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Fernsehen im SWR

Kräuterfrau Christel Berweiler Malve und Mauretanische Malve

aus der Sendung vom Dienstag, 6.7.2010 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg

Die meisten Malvenarten, wie die Wilde Malve leuchten im Sommer mit ihren typischen Blüten an Wegrändern und Unkrautfluren. Spätestens seit dem achten Jahrhundert werden sie als Nahrungs- und Heilmittel gesammelt.

Schon Plinius schätzte einen Trank aus Malvensaft als Heilmittel gegen allerlei Unwohlsein.

Und auch in Italien wurde die Pflanze einst als „Omnimorbia“, als Heilmittel gegen alle Krankheiten, hoch gepriesen.

Malven haben vor allem einen hohen Schleimstoffgehalt. Damit wirken sie reizlindernd und erweichend auf alle Schleimhäute und sind ein wunderbares, sehr mildes Mittel bei Problemen in Mund- und Rachenraum.

Sie helfen bei Husten, Katarrh und Entzündungen der oberen Luftwege, Lunge und Bronchien. Aber auch bei Magen- und Darm-Entzündungen wirken ihre schleimbildenden Inhaltsstoffe lindernd und heilend.

Die Malve (Malva silvestris)ist keine kraftvolle Soforthilfe bei akuten Zuständen, eher ein mildes Mittel, das die Ausheilung im Zusammenspiel mit anderen Heilpflanzen unterstützt.

Bei Husten und Erkältung zum Beispiel hilft ein sanfter Hustentee langfristig, der auch bei gereizter Magenschleimhaut beruhigend und regenerierend wirkt.

Die Mauretanische Malve(Malva silvestris ssp. Mauritania), ursprünglich in Südeuropa heimisch, besticht durch ihre wunderschönen, dunkellila Blüten, die auch nach dem Trocknen noch ihre Farbe behalten.

Die Pflanze bevorzugt sonnige, geschützte Standorte mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden. Dort ist sie aber dann ausgesprochen wüchsig und blühfreudig

Wie bei allen Malven finden sowohl die Blätter als auch die Blüten Verwendung. Die hübschen Blüten sind eine wohlschmeckende Dekoration für sommerliche Salate und Tees.

Die jungen – möglichst vor der Blütezeit gesammelten - Blätter kann man wie Spinat zubereiten oder anderem Wildgemüse zugeben. Auch gemischten Salaten geben sie eine interessante Note.

Für Heilzwecke allerdings werden vor allem die Blätter verwendet. Sie haben den hohen Schleimstoffgehalt.

 

 

 

REZEPT:

Werden die Blüten mit kochendem Wasser übergossen, färben sie das Wasser blau, nach ein paar Minuten wird es grünlich. So schenken die Blüten jedem Tee eine kräftige, extravagante Farbe.

Die schleimbildenden Wirkstoffe allerdings sind hitzeempfindlich und entfalten sich am besten in kaltem Wasser.



Kaltauszug aus Malvenblättern und Blüten:

Ein getrocknetes Blatt und 2 Blüten in einer Tasse kaltem Wasser über Nacht ansetzten. Am nächsten Morgen abfiltern und das Malvenwasser leicht erwärmen. Nicht erhitzen. Schluckweise trinken.

Diese Informationen unserer Kräuterfrau stammen zum größten Teil aus der Volks- und Naturheilkunde.

Es handelt sich in der Regel um überlieferte Rezepte und Erfahrungswerte und nicht immer um in wissenschaftlichen Studien der Schulmedizin erwiesene Wirkungen.

Immer wieder gibt und gab es erstaunliche Erfolge in den verschiedenen Anwendungsbereichen der Phytotherapie, deshalb möchten wir Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.

Sie sollen aber keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt ihres Vertrauens dienen. 

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Für etwaige Probleme oder Schäden, die aufgrund der Anwendung unserer Rezepte und anderer Selbstbehandlung erfolgen, übernehmen wir natürlich keinerlei Haftung.

Jede Selbstbehandlung erfolgt auf eigene Gefahr.

Bitte beachten Sie, dass vor allem sehr wirksame Heilpflanzen immer ziemlich genau dosiert werden sollten. Durch Überdosierung kann sich das Gute durchaus zum Schlechten wandeln und die Inhaltsstoffe können unter Umständen sogar toxisch wirken.

 

 

 

Der Literatur-Tipp:

Mehr über die Malve und andere heilsame Pflanzen finden Sie in dem Buch:


Buch

Titel der Reihe:
„Essbare Wildpflanzen von A bis Z“
Autor:
von Eva-Maria Dreyer
Verlag:
herausgegeben im Kosmos Verlag, 2010
Genre:
Ratgeber
Preis:
49,90 €
Bestellnummer:
ISBN 3-440-11935-8

Letzte Änderung am: 06.07.2010, 00.37 Uhr

Sendezeit

Dienstag von 18.15 bis 18.45 Uhr
im SWR Fernsehen Baden-Württemberg