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Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Report Redaktion ()
Datum: 01. Dezember 2008 17:55

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag zum Thema!

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nathan M. ()
Datum: 01. Dezember 2008 22:22

Ich finde es unverständlich, warum ein Politiker (Roland Koch), der sich mehrmals mit dem Thema beschäftigt hat, einfach lügt. Was hat das Land Hessen zu verlieren, wenn es sich beispielsweise bei Herrn Roth entschuldigt? Es wäre ein bisschen mehr Arbeit als sonst, aber das möchte anscheinend niemand machen. Meiner Meinung nach haben das Land Hessen und auch Herr Koch die Pflicht, sich bei Herrn Roth zu entschuldigen, und ihn gegebenfalls zu entschädigen, auch wenn es nicht machbar ist, jemandem 30 Jahre und Demütigungen zu ersetzen. Sollte diese Entschuldigung jemals ausgesprochen werden, so bleibt es jedoch Herrn Roth vorbehalten, die Entschuldigung anzunehmen.

Mit freundlichen Grüssen

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Halemann ()
Datum: 01. Dezember 2008 22:26

Leider darf man einen Befehl bei der Bundeswehr nur verweigern, wenn der Befehl eindeutig eine Straftat beinhaltet.

Alle anderen Befehle müssen bei allen berechtigten Zweifeln an der Rechtmäßigkeit zuerst einmal ausgeführt werden, sind aber hinterher Beschwerdefähig. Das hätte der gute Mann als Offizier im Dienstgrad Oberleutnant auch wissen müssen.


Interessant wäre, was der Verfassungsschutz dem Mann überhaupt vorwirft, so das er kein Beamter werden konnte.

Bitte halten Sie die Zuschauer auf dem Laufenden.


Mit freundlichen Grüßen

Heinrich Halemann

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: buddhakj ()
Datum: 01. Dezember 2008 22:54

Ich habe heute zum ersten Mal von diesem Fall gehört. Ich bin ziemlich wütend und ich wurde noch wütender, als ich von der Reaktion des Herrn Koch hörte. Aber das paßt zu ihm.

Ich habe nach der Sendung versucht, im Internet mehr über Herrn Roth zu erfahren, aber es ist nichts konkretes zu finden.

Wer weiß, wo man mehr erfahren kann. Ich würde gerne etwas dafür tun, Druck auf Koch und Konsorten auszuüben, um Herrn Roth noch ein paar Jahre in Würde zu ermöglichen.

Gruß

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: kopf_hoch ()
Datum: 01. Dezember 2008 23:52

Habe eben den Beitrag über Herrn Roth gesehen und bin noch sehr davon mitgenommen und mein ganzer Körper zittirt noch immer. Sogleich nach diesem Beitrag habe ich versucht hier bei „report-mainz“ die e-mail Adresse von Herrn Roth herauszufinden, um ihm mein tiefes Mitgefühl und Beistand auszusprechen. Da ich aber davon ausgehe, dass er vermutlich kein Internet hat (im Beitrag saß er vor einer Schreibmaschine), hoffe ich Ihm dies auf diesem Wege mitteilen zu können. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihm alles erdenkliche Gute - eine wirkliche Wiedergutmachung wird es wohl nicht geben, aber die Ewigkeit ist Ihm durch seine Aufrichtigkeit und Handeln durch sein Leben mit Sicherheit zuteil.
Auch ich selbst habe während meines Lehramtsreferendariats (ebenso Real- und Hauptschule) das hessische Beamten- und Behördensystem vor einigen Jahren von seiner sehr unschönen und ungerechte Seite kennen lernen dürfen, als ich an einer Schule eingesetzt worden bin, an der der Päd. Leiter in allen fünften Jahrgangsstufen ein Still- und Ruhezeichen des Lehrkörpers eingeführt hatte, das mit dem "Heil-Hitler" Handzeichen zum verwechseln ähnlich aussah - ich weigerte mich dieses zu machen (in Gegensatz zu den anderen Lehrer an dieser Schule), zudem da sich Schüler und Eltern darüber ärgerten. Seitens des Rektors und des Schulamtes hieß es lediglich, dass dieses Handzeichen mit dem rechten Arm für sich alleine nicht verboten sei, auch wenn die Schüler hierzu zu Beginn des Unterrichtes aufstehen mussten und es ebenso machen sollten. Es war nicht zu beanstanden. Ich wurde gemobbt und im Lehrerzimmer aufgrund meiner "Nichtdeutschen" Abstammung gehänselt und schwer diffamiert. Im Zweiten Staatsexamen ließ man mich durchfallen. Mein Traumjob als Lehrer ist mir allerdings bisher nicht vergönnt gewesen.
Der Glaube an das Gute und an die Grundwerte unserer Demokratie haben mich nicht nur überleben lassen, sondern später noch in Mainz mein Diplom in Pädagogik mit "gut" machen lassen. Hoffe, Herr Roth, Ihnen geht der Glaube nicht verloren und wünsche Ihnen alles Gute, Kopf hoch!

Hochachtungsvoll

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Claudia May ()
Datum: 04. Dezember 2008 00:12

Der Fall "Hans Roth" zeigt, mit welcher menschenverachtenden Verantwortungslosigkeit die Regierenden in der Bundesrepublik Deutschland gegen das Grundgesetz verstoßen und ihren Amtseid, mit dem sie sich zur Wahrung der Grundrechte verpflichtet haben, brechen.

Hier ist ein Leben systematisch und absichtsvoll vernichtet worden. Herr Roth wollte so nicht gelebt werden und seine Lebensträume radikal zerstört sehen, nur weil er sich an das Grundgesetz gehalten hat.
Dieser Mord auf Raten, an einem völlig unschuldigen Menschen, sollte strafrechtlich verfolgt werden! Der Zynismus mit dem ein Roland Koch diesen Fall quittiert, ist mehr als nur verachtenswert; er müsste in einem Rechtsstaat zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Ich erwarte, dass Herr Roth von der amtierenden Bundesregierung unverzüglich rehabilitiert wird, und das nicht nur moralisch. Es müsste doch möglich sein, eine öffentliche Petition zum Mitzeichnen abzufassen und dem Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages vorzutragen.

Herr Roth braucht uns und wir alle sind nicht nur in diesem Fall gefordert, wenn Politiker "Im Namen des Volkes" das Recht des einzelnen auf ein menschenwürdiges Leben vorsätzlich missachten. Das ist Missbrauch öffentlicher Gewalt gegen den Willen des Volkes!

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: buddhakj ()
Datum: 08. Dezember 2008 22:28

Ich würde mich an einer Petition beteiligen. Ich hätte aber gerne mehr Informationen,

Liest denn die Redaktion hier nicht mit?

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: buddhakj ()
Datum: 04. Januar 2009 14:04

Ich habe unter kandidatenwatch.de den hessischen Justizminister, Jürgen Banzer, zu dieser Angelegenheit angeschrieben. Das Ergebnis ist, wie ich es ehrlich gesagt erwartet habe, eine ausweichende Antwort.

Unter anderem schreibt Herr Banzer: Lassen Sie mich bitte noch darauf hinweisen, dass die ARD keinerlei Stellungnahme unseres Hauses erbeten hat und auf Unterlagen Bezug nahm, die unserem Hause nicht vorlagen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.09 15:59.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Richard Eckhardt ()
Datum: 12. April 2009 23:15

Recht haben und Recht kriegen ist eben auf dem Planeten Erde nicht immer dasselbe - das erfahre ich seit ca. 21.117 Tagen, die ich hier verbracht habe.
Auch ich wurde 1990 in Hamburg 39-jährig als "Beamter auf Lebenszeit" aus meinem Lehrerberuf gemobbt.
Auch ich mußte 2006 für eine Meinungsäußerung ca. 6.000 Euro bezahlen.
Heute erfuhr ich durch einen Zufall von einem Prozeß, der in meinem Geburtsjahr stattgefunden hatte: dem Werdauer Oberschülerprozess, in dem 19 Schüler für die Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte zu bis zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden waren.
Da habe ich gedacht: "Danke, lieber Gott, daß ich so glimpflich davon gekommen bin."
Es ist eben alles relativ.
Wichtig ist: Ich habe meinen Mund aufgemacht gegen das Unrecht und kann daher ohne Ekel in den Spiegel schauen.
Die Werdauer Oberschüler und Herr Roth können es auch - kann Herr Koch es auch?

Die Herrschenden können uns Unrecht zufügen - unsere Selbstachtung aber nehmen sie uns NICHT.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.09 12:26.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 19. April 2009 16:32

Sehr geehrte Damen und Herren!

Weil ich mich nicht mit dem „Menschen- und Sachverhalt“ (Hans Roth) abfinden kann, den ich durch die „Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008 erfahren habe, versuche ich seit Monaten, alle möglichen Menschen um Hilfe bei der Abhilfe zu bitten. Dabei habe ich mehrfach Menschen erreicht, die mich sehr in meinen Bemühungen unterstützen. So gab die Antwort der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Ausschlag für Folgendes:
Am 19. März habe ich sowohl beim Petitionsausschuß des Hessischen Landtages als auch bei demjenigen des Deutschen Bundestages eine Petition für Herrn Roth eingereicht, die, von den jeweiligen Referenten vom BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, der FDP und der SPD begleitet, inzwischen auch ihre Petitionsnummern erhalten haben. Der Petitionstext und die meisten der zu ihr gehörigen Dokumente und mein „Nachtrag“ zu ihr sowie die aktuellen Erklärungen von Hans Roth selber (die letzte vom 17. März 2009) stehen inzwischen im Internet und sind für jeden jederzeit verfügbar.
Diese Formulierung nimmt Bezug auf einen Brief von Herrn Ministerpräsident Roland Koch an mich vom 5. Januar 2009, in dem er mir schrieb, der „Fall Roth“ sei „indessen anders gelagert“ als ich dächte: „Ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen ist Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden. Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, sind nicht mehr verfügbar.“
Da ich hier keine Links angeben darf, möchte ich Sie bitten, zum Beispiel in der Suchmaschine „Yahoo“ den Suchbegriff „Petition für Hans Roth“ einzugeben. Dann gelangen Sie schnell zu den entsprechenden Links.
Ich wäre glücklich, über Sie vielleicht wieder Menschen (für meine Petition) für Herrn Roth erreichen zu können, und verbleibe in der ernsthaften Hoffnung auf eine „Lösung“ des „Falles“ Hans Roth sowie
mit freundlichen Grüßen

Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 25. April 2009 19:32

Sehr geehrte Damen und Herren!
Weil der obige Texte so schrecklich aussieht, will ich ihn nochmals kurz fassen:
Unter dem Suchbegriff
Petition für Hans Roth
erreichen Sie verschiedene Links auf den Petitionstext, meinen Nachtrag dazu und zu vielen Dokumenten und Dokumentationen von und über Hans Roth sowie Erklärungen, Briefen und seinem Politischen Testament.
Ich wäre glücklich, an einer möglichst großen Öffentlichkeit für Herrn Roth beitragen zu können!
In diesem Sinne verbleibe ich
Hochachtungs- und hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 06. Juni 2009 20:39

Sehr geehrte Damen und Herren!
Unter dem Suchbegriff
Heftklammer Hans Roth
finden Sie neue Informationen auch als PDF zum Herunterladen über Hans Roths Geschichte, die immer weitergeht. Denn wer sich nur ein bißchen mit Sprache beschäftigt, weiß, daß Menschen gewisse Wörter nicht zufällig gebrauchen.
Weiterhin voller Hoffnung auf alles, was Sie oder sonst jemand für Hans Roth tun, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 11. Oktober 2009 18:20

Sehr geehrte Damen und Herren!
Die neue Erklärung von Herrn Hans Roth vom 23. September 2009 und neue Informationen über Antworten der Evangelischen Kirche und Anderer finden Sie im Internet als Kommentar 41 und 42 bei Aljas (Suchbegriff Hans Roth Petition). Es ist ein Fortsetzungsroman und ich möchte Sie ganz herzlich bitten, die neuen Informationen zu lesen und meine Petition mitzuzeichnen!
Vielen herzlichen Dank für alles, was Sie für Herrn Roth und damit für unsere Republik tun können!
Hoffnungsvoll
Nadja Thelen-Khoder
NadjaThelen-Khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 04. April 2010 11:38

Sehr geehrte Damen und Herren!

Nun ist über ein ganzes Jahr vergangen, und ich habe einen kleinen Eindruck davon gewonnen, was es heißt, über 35 Jahre einen Rechtsstreit nach dem anderen geführt zu haben. Um so mehr stehe ich in der Verpflichtung, mich als kleines „Schüler-Menschlein“ für Hans Roth und unsere Republik einzusetzen, und nehme das diesjährige Osterfest als nicht zufällig gewähltes Datum für die Veröffentlichung seiner neuen Erklärung vom 7.3.2010 in Richtung Evangelische Kirche. Diese neue Erklärung finden Sie im Internet unter dem Suchbegriff Hans Roth Petition bei Aljas-Blog.
Möge meine Petition Erfolg haben und sich Recht und Gesetz nach so vielen Jahren durchsetzen!
Frohe Ostern!
Mit hoffnungsvollen Grüßen

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 19. Mai 2010 04:16

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Email von Thorsten Schäfer-Gümbel:

Ihr Schreiben vom: 3.4.2010
Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
vielen Dank für Ihr Schreiben, Herr Roth kann sich sehr glücklich schätzen, eine solche Verfechterin seiner Rechte zu haben.
Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass weder ich, noch die SPD-Landtagsfraktion zum jetzigen Zeitpunkt Einfluss auf Ihre im Landtag bereits anhängige Petition nehmen können.
Diese befindet sich momentan im Geschäftsgang, so dass es den Abschluss des Petitionsverfahrens abzuwarten gilt.
Ich verspreche Ihnen jedoch, mich für eine zügige Abhandlung einzusetzen!
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Schäfer-Gümbel

Wie könnte ich daran zweifeln, daß sich Recht und Gesetz in unserem Rechtsstaat am Ende durchsetzen, bei so vielen Fürsprechern wie Gerhart Baum, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Alfred Grosser, Johannes Rau, Heinrich Böll, Hans Koschnick u.v.a.m. ?

Voller Hoffnung auf und Glauben an und Liebe zur Rechtsstaatlichkeit und zur Verfassung der Bundesrepublik Deutschland („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Art.1,1 GG) verbleibe ich

mit freundlichsten Grüßen

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 23. Mai 2010 15:46

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es gibt keine Zufälle! Wenn man am richtigen Ort ist, wenn man am richtigen Punkt arbeitet, gibt es keine Zufälle! Als tief religiöser Mensch und überzeugter und loyaler Staatsbürger meiner Republik, feiere ich heute den 23. Mai 2010 und wünsche uns allen von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele ein frohes Pfingstfest und ein würdiges Gedenken an das Inkraftreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949. Näheres lesen Sie bitte unter dem Suchbegriff Hans Roth Petition in Aljas Blog.
Mit freundlichsten Grüßen
Ihre
Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 01. Juli 2010 11:13

Sehr geehrte Damen und Herren!

Vor einigen Tagen bekam ich einen Brief vom Hessischen Landtag folgenden Inhalts:

Beschluss des Hessischen Landtages zur Petition Nr. 00263/18
Eingabe vom 19.03.2009 für Hans Roth
Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
der Hessische Landtag hat in seiner 49. Plenarsitzung am 23.06.2010 beschlossen, die Petition der Landesregierung mit der Bitte zu überweisen, den Petenten über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten.
Sie werden von dem zuständigen Ministerium weitere Nachricht erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Bicking

Hochachtungs- und hoffnungsvoll

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 22. Juli 2010 01:17

Sehr geehrte Damen und Herren!

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht langsam müde würde; ob ich wirklich nach so langer Zeit noch hoffe, etwas erreichen zu können.

Aber wie sollte ich müde werden, wie sollte ich meine Hoffnung verlieren, da ich nicht gegen etwas oder jemanden an-, sondern für etwas bzw. jemanden eintrete?

Gut’ Ding will Weile haben! Das sagt der berühmt-berüchtigte Volksmund, und er weiß auch: Nur wer aufgibt, der hat verloren! Letzteres trifft unbedingt zu, wenn man FÜR etwas Gutes streitet. Und was könnte es Besseres geben als unser Grundgesetz, unsere Republik, unseren freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat?

Und so bitte ich Sie, das neue Antwortschreiben aus dem Hessischen Kultusministerium und meinen Kommentar Nr. 49 zu lesen; beides finden Sie unter dem Suchbegriff
Hans Roth Petition
in AljasBlog. Bitte setzen Sie sich für Herrn Roth und meine Petition für ihn ein.

Im voraus meinen allerherzlichsten Dank!

Hochachtungs- und hoffnungsvoll

Ihre
Nadja Thelen-Khoder
Nadjathelen-khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 22. Juli 2010 01:26

Heute fand ich einen Brief in meinem Briefkasten, dessen Inhalt ich Ihnen im Wortlaut anhängen möchte mit der Bitte, sich in Aljasblog über den Menschen- und Sachverhalt näher zu informieren und sich an meiner Petition zu beteiligen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Hessisches Kultusministerium
Postfach 3160, 65021 Wiesbaden
Luisenplatz 10, 65185 Wiesbaden
Telefon: (0611) 368-0
Telefax: (0611) 368-2099
Geschäftszeichen: Z.1-Fi - 450.000.006 – 246
Bearbeiter: Herr Dr. Fischer
Durchwahl: 2107
Ihre Nachricht vom 19. März 2009
Datum: 15. Juli 2010

Ihre Petition an den Hessischen Landtag Nr. 00263/18 vom 19. März 2009 für Herrn Hans Roth

Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,

der Petitionsausschuss des Hessischen Landtages hat Ihre Petition in seiner Sitzung am 17. Juni 2010 beraten. Der Hessische Landtag hat gemäß der Empfehlung des Petitionsausschusses beschlossen, Ihre Petition der Landesregierung mit der Bitte zu überweisen, Sie über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten. Dem komme ich mit diesem Schreiben gerne nach.

Sie möchten mit der von Ihnen eingereichten Petition im Wesentlichen eine moralische und juristische Rehabilitation für Herrn Hans Roth erreichen. Sie gehen davon aus, dass Herr Roth in den 1970er Jahren nicht im Schuldienst des Landes Hessen arbeiten durfte und zu Unrecht als Beamter abgelehnt wurde.

Ihr Anliegen wurde umfassend geprüft. Hierzu wurde umfangreich nach noch vorhandenen Unterlagen über Herrn Roth recherchiert. Nach eingehender Untersuchung ist festzustellen, dass die Ausführungen von Herrn Roth, auf die Sie sich ebenso wie die entsprechenden Medienberichte stützen, die tatsächliche Sach- und Rechtslage nicht vollständig und zutreffend wiedergeben. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann ich Ihnen allerdings ohne ausdrückliche schriftliche Einverständniserklärung von Herrn Roth keine Auskunft über einzelne personenbezogene Daten geben. Im Ergebnis muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihrer Petition nach Prüfung der Sach- und Rechtslage und der Beratung im Petitionsausschuss nicht entsprochen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Dr. Fischer

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 01. August 2010 23:55

„Erklärung zu Aktenzeichen 263/18, 24.6.2010

1. Lautlose Hiebe aus Dunkelkammern sind nach Kant grundsätzlich und immer Unrecht: „Alle auf das Recht anderer Menschen bezogenen Handlungen, deren Maxime sich nicht mit der Publizität verträgt, sind Unrecht.“ (Zum ewigen Frieden, Nachwort)
2. Unrecht am Ende des Rechtsweges: mein Rechts-Berater Ulrich Klug, Justizsenator a.D. und Rechtsphilosoph und Autor der „Juristische(n) Logik“, hielt das für ausgeschlossen – wie der Bundespräsident Johannes Rau, der mich schriftlich rehabilitierte. Skeptischer war da der Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll, der mir seine Befürchtung mitteilte, ich könnte „Rechtstaat als Trick“ erleben.
3. Das Verschwinden oder Verschwindenlassen der Gerichtsakte in der Staatskanzlei (Mitteilung des Hessischen Ministerpräsidenten) – nach dem Raub derselben bei meinem CDU-Bruder und mir – ändert nichts an der Tatsache, dass das Land Hessen in einer rechtshistorischen Entscheidung zu 100% mit Rechtskraft verurteilt worden ist; die Nichtachtung des Rechts durch den Staat ist nach Ulrich Klug Verfassungsbruch, das schwerste Verbrechen in einer politischen Demokratie.
4. Verurteilt wurde insbesondere die Umfälschung des Offiziers, der sein Gewissen gebraucht hatte, in einen „Kommunisten“ und „Extremisten“ – der er nie war, wie zuletzt der Bundesinnenminister a.D. Gerhart Baum öffentlich bestätigte. Diese Umfälschung ist das Werk der geheimen CDU-Organisation „Aktion 76“, deren politischer Führer, der CDU-Abgeordnete Runtsch, den vermeintlichen Übeltäter als solchen an die Öffentlichkeit zerrte.
5. Dagegen – und gegen die Folgen, geheime Verhöre und Ablehnungen (12) und Berufsverbote (die Nazi-Formel „fehlende charakterliche Reife“ war der Höhepunkt)- wandten sich viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter sogar, und zwar schriftlich, ein Verfassungsschutz-Präsident, das CDU-Mitglied Christian Lochte. – Am Ende seines Lebens teilte mir Willy Brandt sein Bedauern mit.
6. Ulrich Klug, der über meinen Rechtsweg – und den Gesetzes-Entwurf, der später „Stasi-Gesetz“ wurde – begeistert war, teilte mir sehr persönliche Dinge mit, die auf unterbrochene Lebenslinien in Deutschland aufmerksam machen; wie sein bester Freund zuerst mit der Formel der „fehlenden charakterlichen Reife“ belegt wurde und dann in einem Lager verschwand; wie er seine jüdische Verlobte (die als seine Frau bei dem Gespräch anwesend war) mit einer List aus einem Zug nach Auschwitz befreite.
7. Unrecht am Ende des Rechtswegs: der Schwerkriegsversehrte aus dem „Kalten Krieg“, dem langen (37 Jahre sind eine lange Zeit), der an Krebs Erkrankte, der vermutlich sein letztes Lebensjahr erlebt, bleibt weiterhin mit einer Nazi-Formel verboten; Wiedergutmachung gibt es nicht, trotz rechtskräftiger Verurteilung. Gut ist dagegen nur jene deutsche Humanitätssteigerung, nach der auf mich nur Obdachlosigkeit wartet.
8. Der arme Poet muß arm bleiben, wenn er Poet bleiben will; so lautet die dialektische Lehre des lautlosen Hiebs aus der Dunkelkammer. – „Poet“ kommt von einem griechischen Wort, das soviel heißt wie „schaffen“; ich habe ein Buch geschrieben, das das Gesagte mit Dokumenten unterfüttert, und auch dafür einen Verleger, der kein banges Häschen sein darf. Ich folge damit einem Rat von Hannah Ahrendt, die auf den politischen Segen einer mutigen und ehrlichen Aussprache vertraut.
9. Der „Kalte Krieg“ fand nicht nur im Osten statt. So gut und wichtig und nützlich es war, sich gründlich mit dem Totalitarismus im Osten auseinanderzusetzen, so gut und wichtig und nützlich wäre es, sich mit totalitären Aspekten im Westen auseinanderzusetzen, insbesondere mit dem Archipel „Gladio“. Dazu nächstens mehr.

Hans Roth“

Bitte geben Sie diese Erklärung an möglichst viele Bürger weiter, auf dass der kleine David mit dem großen Goliath sprechen kann.
Im voraus meinen allerherzlichsten Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis und alles, was Sie für Herrn Roth tun können!
Mit freundlichen Grüßen

Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 08. August 2010 05:16

Sehr geehrte Damen und Herren!
Bitte lesen Sie meinen neuen Beitrag in AljasBlog, auf den Sie verlinkt werden, wenn Sie die Suchbegriffe Hans Roth Petition eingeben. Leider ist in diesem Forum zu wenig Platz für die Wiedergabe des Briefes an mich vom Hessischen Landtag bezüglich meiner Petition für Hans Roth, den ich heute in meinem Briefkasten fand und mit dem ich mich in Anbetracht der vielen Äußerungen, Dokumente und Dokumentationen, die auch auf AljasBlog einzeln verlinkt sind, einfach nicht abfinden kann.
Und so bitte ich Sie hiermit ein weiteres Mal um Ihre Hilfe und danke Ihnen im voraus für alles, was Sie für Hans Roth, mich und meine Petition für ihn und damit für unsere Republik und also für sich selbst tun können. Denn: Der Staat sind wir alle, und was wir einem seiner kleinsten Bürger bzw. einem unserer geringsten Brüder nicht getan haben, das haben wir uns nicht getan.
Bitte helfen Sie Hans Roth und mir! Wie heißt es so schön? Du bist Deutschland!
Hochachtungs- und hoffnungsvoll
Ihre
Nadja Thelen-Khoder
nadjathelen-khoder@web.de

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: leibovitz ()
Datum: 17. August 2010 15:16

Ich bin schockiert. Hatte zwar schon im Fernsehen davon gesehen, mich aber nicht genügend intensiv damit beschäftigt. Jetzt, als ich mir die Zeit nahm, mich noch einmal hineinzulesen, weiss ich nicht, soll ich wütend oder traurig sein. Da wird ein Kirchenmann, der Kindern Schreckliches angetan hat, hoch bezahlt in Rente geschickt. Auf der anderen Seite wird ein aufrechter Gerechter geächtet und krank und mittellos im Stich gelassen. Warum aber wundert mich das nicht? Ist es möglich, dass dieser (noch) hochrangige Politker gar kein Mensch zum Anfassen ist, weil zu glatt???? Was Wunder, dass immer mehr Menschen in unserem Land verstummen, weil sie resignieren. Nach dem Krieg wussten die Leute, wofür sie kämpfen, und sie sahen auch einen Erfolg. Heute kämpfen wir auch noch, aber die Lokomotive, die die Politiker ins Tal rauschen lassen, können wir mit all unser Kraft nicht aufhalten. Keine Perspektive - keine Motivation.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 01. Januar 2011 02:45

Jede Perspektive - jede Motivation!

Wer FÜR etwas oder jemanden arbeitet, hat nur verloren, wenn er aufgibt, denn das Gute braucht einen langen Atem und möglichst viele, die mit anpacken.

Aljas Blog und der Spiegelfechter (Suchbegriff Petition Hans Roth) waren so freundlich und haben unter anderem die letzte Erklärung von Herrn Hans Roth veröffentlicht. Zugegeben: Auch ich habe einige Monate gebraucht, um die für mich wirklich niederschmetternde längere Antwort des Hessischen Kultusministeriums zu verkraften - ich habe immer gehofft, es werde noch eine andere Antwort eintreffen. Aber wie sagte Hans Roth?

Auch wenn im Schauspiel Wilhelm Tell auf einen Apfel geschossen wird, ist es kein Anti-Obst-Stück.

Dem Himmel sei Dank, daß dieser Mensch seinen Humor behalten hat!

Und ich meine Hoffnung auch nicht. Wie heißt also unsere Devise? Weitermachen - denn schon der berühmt-berüchtigte Volksmund weiß: Gutes Ding will Weile haben.

Mit der Bitte um Hilfe

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: hansdampf63 ()
Datum: 09. Januar 2011 15:56

Liebe Natja Thelen-Khoder,

Ihre "philosophischen Weisheiten" sind schon beachtlich.

Sie erwähnen auch mal Kant ( mein Lieblings-Philosoph... ).

Kant sagte aber auch: Habe Mut, deinen Verstand zu gebrauchen, oder so...

Gruß Hans.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 28. Mai 2011 01:20

Sehr geehrter „hansdampf63“!

Ich bin und bleibe nun einmal ein Amateur (von „amare“=lieben), und als solcher bemühe ich mich auch redlich, meinen Verstand zu gebrauchen. Aber gerade deswegen möchte ich Ihnen eines meiner absoluten Lieblingsgedichte an Herz und Verstand legen:

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

Und wie sagt der berühmt-berüchtigte Volksmund? Gut’ Ding’ will Weile haben!

Voller Glauben, Liebe und Hoffnung verbleibe ich

Nadja Thelen-Khoder

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 28. Mai 2011 01:23

Nach diesem kurzen Ausflug nun aber wieder ganz konkret:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Herr Roth hat mich gebeten, seine neue Eidesstattliche Erklärung weiterzugeben. Diese Erklärung vom 24. Mai 2011 steht jetzt als Kommentar 56 auf Aljas Blog (Suchbegriff Petition Hans Roth).

[link entfernt; siehe Forumsregeln]
(Kommentar 56)

In der Hoffnung auf eine gute „Lösung“ für den „Fall“ Hans Roth verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Nadja Thelen-Khoder



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.11 23:26.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 09. März 2012 14:48

Neue Erklärung von Hans Roth

Die neue Erklärung von Hans Roth vom 24. Februar 2012 finden Sie – wie vieles Andere – in Aljas-Blog (Suchbegriff "Petition für Hans Roth"). In der Hoffnung, dass seine Anlagen (Anmerkung) im Internet eingestellt werden können, und vor allem auf eine gutes Ende dieser leidigen Geschichte verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ihre
Nadja Thelen-Khoder

Anmerkung:

1. Der große Zeitungsartikel in der Frankfurter Rundschau“ vom 12. Februar 1977,
2. der Brief von Ulrich Klug an Hans Roth vom 17. Juli 1985,
3. der Brief von Gottfried Milde an den Hessischen Kultusminister Karl Schneider von 1986
4. sowie der Brief des Persönlichen Büros von Willy Brandt („Willy Brandt hat ihre Bitte gern aufgegriffen und sich an die Hessische Landesregierung gewandt mit der Bitte, Sie wieder in den Staatsdienst aufzunehmen“) vom 24. November 1988

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 11. Oktober 2012 00:15

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn ich an die Report-Mainz Sendung vom 1.12.2008 zurückdenke (Link zu ihr in meiner Petition, alles verlinkt auf „Aljas Blog“; Suchbegriffe „Petition für Hans Roth“), sehe und höre ich immer wieder drei Menschen vor mir, die mich so fesseln:
1. Alfred Grosser, den ich u.a. aus dem Buch von Paul Noack „Was ist Politik“ kannte, zu dem er ein Geleitwort geschrieben hatte. Es war 1976 „vom Land Nordrhein-Westfalen beschafft und für Zwecke der politischen Bildung kostenlos abgegeben worden“ (Klappentext).
Und dieser Alfred Grosser hatte in oben genannter Sendung gesagt, Hans Roth habe nie einen Pfennig bekommen und ihm stünde eine enorme Wiedergutmachung zu.
2. Gerhart Baum, den ich noch als meinen Innenminister erlebt und besonders in den letzten Jahren immer wieder als hervorragenden Anwalt des Rechts kennengelernt habe (z.B. in der Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung).
Dieser Gerhart Baum sprach von der längst überfälligen juristischen Rehabilitation von Hans Roth, der auch noch völlig zu Unrecht unter den Radikalenerlaß gefallen sei.
3. Hans Roth, der krebskrank am Meer steht und in die Weite blickt – nach dem er immer und immer wieder alle möglichen Menschen angeschrieben und um Hilfe gebeten hat.
„Was Ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan. ... Und was Ihr einem meiner geringsten Brüder nicht getan habt, dass habt Ihr mir nicht getan“, sagt Jesus Christus. Und diese Quadriga verpflichtet mich, weiterhin zu versuchen, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass der kleine David doch noch Gehör findet und sein Recht bekommt.

Hans Roth hat mich gebeten, seinen Brief an unseren neuen Bundespräsidenten, Herrn Joachim Gauck, zu veröffentlichen. Er habe ihn im Mai an den Bundespräsidenten persönlich geschrieben, aber auch von ihm keine Antwort bekommen. Und so möchte ich Sie hiermit bitten, nun auch Ihrerseits diesen Text von Herrn Roth weiterzugeben, auf dass der „Fall Roth“ endlich doch noch so Gott will zu einem guten Ende findet.

Zugegeben: Ich verstehe auch von diesen seinen Zeilen wieder einmal nur einen Bruchteil. Aber ich komme einfach nicht umhin, bei so vielen Ungereimtheiten und bei so honorigen Fürsprechern für Hans Roth, wie sie in den beiden Report-Mainz-Sendungen von 1978 und 2008 aufgelistet werden, mein völliges Unverständnis darüber zu äußern, dass sich anscheinend für den krank und mittellos dastehenden vornehmen und älteren Menschen noch nichts verbessert hat.

Wie sollte ich kleines Lichtlein mich damit abfinden können, wo doch so große Menschen wie Gerhart Baum und Alfred Grosser sich derart für ihn ausgesprochen haben?

Mit der nochmaligen Bitte um Hilfe verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ihre hoffnungsfrohe

Nadja Thelen-Khoder

Hans Roth bat mich, vor seinen Brief an den Bundespräsidenten noch die folgenden Zeilen zusetzen:

„Vor einer Vollnarkose, vor einer Herzoperation habe ich etwas Angst und viel Freude. Freude, gelebt, gekämpft, widerstanden zu haben 4O Jahre lang, also existiert im Sinne Spinozas (und der Menschenrechts-Erklärung von 1789). – Vor 4O Jahren schickte mich G. Wallraff in ein „geheimes Folter-Lager auf deutschem Boden“ (seine Worte); für das Einschleichen mit einer homerischen List wurde der Offizier von einem geheimen Militär-Tribunal mit der Höchststrafe belegt. Es folgten immer neue Berufsverbote (zuletzt mit einer Nazi-Formel) und ein Prozess in 14 Instanzen. Nach dem Sieg im „3O-jährigen Krieg“ rehabilitierte mich der Bundespräsident Rau zwar formal, aber es blieben eine Menge Blockaden in Sachen Wiedergutmachung, bis zur letzten Berlin-Blockade (s. Anlage). – Bettelarm, habe ich die letzten Winter bei 17 Minus-Graden in einem kaum beheizbaren Haus nur knapp überlebt – und mir eine Herzerkrankung zugezogen; vielleicht kann man verstehen, dass ich keine Lust habe zu erfrieren. Der einst staatlich geprüfte „Extremist“, der noch immer nicht aufgibt, macht noch einmal darauf aufmerksam, dass die Nichtachtung des Rechts in einer politischen Demokratie das schwerste Verbrechen ist, dass also „Extremisten“ die Seite wechseln können – und veröffentlicht eine Art alternatives Wörterbuch politischer Philosophie.“

Und nun folgt sein Brief

An den Bundespräsidenten
Joachim Gauck
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

als Autor des „Stasi“-Gesetzes grüße ich den neuen symbolischen Citoyen; als einfacher Citoyen stelle ich mich kurz vor mit einem Fernseh-Bericht in ARD Report Mainz vom 1.12.2008 (Stichwort „Berufsverbot“). – In dieser märchen-haften Kürzestfassung einer Geschichte, die länger gedauert hat als 100 Welt-Umseglungen und in der Homers „Ilias“ und „Odyssee“ viermal vorkommen, ist von einem Empfang bei Ihrem Amtsvorgänger Johannes Rau die Rede. In einem langen Rehabilitations-Gespräch nach einem Sieg in einem „30-jährigen Krieg“ auf dem Rechts-Weg ging es im Wesentlichen um die geheime Armee „Gladio“ im Hintergrund; auf deren Geschichtsmacht stieß Herr Rau, als er versuchte, der symbolischen Rehabilitierung die wirkliche folgen zu lassen. Telefonische Mahnungen, das Recht zu achten, schlug der Hessische Ministerpräsident in den Wind; er legte sein Veto ein – gegen eine Warnung des Bundespräsidenten, gegen seine zuständigen Fach-Minister, gegen seine eigene Partei (die „Wiedereinsetzung in den status quo ante“ verlangte), gegen Petitionen von Spitzenpolitikern (G. Baum, W. Brandt, S. Manholdt), gegen Einlassungen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie H. Böll, A. Grosser, H. von Hentig, U. Klug, D. Sölle, K. Traube, G. Wallraff – und Petr Uhl, dem im „Prager Prozeß“ als „Rädelsführer der Charta 77“ zur Höchststrafe verurteilten Sprecher.

G. Wallraff hatte mich einst gebeten, mich einzuschleichen in ein geheimes „Gladio“-Lager; er kannte nur einen Offizier, der das konnte. Für meinen Inside-Report, dessen Wahrheitsgehalt nur kurz bestritten wurde und den eine allgemeine Zensur traf (s. Anlage), wurde ich doppelt und dreifach bestraft: mit der militärischen Verurteilung durch ein geheimes Tribunal, mit einer politischen Umfälschung in einem „Kommunisten“ und „Extremisten“ (was gerichtlich geprüft wurde), mit geheimen „Anhörungen“ und lebenslänglichem Berufsverbot mit Nazi-Formel bis heute. Später dann, nach einer grundsätzlichen Klage im Sinn des „Stasi“-Gesetzes und nach einem ersten spektakulären Gerichtserfolg (s. Anlage), schrieb der Verfassungsgerichts-Präsident E. Benda ein geheimes Buch zu meinem Prozeß, das mir der Verfassungsrichter M. Hirsch zu lesen gab und über dessen Inhalt ich mich kürzlich geäußert habe, nach der Auflösung von „Gladio“ (s. Anlage: eidesstattliche Erklärung). Bei der Lektüre wurde mir klar, wie gefährlich ich war: der Satz „Wer die Daten hat, hat die Macht“ machte deutlich, dass es im Wahn um die Machtfrage ging. Dementsprechend folgte der Autor dem Hinweis Spinozas, dass Macht die Dreiheit von Gewalt, List und Zeit ist; alle drei müssten eingesetzt werden, um den Kläger verlieren und untergehen zu lassen; die Zeit-Struktur eines Individual-Lebens ist nun mal sehr verschieden von der der Macht.

Ich werde nun bald 70 Jahre alt und möchte gern mein Nomadenleben zwischen Rebschnitt und Olivenernte, also meine steile Hilfsarbeiter-Karriere nach „mit Auszeichnung“ bestandener Staatsprüfung beenden (s. Anlage: Obdachlosen- und Hilfsarbeiter-Bücher im Anabas-Verlag; Troubadour-Buch in Ed. Velours). Auch habe ich keine Lust, einem zweiten Winter mit 17 Minus-Graden ohne Dach ausgesetzt zu sein, nach soeben überstandenem Krebs und einer Herz-Attacke, die ich der Erde als Bett und und dem Himmel als Decke verdanke. Anders gesagt: Ich brauche dringend bis dringendst die reale Rehabilitierung mit Geld als Mittel zum Ausgleich von Mängeln, also Wiedergutmachung nach Art. 3,3 GG und Rente. – Sollten Sie die Rechtsgrundlage einsehen wollen, so können Sie das letzte Exemplar des umfangreichen Gerichts-Dossiers bei Ihnen im Bundespräsidialamt finden (hoffentlich); das vorletzte Exemplar ist kurz vor dem Ausscheiden des Ministerpräsidenten Koch aus dem Amt aus der Hessischen Staatskanzlei „verschwunden“ (amtliche Mitteilung); die beiden anderen Exemplare verschwanden bei meiner Familie und mir bei gewaltförmigen Einbrüchen zum gleichen Zeitpunkt.

Das Veto des Hessischen Ministerpräsidenten nach der telefonischen Warnung, Verfassungsbruch zu begehen, wiederholte sich nach dem Fernseh-Bericht; die Folge war diesmal eine öffentliche Internet-Aussprache voller heiligem Zorn bei allen Protagonisten von „parrhesia“ und „agora“. – Ich schwieg dazu; ich hatte ja vorher einem bibelfesten Bundespräsidenten gesagt, was ich zum heiligen Zorn in Mt. 10 zu sagen hatte, mit dem abschließenden Satz: „Der Mann dient fremden Herren.“ – Mit einer – nur für Experten erkennbaren – „Gladio“-Warnung endete die Debatte.

Heute ist „Gladio“ aufgelöst und nicht mehr geschichtsmächtig; da können Dinge gesagt werden, die vor kurzem noch nicht saget werden konnten: in Ländern mit schlummernder Struktur mehr, mit aktiver Struktur weniger. Heute kann in dieser neuen Lage ein neuer symbolischer Citoyen mit seiner besonderen Sensibilitätsstruktur etwas neu bewegen, etwas Uraltes, etwas Überaltertes voller Übervergeltung aus dem Kalten Krieg.

Im Widerstehen geübt, widerstehe ich auch der Versuchung, einen „offenen Brief“ zu schreiben, wozu mich Berater und Freunde drängen. – So wie ich einst einem verbotenen jüdischen Sänger im Osten in einer von „Stasi“-Agenten umstellten Wohnung einen Solidaritäts-Besuch abstattete, so wie ich einst für eine jüdische Lehrerin im Westen mit Leibeskräften eintrat, so wie ich also mir selber bestimmte Freiheitsrechte einräumte, so muß ich Ihnen die ontologische Freiheit eines nur von der Autorität von Argumenten bedrängten human finalisierten Prüfens einräumen.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Unruhe – und mir ein Gespräch mit Ihnen.

5.5.2012

Hans Roth

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 21. Juni 2013 15:36

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ob ich tatsächlich noch glaube, nach jetzt vier Jahren (Dokumentationen, Briefe, Petition, Buchauszüge, Report-Mainz-Sendemanuskript u.a.m. nachzulesen unter [Von der Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Forumsregeln.]
noch eine erfreuliche Antwort bzgl. des „Falles Hans Roth“ zu bekommen? Sollte ich das Herrn Roth fragen, der nun bald 40 Jahre in seinem „Kampf um Gerechtigkeit“ auf dem Buckel hat? Oder den jüdischen Rabbi, nach dem die Christen sich benennen und den die Muslime als den Propheten Isa verehren, mit seinen über 2000 Jahren?

Schon lange hatte ich nichts mehr von Herrn Roth gehört. Jetzt erreichte mich seine Erklärung vom 18. Juni 2013, zusammen mit den erwähnten Anlagen als Kopie, die ich als PDF mitschicke. Wie schön wäre es, wenn auch sie verlinkt werden könnten!

Nein, diese Geschichte ist (auch) für mich noch nicht zuende, kann nicht zuende; dazu bin ich zu sehr Amateur (von „amare“=lieben). Ich liebe Gerechtigkeit, und unsere Verfassung liebe ich auch. Kann es Schöneres geben als den Artikel 1 unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“?

Mögen diejenigen, die diesen „Fall“ teilweise seit Jahrzehnten kennen und noch irgendeinen Überblick haben, sich mit den erschütternden Tatsachen auseinandersetzen, die in diesen Zeitungsartikeln stehen – und mögen sie eine „Lösung“ finden in diesem nicht-enden-wollenden „Fall“ Roth, für den sich schon so viele eingesetzt haben!

Könnte bitte irgendjemand von den Menschen, die mir damals bei meiner Petition ihre Hilfe angeboten haben, noch einmal ein gutes Wort für Herrn Roth einlegen? Könnte bitte irgendjemand von ihnen (darunter recht große Namen, jedenfalls für mich kleines Lichtlein) veranlassen oder sich zumindest nach Kräften dafür einsetzen, dass diese Geschichte ein würdiges Ende findet – würdig für Herrn Roth, den Citoyen, und würdig für unseren Staat, dem genau so Unrecht zugefügt wurde?

Darum bittet Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele sowie

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Nadja Thelen-Khoder


Erklärung von Hans Roth vom 18.6.2013

„Mir sind Dokumente aus der Hessischen Staatskanzlei zugespielt worden, die aus dem Roth-Dossier stammen – das nach einer öffentlichen Erklärung des Ministerpräsidenten Koch <verschwunden> ist. Dazu gehören Fürsprachen von CDU-Spitzenpolitikern: G. Milde (Fraktionsvorsitzender), H. Geipel (Verfassungsschutzobmann), Dr. E. Löw (Kreisbeigeordneter). Spektakulär ist der Brief des CDU-Verfassungsschutz-Präsidenten Christian Lochte (s. Anlage), der mehr ist als eine Fürsprache: für Eingeweihte wiegt seine Rehabilitations-Erklärung schwerer als die des Bundespräsidenten.

Der Geheimdienst-Chef hatte um ein vertrauliches Gespräch nachgesucht; unter sechs Augen bat er um Verzeihung für eine fremde Verurteilung, die nicht die seines <Dienstes> war, erklärte sich als Mitstreiter in Sachen <wehrhafte Demokratie> (weshalb er die Gerichts-Niederlage akzeptierte), versprach eine schriftliche Rehabilitierung für den nicht staatlich geprüften <Extremisten>. – Das Gewicht seines Briefes vom 20. 3. 1984 wird noch deutlicher, wenn man damit die Titelseite der FR vom 13. 5. 1981 (s. Anlage) beleuchtet: auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges war ich so sehr Binnen-Feind, wie L. Breschnew Außen-Feind war; in meinem Geheimdossier-Prozess ging es, wie ein geheimes Buch des Verfassungsschutz-Präsidenten Benda belegt, im Wahn um die Macht-Frage (Wer die Daten hat, hat die Macht).

Es wäre schön, wenn es mit dem Wahn ein Ende haben könnte wie mit dem Krieg, wenn endlich der Staat das Recht achtete, wie es der Bundespräsident Rau dem Hessischen Ministerpräsidenten empfahl, und zwar dringend. Es wäre schön, wenn zwischen der Berichterstattung vom ersten <Gladio>-Prozess in Luxemburg (s. Anlage : WAZ 9. 5. 2013) und dem 40. Jahrestag meiner geheimen <Gladio>-Verurteilung der Staat wiedergutmachte, was kaum noch wiedergutzumachen ist : Kriege sind schrecklich – alle Kriege.

Ehren wir das Datum des 18. Juni (Aufruf vom 18. 6. 1940) mit einer Erinnerung an das Wort der ersten libertären Sozialisten, der Lyoner Seidenweber : <Wir sind frei, weil wir wissen, dass wir nichts sind.>
Hans Roth“


Anlagen als PDF:

1. Titelseite der Frankfurter Rundschau vom 13.5.1981
2. Artikel der WAZ vom 9.5.2013
3. Brief von Christian Lochte an Herrn Roth vom 20.3.1984
4. Brief vom Büro Willy Brandt an Herrn Roth vom 24.11.1988
5. Brief von Gottfried Milde an Kultusminister Schneider, das Schreiben vom 16.6.1986 beantwortend

Der von Herrn Roth erwähnte Aufruf vom 18.6.1940 ist die berühmte Rede Charles de Gaulles, nachzulesen unter [www.charles-de-gaulle.de].



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.16 14:07.

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Re: Kampf um Gerechtigkeit: Wieso ein linker Pädagoge in Hessen niemals Lehrer werden durfte
geschrieben von: Nadja Thelen-Khoder ()
Datum: 09. Juli 2013 15:13

Sehr geehrte Damen und Herren!

„Wir Bürger als Sicherheitsrisiko“ hieß ein Buch von 1977 (hrsg. von Wolf-Dieter Narr), an dessen Titel ich mich erinnert fühlte, als ich von Edward Snowden hörte. Darin schrieb auch Klaus Traube, der zunächst sechzehn Jahre lang in der deutschen und amerikanischen Atomindustrie arbeitete, bis er Opfer eines Lauschangriffs wurde. Dieser Lauschangriff entwickelte sich zum Abhörskandal, in dessen Verlauf der damalige Bundesinnenminister zurücktreten musste. Zunächst als „Staatsfeind“ gebrandmarkt, erhielt Klaus Traube im März 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Derselbe Klaus Traube schreibt am 12.11.1977 in der Frankfurter Rundschau unter der Überschrift „Wie man in den Ruch kommt, ein Aussätziger zu sein. Der ehemalige Atommanager Klaus Traube berichtet über den hartnäckigen Kampf des gelernten Lehrers Hans Roth um sein Recht“ (siehe Hans Roth – Artikel und Briefe“ auf „Aljas Blog“ [Von der Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Forumsregeln.]

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zuschützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Mit diesem Verfassungsauftrag beginnt unser Grundgesetz. Der Staat und seine Organe haben demnach die zentrale Aufgabe, den Einzelnen zu schützen, auch in seinem Grundrecht auf Privatsphäre, auf informationelle Selbstbestimmung. Und schon damals gab es die Broschüre „Geheime Verfassungsschutzakten contra Menschenwürde“ (ebenfalls zum Download a.a.O.).

Zur Zeit sprengen die Enthüllungen des amerikanischen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden alle Dimensionen, was den Umgang mit personenbezogenen bzw. persönlichen Daten angeht, und jetzt kann wirklich niemand mehr sagen, er habe nichts gewusst.

Es ist schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet diejenigen, die alles von jedem wissen (können) wollen, „Enthüllungen“ über sich selbst bzw. die „Enthüller“ („Whistleblower“) derart verfolgen. Irgendetwas steht hier auf dem Kopf: Müßte nicht eigentlich der Staat transparent sein und nachvollziehbar für seine Bürger handeln? Politiker, ja ganze Staaten handeln aber inzwischen immer öfter „hinter verschlossenen Türen“, immer intransparenter, während der einzelne Bürger immer „gläserner“ wird. Verkehrte Welt!

Mit dem Satz „Wissen ist Macht“ bin ich groß geworden - und wer hat die Macht, wenn unsere Kommunikation vorwiegend über das Internet läuft und alles überwacht und gespeichert wird? Stopp: Manches wird ja anscheinend gar nicht gespeichert:

„Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, sind nicht mehr verfügbar“, schrieb mir der damalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch am 5.1.2009, und am 17.4.2009 antwortete die Staatsministerin Dorothea Henzler, dass eine „intensive Recherche in den Archiven des Hessischen Kultusministeriums“ ergeben habe, „dass sich dort keinerlei Behördenakten mehr befinden, die über den Personalvorgang des Herrn Hans Roth auch nur ansatzweise informieren können“.

Wer speichert also was über wen? Und welche „Akten und Unterlagen“ wurden wann vernichtet oder sind zumindest nicht mehr verfügbar?

Noch immer sitzt Edward Snowden wohl auf dem Moskauer Flughafen fest und wird schmählich im Stich gelassen, Klaus Traube wurde damals „belauscht“ (Wie sagt ein deutsches Sprichwort? „Der Lauscher an der Wand hört seine eig’ne Schand’“), und Hans Roth leidet immer noch darunter, niemals offiziell rehabilitiert worden zu sein.

Alle drei setzten bzw. setzen sich für Aufklärung und Recht und Gesetz ein und galten bzw. gelten zeitweise wahlweise als „Ärgernis“, „Verräter“, ja manchen sogar als „Staatsfeinde“. Edward Snowden wird zur Zeit regelrecht gejagt, und auch sein Schicksal geht mir an die Nieren. „Wie man in den Ruch kommt, ein Aussätziger zu sein“ –

aussätzig, das heißt allein gelassen, im Stich gelassen. Müssen wir ihnen nicht dankbar sein, den Menschen, die irgendwann erkannt haben, „daß es in unserem Leben eine Grenze gibt, wo wir nicht mehr mitmachen können“ (Fritz Bauer im Film „Fritz Bauer. Tod auf Raten“ von Ilona Ziok).

Und sind wir also Edward Snowden, Klaus Traube und Hans Roth nicht wirklich zu Dank verpflichtet?

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