aus der Sendung vom Dienstag, 2.11.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Eine am Boden liegende, glänzende Kastanie nimmt man gern in die Hand. Kinder entwickeln sogar oft eine richtige Sammelleidenschaft und kommen mit prall gefüllten Taschen nachhause. Und ihr Fund ist wertvoller, als man denkt.
Die prallen, dunkelbraun glänzenden Samen sind zunächst zwar nicht genießbar, stecken aber voller Heilkraft.
Und nicht nur die Kastanien-Samen, sondern der ganze Baum, bietet viele heilsame Inhaltsstoffe: Rinde, Blätter und Blüten eignen sich für die „grüne“ Hausapotheke.
Die enthaltenen Gerbstoffe, Saponine, Flavonoide und das Cumarin lassen alle Pflanzenteile mehr oder weniger zusammenziehend, blutstillend, entzündungshemmend und gefäßverengend wirken.
Deswegen wird die Rosskastanie traditionell und zuverlässig bei Venenleiden, Krampfadern und Beschwerden angewendet, die allgemein mit Durchblutungs-Störungen zu tun haben.
Kastanien-Samen sind besonders stark in ihrer Wirkung. Sie helfen bei Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen, bei Venenentzündungen, Krampfadern, Hautproblemen und ebenso bei Gicht und Rheuma.
Die Rinde empfiehlt sich vor allem auch bei Verdauungsstörungen, Venen- sowie Hautproblemen.
Blätter und Blüten wirken allgemein abschwellend und entwässernd, lindern Husten und helfen bei leichten Verdauungsproblemen.
REZEPT:
Rosskastanien-Tinktur:
Frische Kastanien zerkleinern und zerstoßen. Ein Schraubglas damit befüllen und mit 50%igen Alkohol aufgießen, so dass die Kastanienstückchen großzügig bedeckt sind.
4 Wochen in der Wärme stehen lassen, regelmäßig schütteln und zum Schluss abgießen.
Innerliche Anwendung: 3 x täglich 5-8 Tropfen vor dem Essen
Äußerliche Anwendung: Mehrmals täglich auf die betroffenen Partien auftragen.
Bitte nur auftragen, nicht einmassieren!
Die Kastanientinktur stärkt die Venen, wirkt abschwellend, schmerzlindernd und mildert Stauungen.
Diese Informationen unserer Kräuterfrau stammen zum größten Teil aus der Volks- und Naturheilkunde.
Es handelt sich in der Regel um überlieferte Rezepte und Erfahrungswerte und nicht immer um in wissenschaftlichen Studien der Schulmedizin erwiesene Wirkungen.
Immer wieder gibt und gab es erstaunliche Erfolge in den verschiedenen Anwendungsbereichen der Phytotherapie, deshalb möchten wir Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.
Sie sollen aber keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt ihres Vertrauens dienen.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Für etwaige Probleme oder Schäden, die aufgrund der Anwendung unserer Rezepte und anderer Selbstbehandlung erfolgen, übernehmen wir natürlich keinerlei Haftung.
Jede Selbstbehandlung erfolgt auf eigene Gefahr.
Bitte beachten Sie, dass vor allem sehr wirksame Heilpflanzen immer ziemlich genau dosiert werden sollten. Durch Überdosierung kann sich das Gute durchaus zum Schlechten wandeln und die Inhaltsstoffe können unter Umständen sogar toxisch wirken.
Der Literatur-Tipp:
Mehr über die heilsame Roskastanie und viele andere Heil-Pflanzen finden Sie in dem Buch:
Letzte Änderung am: 02.11.2010, 11.44 Uhr