aus der Sendung vom Dienstag, 7.2. | 18.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Die Erle besiedelt am liebsten feuchte Gebiete, wie Bachufer und Moorlandschaften. Im Herbst und Winter, wenn die Nebel aufsteigen meint man die Anwesenheit von Nebelgeistern und Elfen zu spüren.
In alter Zeit rankten sich viele Geschichten um die Erle und die Menschen begegneten ihr mit Respekt.
Die Erle war als Bauholz nicht beliebt, denn durch ihr porenreiches Holz siedelte sich gerne der Holzwurm an. Allerdings kann ihr Wasser nichts anhaben.
Das Holz fault im Wasser nicht, es saugt sich voll und wird dadurch noch härter. Wasserleitungen, Tröge und ähnliches wurden aus ihrem Holz gefertigt. Man kann sagen, halb Venedig steht auf Erlenpfosten.
Die Rinde der Erle hat schmerzstillende, fiebersenkende, kühlende und zusammenziehende Wirkung. Sie beruhigt die Schleimhaut.
Durch ihren hohen Gehalt an Gerbstoffen ist sie ein gutes Mittel bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten. Sie lindert Halsentzündungen und Rachenkatarrh.
REZEPT:
Tinktur aus Erlenrinde
Im Herbst oder Winter wird die Rinde der jüngeren Zweige abgeschabt und klein geschnitten. Ein Schraubglas mit Rinde füllen und 70% Alkohol darüber gießen.
Ca. 4 Wochen in der Wärme stehen lassen und regelmäßig schütteln. Abfiltern und in eine Braunglasflasche füllen. Haltbar ist die Tinktur ca. 5 Jahre.
Für Mundspülungen und zum Gurgeln, 10 Tropfen Tinktur in ein Schnapsglas mit Wasser geben. Im Akutfall sollte man die Anwendung alle 2 Stunden wiederholen.
!! Diese Informationen unserer Kräuterfrau stammen zum größten Teil aus der Volks- und Naturheilkunde.
Es handelt sich in der Regel um überlieferte Rezepte und Erfahrungswerte und nicht immer um in wissenschaftlichen Studien der Schulmedizin erwiesene Wirkungen.
Immer wieder gibt und gab es erstaunliche Erfolge in den verschiedenen Anwendungsbereichen der Phytotherapie, deshalb möchten wir Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten.
Sie sollen aber keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt ihres Vertrauens dienen.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Für etwaige Probleme oder Schäden, die aufgrund der Anwendung unserer Rezepte und anderer Selbstbehandlung erfolgen, übernehmen wir natürlich keinerlei Haftung.
Jede Selbstbehandlung erfolgt auf eigene Gefahr.
!! Bitte beachten Sie, dass vor allem sehr wirksame Heilpflanzen immer ziemlich genau dosiert werden sollten. Durch Überdosierung kann sich das Gute durchaus zum Schlechten wandeln und die Inhaltsstoffe können unter Umständen sogar toxisch wirken.
Literatur-Tipp:
Letzte Änderung am: 30.12.2011, 23.17 Uhr