Die Geliebte des Königs
Mätressen - Die geheime Macht der Frauen vom Freitag, 9.1.2009 | 0.30 Uhr | SWR Fernsehen
Ludwig XIV., "Sonnenkönig" und mächtigster Herrscher seiner Zeit, besitzt mehr als ein Schlafzimmer. In dem einen kleidet er sich vor den Augen der Höflinge zum Schlafengehen aus und zum Aufstehen an. In einem anderen Schlafzimmer besucht er die Königin. Doch wenn die Höflinge nach der abendlichen Zeremonie den König verlassen haben, schleicht er sich in den benachbarten Flügel des Schlosses - und verbringt die Nacht im Bett seiner Mätresse

Madame de Montespan (Suzan Anbeh), Madame de Maintenon (Christina Große) und Ludwig XIV. (Sylvester Groth).
Als Ludwig XIV. 1661 beginnt, sich eine Geliebte zu leisten, wird die Funktion einer Mätresse am Hof noch keineswegs selbstverständlich hingenommen. Mit seiner öffentlich gelebten Bigamie stellt sich der Sonnenkönig bewusst über christliches und staatliches Gesetz. Für die Frauen am Hof wie Madame de Montespan (1641-1707) reicht Schönheit allein nicht aus, um als Mätresse zu bestehen. Witz, gute Manieren, eine starke Persönlichkeit und ein außergewöhnliches Talent zum Intrigieren gehören ebenso dazu. Zimperlich geht die Montespan nicht zu Werke. Eine Nebenbuhlerin wirft sie mit der Unterstellung aus dem Rennen, die Dame leide an Lepra und Krätze.
In den vierzehn Jahren als Mätresse des Sonnenkönigs bringt die Montespan sieben Kinder zur Welt. Zur Erzieherin erwählt sie ihre Freundin Madame de Maintenon. Hier wird der Montespan bitter bewusst, dass der Hof ein Haifischbecken ist und dass man niemandem trauen kann. Ausgerechnet die Maintenon verbündet sich mit der Königin und dem Klerus, um den König von seinem ehebrecherischen Lebenswandel abzubringen. Und ausgerechnet die scheinbar so sittenstrenge Maintenon wird nach dem Fall der Montespan die neue Mätresse des Königs - und bringt ihn sogar dazu, sie heimlich zu heiraten.
Erst die französische Revolution macht dem Mätressewesen ein Ende. Die letzte offizielle Mätresse, Madame Dubarry, stirbt unter der Guillotine.
Letzte Änderung am: 16.12.2008, 11.59 Uhr