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Fernsehen im SWR

Kräuterfrau Rosmarie Bog Hagebutten

aus der Sendung vom Dienstag, 3.11.2009 | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg

Die Früchte mancher Rosensorten, insbesondere der Hunds- oder Hecken-Rose, sind bei uns als Hagebutten bekannt. Die prallen, roten Früchte sind im Herbst nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine der besten heimischen Vitamin-C-Quellen.

Dass die kleinen Früchtchen gut tun, wussten wohl schon unsere steinzeitlichen Urahnen. In ihren Siedlungen fand man Hagebuttenkerne. 

Später empfahl Hildegard von Bingen die „Hiffa“, wie sie die Früchte nannte, ganz konkret vor allem bei Lungenleiden und Magenverstimmung. 

Eine so lange bekannte, attraktive, wohlschmeckende und gesunde Frucht hat natürlich auch im Volks- und Aberglauben ihre Spuren hinterlassen. 

So glaubte man in vielen Gegenden, gegen Krankheiten aller Art gefeit zu sein, wenn man zu bestimmten Anlässen, zum Beispiel in der Neujahrsnacht, eine frisch gepflückte Hagebutte verzehrte. Kindern hängte man mancherorts zum Schutz vor Unheil Halsketten aus Hagebutten um. 

Heutzutage schätzt man die Früchte vor allem wegen ihrem hohen Gehalt an den Vitaminen A, B, E, K, P und vor allem C. Sie enthalten außerdem Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Zucker und Mineralstoffe. So voll guter Inhaltsstoffe stärken Hagebutten das Immunsystem und regen die Abwehrkräfte an.

Hauptanwendungsgebiete sind vor allem Erkältungen und grippale Infekte und wann immer ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf besteht und das Immunsystem gestärkt werden muss. 

Hagebutten wirken außerdem leicht harntreibend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Aus diesem Grund wirken Hagebutten auch lindernd bei chronischem Nieren- und Blasenleiden.


Einen Tee aus Hagebutten kann man unterschiedlich zubereiten:


1. als Abkochung:

Dazu etwa 1 Teelöffel zerkleinerte Hagebutten mit einer Tasse Wasser 10 Minuten kochen und mindestens eine Stunde abgedeckt ziehen lassen. 

Auf diese Weise werden viele wertvolle Stoffe aus den Schalen heraus gelöst, gleichzeitig geht natürlich ein großer Teil das Vitamin-C- Gehalts verloren. Obwohl die Früchte ziemlich widerstandsfähig sind.

 

2. als aufgegossenen Tee:

Dafür 1 Teelöffel zerkleinerter Hagebutten mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. 

Beide Tees sind nicht nur ausgesprochen wohltuend, stärkend und erfrischend, sondern schmecken auch noch köstlich - warm oder kalt getrunken und möglichst nicht gesüßt. 

Sie fördern die Harnausscheidung und wirken durch den Gehalt an Fruchtsäuren und Pektinen auch noch leicht abführend. Hagebutten eignen sich auch vorzüglich für eine köstliche und  vitaminreiche Marmelade oder das bekannte und vielseitig verwendbare Hagebutten-Mus. 

 


Rezept für Hagebuttenwein:

Ein Pfund getrocknete, zerkleinerte und am besten zerquetschte Hagebutten mit Zucker mischen und mit einem Liter guten Weißwein übergießen. In der Wärme etwa 3 Wochen ziehen lassen. 

Von diesem Hagebuttenwein ungefähr drei Schnapsgläschen voll am Tag trinken. Stärkt das Immunsystem, wirkt leicht harntreibend und tut einfach gut.

 

Der Literatur-Tipp:

Mehr über Hagebutten und anderes Heilsames aus der Natur finden Sie in den Büchern:

Buch

Titel der Reihe:
„Ernte am Wegesrand“
Autor:
von  Christine Recht, Max F. Wetterwald
Verlag:
herausgegeben im Ulmer Verlag, 2008
Genre:
Ratgeber
Bestellnummer:
ISBN 3-8001-4662-8

Buch

Titel der Reihe:
„Heilkraft aus dem Klostergarten“
Autor:
von Schwester M. Josefa Bölinger
Verlag:
herausgegeben im Kosmos Verlag, 2007
Genre:
Ratgeber
Bestellnummer:
ISBN 3-440-10949-6

Buch

Titel der Reihe:
„Wildfrüchte und Wildkräuter“
Autor:
von Gertrud Scherf
Verlag:
herausgegeben im blv Verlag, 2005
Genre:
Ratgeber
Bestellnummer:
ISBN 3-405-16870-8

Letzte Änderung am: 27.09.2008, 00.01 Uhr

Sendezeit

Dienstag von 18.15 bis 18.45 Uhr
im SWR Fernsehen Baden-Württemberg