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SWR-Studio Tübingen Forschung zu Gast im SWR

Medizin- und Gesundheitsthemen spielen in den Medien eine immer wichtigere Rolle. Die Menschen wollen über aktuelle Entwicklungen informiert werden, sie wollen verstehen, woran Forscher arbeiten. Für hochwertige Beiträge brauchen Journalisten deshalb die gute Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern. Oft funktioniert das reibungslos. Doch viele Forscher wollen mit den Medien nichts zu tun haben: Zu oberflächlich und zu ungenau sind ihnen Journalisten. Am 11. Mai lotete der SWR mit Wissenschaftlern aus, was gute Zusammenarbeit von Medien und Forschung ausmacht.

Hand zeigt auf eine Stelle in einem Röntgenbild

Lieber forschen oder mit Journalisten über Forschung sprechen?

Journalisten, die seit langen Jahren über die Wissenschaft berichten, haben sich einen Stamm von medientauglichen Gesprächspartnern erarbeitet. Sie kennen natürlich genauso die Wissenschaftler, die langatmig und im Fachjargon sprechen.

Wen die meisten Journalisten gar nicht erst zu Gesicht bekommen, sind die Forscher, die den Medien fern bleiben wollen. Viele Wissenschaftler schätzen nämlich nicht, wie ihre Disziplinen in den Medien dargestellt sind. In einigen Fächern scheint wissenschaftliches Renommee sogar zu bedeuten, dass man sich tunlichst von den Massenmedien fern hält.

Einblick in die journalistische Realität

Wie kann man den Dialog zwischen Journalisten und Forschern verbessern? Antworten suchten 15 Forscher des Universitätsklinikums Tübingen und 15 SWR-Journalisten. Dabei waren Korrespondenten in Studios genauso dabei wie Fachredakteure und Sendungsplaner. Sie trafen sich am 11. Mai im SWR-Studio Tübingen zur Pilotveranstaltung "Forschung zu Gast im SWR".

Journalisten und Wissenschaftler sollen voneinander lernen

SWR-Logo an der Eingangstür des SWR-Studios Tübingen

SWR-Studio Tübingen

Journalisten und Forscher diskutierten in Workshops, was Qualität im Wissenschaftsjournalismus ausmacht und wie sich die Realität beider Seiten darauf bezogen gestaltet. Wissenschaftsredakteure erzählten, wie sie Themen auswählen, Autoren skizzierten Produktionsbedingungen. Was bedeutet eine angemessene Berichterstattung? Wann ist der richtige Zeitpunkt, in den Medien über medizinische Themen zu berichten, will man einerseits aktuell sein, andererseits aber verfrühte/falsche Hoffnungen vermeiden?

So tritt an die Stelle von (häufig unrealistischen) Erwartungen und Vorwürfen der Einblick in die journalistische Realität, auch Journalisten haben aus dieser Begegnung gelernt.

Vorträge, Diskussionen und Workshops: der Tagesablauf

Zwei Impulsreferate beleuchteten die Problematik jeweils aus der Sicht der Wissenschaftler bzw. der Journalisten:

1. Wissenschaftler und Journalisten - vom Leben auf zwei Sternen (Martin Schneider, stellvertretender Redaktionsleiter der Fernseh-Wissenschaftsredaktion im SWR)
2. Virotherapie - vom Laborversuch zur klinischen Anwendung. Es gibt viele Zeitpunkte, über ein Forschungsprojekt zu berichten (Prof. Ulrich Lauer, medizinische Klinik)

Im Anschluss wurde in Workshops diskutiert:

1. Fehler in Hörfunk, Fernsehen und Texten: Wie kommt es dazu? Wie kann man als Wissenschaftler und als Journalist die Situation verbessern? (Leitung: Diane Scherzler, SWR-Journalistin, Expertin für Wissenschaftskommunikation)
2. Die ewigen Experten - Wie werden Wissenschaftler zu Medienstars? Chancen und Probleme (Leitung: Gábor Paál, Autor, Moderator und Redakteur, SWR2 Bildung und Wissenschaft)
3. Der richtige Zeitpunkt: Wann wendet man sich an die Medien? Ab wann ist es vertretbar/sinnvoll/wichtig, über ein Ergebnis aus der medizinischen Forschung zu berichten? (Leitung: Dr. Andreas Narr, Leiter des SWR-Studios Tübingen)

Die Abschlussdiskussion im Video

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1:01:20 h

Mehr Info

Medizin- und Gesundheitsthemen in den Medien

Die Abschlussdiskussion von "Forschung zu Gast im SWR": Wie steht es um die Qualität journalistischer Berichterstattung über Medizin und Gesundheit? Wie kommt es zu Fehlern in Hörfunk und Fernsehen? Und ab wann darf man als Journalist über ein medizinisches Ergebnis berichten, ohne verfrüht Hoffnungen zu wecken?

Programmtipps:

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"Radio Tübingen"

"Forschung zu Gast im SWR"

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