aus der Sendung vom Samstag, 6.8.2011 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Odermennig ist ein einheimisches Wildkraut, das den meisten allerdings recht unbekannt ist, obwohl die Pflanze einem so häufig in der Natur begegnet und gern am Wiesenrand und an Böschungen wächst.
Einst war sie Medizinern eine wohlbekannte Heilpflanze, die schon in der Antike hoch geschätzt wurde: Das Rosengewächs wurde sogar vielversprechend „Heil aller Schäden“ genannt.
Aus unbekanntem Grund geriet es irgendwann – vor ein paar hundert Jahren - in Vergessenheit. Dabei steckt die Pflanze voller Heilkraft.
Bemerkenswert ist vor allem ihr hoher Gehalt an Gerbstoffen. Damit wirkt sie sich besonders günstig aus auf die Verdauungsorgane und vor allem auch die Leber.
Man kann sie als klassische Heilpflanze bei Leber- und Gallenbeschwerden bezeichnen – daher auch ihr Beiname „Leberklette“.
Wohltuend, krampflösend und beruhigend wirkt das Kraut auf den gesamten Darmbereich.
Speziell bei Reizdarm wird eine kurmäßige Anwendung über einen Zeitraum von vier Wochen empfohlen, dabei täglich bis zu drei Tassen Tee trinken.
Außerdem wirkt die Pflanze allgemein adstringierend, entzündungshemmend, harntreibend, wundheilend und stärkt das Immunsystem.
Neueste Untersuchungen haben zudem ergeben, dass Odermennig, ähnlich wie der Grüne Tee, eine das Immunsystem stärkende und Krebszellen hemmende Wirkung hat.
„Sängerkraut“ heißt es mancherorts übrigens deswegen, weil Odermennig-Tee, wenn man mit ihm gurgelt, die Stimmbänder strafft und wohltuend wirkt bei Heiserkeit.
Man kann das Kraut eigentlich fast jedem Haustee zugeben, weil seine Wirkstoffe dem Organismus immer gut tun und er einen recht angenehmen Geschmack hat. Allerdings sollte er sparsam dosiert werden.
Man sammelt die blühenden Sprossspitzen und Blätter von Juni bis August. Sie sollten im luftigen Schatten getrocknet werden.
REZEPT: Tee aus Odermennig
Etwa ein 2 cm langes Stängel-Stückchen vom gerade blühenden, frischen Kraut oder eine Priese getrocknetes Kraut mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 5-7 Minuten ziehen lassen.
Diese Informationen unserer Kräuterfrau stammen zum größten Teil aus der Volks- und Naturheilkunde.
Es handelt sich in der Regel um überlieferte Rezepte und Erfahrungswerte und nicht immer um in wissenschaftlichen Studien der Schulmedizin erwiesene Wirkungen.
Immer wieder gibt und gab es erstaunliche Erfolge in den verschiedenen Anwendungsbereichen der Phytotherapie, deshalb möchten wir Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.
Sie sollen aber keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt ihres Vertrauens dienen.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Für etwaige Probleme oder Schäden, die aufgrund der Anwendung unserer Rezepte und anderer Selbstbehandlung erfolgen, übernehmen wir natürlich keinerlei Haftung.
Jede Selbstbehandlung erfolgt auf eigene Gefahr.
Bitte beachten Sie, dass vor allem sehr wirksame Heilpflanzen immer ziemlich genau dosiert werden sollten. Durch Überdosierung kann sich das Gute durchaus zum Schlechten wandeln und die Inhaltsstoffe können unter Umständen sogar toxisch wirken.
Der Literatur-Tipp:
Mehr über den Odermennig und viele andere heilsame Kräuter finden Sie in dem Buch:
Letzte Änderung am: 08.05.2010, 00.40 Uhr