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SENDETERMIN So, 10.1.2016 | 11:15 Uhr | SWR Fernsehen

Als unsere Berge Skifahren lernten Pioniere im weißen Rausch

Es ist das vielleicht folgenreichste Ereignis in der Geschichte des Alpenraums - wie durch ein Wunder werden ausgerechnet die ärmsten Täler zu wahren Goldgruben, die entlegensten Dörfer zu florierenden Ferienorten. Und das alles wegen zwei schmalen Holzbrettern, die man sich an die Füße schnallt.

Skikurs im Jahr 1911

Skikurs im Jahr 1911

Skipioniere in der Stadt

Am Anfang sind es die Flachländler, die das Skifahren für sich entdecken, Bildungsbürger aus der Stadt, mit genug Muße für neuartige Freizeitvergnügungen. Im Winter 1888 sorgt der Münchner Buchhändler August Finsterlin für Aufsehen. Unterhalb des Monopteros-Tempels im Englischen Garten zieht er schwungvolle Spuren in den Schnee, auf 3,20 Meter langen Skiern, die er aus Skandinavien hat kommen lassen.

Eine Gruppe Skifahrer trägt ihre Skiausrüstung über ein verschneites Feld (nachgestellte Szene, zeigt die Anfänge des Skisports)

In den Anfängen des alpinen Skisports mussten Skifahrer ihre Skier noch bergauf tragen. (nachgestellte Szene)

Alpiner Rausch

Binnen kurzer Zeit bevölkern auch die Einheimischen die Hänge. Es entstehen Skischulen, Pensionen, Skiwerkstätten, Sportgeschäfte. Der weiße Sport sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung, insbesondere nachdem die Nationalsozialisten das Skilaufen instrumentalisieren - das Freizeitwerk "Kraft durch Freude" karrt Erholungssuchende aus dem ganzen Reichsgebiet in die Berge: Orte wie Ruhpolding oder Reit im Winkl werden zu blühenden Fremdenverkehrsgemeinden, und Garmisch-Partenkirchen, auch im Zuge der Olympischen Spiele 1936, zum führenden Wintersportort Deutschlands.

Ein Film von Katharina Schickling

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