohe Wassermenge keinen Sauerstoff mehr an die Wurzeln bekommt. Dadurch stellt die Pflanze das Wurzelwachstum ein und die Wurzeln faulen. Der Pflanzen-Experte Prof. Marian Kazda der Universität Ulm empfiehlt: Zunächst das überschüssige Wasser abgießen und die Pflanze kühl stellen. So werden alle Prozesse verlangsamt und die Pflanze hat eine Chance sich langsam zu erholen. Würde man die Pflanze sofort in trockenere Erde topfen und setzt man die geschädigten Wurzeln mit zu viel Sauerstoff aus.


Abenteuer für große und kleine Studenten

In Botanischen Gärten wird nicht nur Wissen generiert, sondern auch gelehrt. Studenten können hier zum Beispiel etwas über den Stockwerkaufbau im tropischen Tieflandregenwald lernen. Welche Pflanzen leben in den verschiedenen Stockwerken? Wie haben sie sich an die unterschiedlichen Lichtbedingungen angepasst?

Ein kleines Mädchen streicheln eine Bartagame. Ein kleiner Junge schaut zu.

Bartagamen und Sukkulenten mögen Trockenheit und Sonne.

Pflanzen mit dünnen Blättern haben in der Regel kaum Wasserspeichergewebe. Sie vertragen keine Austrocknung und gedeihen bevorzugt im Schatten, also in Bodennähe. Pflanzen mit dickfleischigen Blättern haben ausreichend Wasserspeichergewebe. Sie können auch mal austrocknen und bevorzugen zumeist direkte Sonne. Das Wissen wird auch schon an die Jüngsten vermittelt. Im so genannten "Grünen Klassenzimmer" gibt Jürgen Drissner praktischen Unterricht zum Anfassen! Schon Vorschulklassen kommen zu Besuch. Sie bekommen Tiere und Pflanzen in ihren entsprechenden Lebensräumen zu sehen und lernen welche wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Tieren und Pflanzen bestehen.

Der Botanische Garten in Ulm ist wahrlich eine grüne Schatzkammer. Interessierte aller Altersklassen erfahren hier Wissenswertes über Pflanzen aus aller Welt. So wachsen im neuen Apothekengarten rund 200 Heilpflanzen. Zu jeder dieser Heilpflanzen gibt es auf Informationstafeln Hinweise zu den pharmazeutischen Anwendungsmöglichkeiten. Im Taglilien-Schaugarten zeigen 260 verschiedene Taglilien zusammen mit den passenden Begleitstauden ihre Pracht. Der Königin der Blumen wird im Rosarium gehuldigt. 200 verschiedene Rosenarten bzw. Sorten sind nach ihrer Verwandtschaft angeordnet. Und im Bauerngarten können die Besucher viele mehr oder weniger bekannte Nutz- und Zierpflanzen kennenlernen.

Blumen, eine Gießkanne, eine kleine Schaufel und Erde. Daneben eine Kreidetafel mit der Aufschrift "SWR BW, Do., 18.15 Uhr und SWR RP, Sa., 18.15 Uhr".

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