Fahr mal hin vom Dienstag, 4.10.2011 | 4.35 Uhr | SWR Fernsehen

Immer schon haben Flüsse und Bäche für die elsässische Landschaft rund um Colmar eine große Rolle gespielt. Wer Colmar vom Wasser aus erkundet, erreicht in original-getreuen Holzkähnen lautlos die malerischsten Stellen der Stadt. Die Wasserstraßen im Viertel der Handwerker und Händler waren ursprünglich wichtige Lebensadern. Bauern und Winzer brachten ihre Waren aus dem Umland, um sie hier zu verkaufen oder weiter Richtung Rhein zu verschiffen.
Wo einst reges kaufmännisches Treiben herrschte, lassen es sich heute die Touristen gut gehen – in urigen Restaurants direkt am Wasser. Wer am Abend in Klein-Venedig, im Gerber- oder Fischerviertel nahe der Lauch, an einem der Kanäle oder Brunnen sein Menü genießt, spürt die besondere Atmosphäre, wird an allen Ecken von Plätschern und Rauschen begleitet. Gerade in der Dämmerung wird er lebendig der Geist des Wassers, der Colmar ebenso prägt wie draußen vor der Stadt die große Ebene des Rieds. Auch hier führen die schönsten Wege übers Wasser.
Eine der vielen Wassergeschichten von Colmar führt gar über den Atlantik bis nach New York. Denn der bekannteste Sohn der Stadt, Bildhauer Auguste Bartholdi, wurde weltberühmt durch seine Skulptur, die seit 1886 das Feuer der Freiheit wie einen Leuchtturm in den amerikanischen Himmel reckt. Die Freiheitsstatue ist ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner zum 100. Geburtstag der Unabhängigkeitserklärung.
Letzte Änderung am: 10.04.2010, 07.46 Uhr
Immer schon haben Flüsse und Bäche für die elsässische Landschaft rund um Colmar eine große Rolle gespielt. Dem Wasser verdankt die Stadt am Flüsschen Lauch viele idyllische Plätze und einen Großteil ihrer Schönheit. Wer Colmar vom Wasser aus erkundet, erreicht in originalgetreuen Holzkähnen lautlos die malerischsten Stellen der Stadt. Die Wasserstraßen im Viertel der Handwerker und Händler waren ursprünglich wichtige Lebensadern. Bauern und Winzer brachten ihre Waren aus dem Umland in die wohlhabende Freie Reichsstadt, um sie hier zu verkaufen oder weiter Richtung Rhein zu verschiffen.
Das Große Ried erstreckt sich zwischen Straßburg und Colmar, zwischen dem großen Rhein und dem kleinen Flüsschen Ill, ein Gebiet durchzogen von vielen Bächen und Kanälen. Eine exotische Wasseridylle, die man am besten im Boot oder zu Fuß ergründet. Das Grosse Ried ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und noch nicht so touristisch erschlossen wie viele andere Gebiete im Elsass.
Office de Tourisme de Colmar
4, rue des Unterlinden
F-68000 Colmar
Tel: 0033-3 89 20 68 92
Internet: www.ot-colmar.fr
Tourist-Information Neuf-Brisach
6 place d'Armes
68600 Neuf-Brisach
Tel: 0033-3 89 72 56 55
Fax: 0033-3 89 72 91 73
Auskünfte über das Ried:
Office de Tourisme Rhinau
Tel: 0033-3 88 74 68 96
Fax: 0033-3 88 74 88 55
Letzte Änderung am: 10.04.2010, 07.46 Uhr
Mit dem Auto:
Von Saarbrücken fährt man Richtung Saargemünd und dann auf die A 4 Richtung Straßburg, dann weiter Richtung Colmar/Basel.
Von Freiburg aus über die N 415 nach Colmar.
Letzte Änderung am: 10.04.2010, 07.46 Uhr
Colmar
Colmar ist eine der charmantesten Städte im Elsass, Pracht und Reichtum verdankt sie den uralten Handelswegen von Italien nach Flandern, vom Donauraum in die Champagne. Die Kaufleute brachten Geld in die Stadt, Flüsse und Kanäle zwischen Rhein und Vogesen halfen ihnen, ihre Waren an den Mann zu bringen. Auch die Stadtteile der Weber, Gerber und Fischer haben ihr historisches Aussehen bewahrt. Doch eines hat sich verändert. Im einst von Handwerk und Gewerbe so verschmutzten Flüsschen Lauch sind heute wieder allerlei Fische heimisch geworden.
Wirtschaft und Wohlstand zogen bereits im Mittelalter Wissenschaftler und Künstler nach Colmar, die Stadt an der Lauch entwickelte sich zu einem Zentrum des Humanismus und der Reformation. So hat Wasser für Colmar nicht nur historische und praktische Bedeutung, sondern auch symbolische Kraft. Es inspirierte Künstler und Gelehrte.
Musée Bartholdi
Weltberühmt wurde Bartholdi durch die Skulptur, die seit 1886 das Feuer der Freiheit wie einen Leuchtturm in den amerikanischen Himmel reckt. Ein wenig geschrumpft, empfängt Miss Liberty auch die Besucher, die Colmar von Norden aus besuchen. Die Freiheitsstatue war ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner zum hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung.
Vielen Großen der Stadt hat Bildhauer Bartholdi Denkmäler gewidmet. So kämpfte Lazarus von Schwendi im 16. Jahrhundert für den deutschen Kaiser in Ungarn. Von dort soll er die Reben des Tokajer-Weins ins Elsass mitgebracht haben. „Die Stützen der Welt“ empfangen die Besucher im Innenhof seines ehemaligen Wohnhauses und stimmen ein auf symbolträchtige Werke.
Museum Unterlinden
Zwei adlige Witwen gründeten im 13. Jahrhundert unter den Linden in Colmar eine religiöse Gemeinschaft, um dort ein Leben jenseits der Ehe zu führen. Sie stellten sich unter den Schutz eines Dominikanerbruders und das Kloster entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum der rheinischen Mystik. 1848 gründeten Colmarer Gelehrte eine Gesellschaft, mit dem Ziel, die Gebäude zu erhalten und darin ein Museum einzurichten. Die Schongauer-Gesellschaft existiert bis heute. Der größte Schatz des Museums ist der Isenheimer Altar. Heute wie vor 500 Jahren zieht er die Besucher magisch an. Der wahrscheinlich aus Würzburg stammende Matthias Grünewald hat eins der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte geschaffen. Nie zuvor wurde das Leiden Jesu so aufwühlend und ausdrucksstark dargestellt. Grünewald soll den Altar in Straßburg gemalt haben, tatsächlich erinnern seine Landschaften an das Elsass, sogar der Rhein könnte hinter dem Gekreuzigten zu sehen sein. Grünewald hat den Altar Anfang des 16. Jahrhunderts für das Antoniter-Kloster Isenheim geschaffen. Kranke und Pilger beteten dort zum Heiligen Antonius, den Grünewald in eine irreale Landschaft versetzt, die ebenfalls an die Vogesen erinnert.
Das Große Ried
Die meisten denken beim Elsass an schmucke Weinorte und schroffe Vogesengipfel. Immer noch zu wenig bekannt ist das Große Ried mit seinen fruchtbaren Auen, Natur belassenen Bächen und Biotopen. Dieses Ried eignet sich hervorragend zum Anbau einer Pflanze, die den Menschen Jahrhunderte lang das Material für Kleider und Stoffe lieferte: Flachs.
Bereits Kelten und Römer sollen Nahrungsmittel in Holzkähnen auf der Ill transportiert haben, im Mittelalter entwickelten sich entlang des Flusses zahlreiche kleine Häfen, Ladhöfe genannt.
Muttersholtz:
Weberei Gander
Michel Gander ist der letzte Weber im Ried, in der 7. Generation führt er das Handwerk seiner Ahnen fort und webt vor allem die traditionellen elsässischen Muster in rot und blau, den so genannten Kelsch. Vor einigen Jahren bekam die Weberei Gander vom französischen Wirtschaftsminister eine Auszeichnung verliehen als traditionsreiche Stätte heimatlichen Erbes. Vor allem die Gegend um Muttersholtz war bekannt für ihre Stoffherstellung, verkauft wurden die Stoffe in Colmar und Straßburg. Dass in der Weberei Gander heute wieder die beliebten Kelsch-Muster hergestellt werden, ist Michel, seiner Frau und der großen Nachfrage der Kundschaft zu verdanken. Beliebt sind vor allem Tischdecken, Vorhänge und Kissenbezüge.
10A rue de Verdun
67600 Muttersholtz
Tel. : 0033 3 88 57 75 84
Internet: www.tisage-gander.fr
Ehnwihr:
Kahnfahrten auf der Ill
Unterdessen ist Patrick Unterstock, der letzte Kahnbauer im Ried, auf der Ill unterwegs. Auf alt hergebrachte Weise stakt er im Sommer täglich Touristen durchs Wasser und erzählt dabei allerlei Geschichten von Pflanzen, Tieren und den Naturgewalten.
Bereits Kelten und Römer sollen Nahrungsmittel in Holzkähnen auf der Ill transportiert haben, im Mittelalter entwickelten sich entlang des Flusses zahlreiche kleine Häfen, Ladhöfe genannt.
In seiner geräumigen Scheune hat der Bootsbauer Patrick Unterstock schon so manchen original getreuen Kahn gezimmert.
Illhäusern
Das beschauliche Illhäusern hieß im Mittelalter Illhütten. Als die ansässigen Fischer sich Häuser leisten konnten, änderten sie stolz den Namen. Heute ist der Ort vor allem für das 3-Sterne-Restaurant der Familie Häberlin bekannt. Seit über 40 Jahren stehen sie ganz oben in den französischen Gastronomieführern.
Die neueste Idee der kreativen Häberlins ist ein romantisches Frühstück auf der Ill.
A la Truite
Matelote, das Fischragout in Rieslingsoße ist die Spezialität im Ried – nicht nur im Restaurant Zur Forelle. Dort wird die Matelotte nach einem Rezept der Urgroßmutter des Kochs zubereitet mit vier oder fünf Fischsorten – je nach Saison. Jedes Dorf, jede Familie hatte früher ihre eigene Matelote. Das Restaurant der Ponjols liegt direkt am Fluss und wer hier isst, spürt die Verbundenheit der Einwohner mit der Ill, „ihrem Wasser“.
Kanu-Fahrten auf der Ill
Wenige Kilometer illaufwärts erhalten Abenteuerlustige letzte Anweisungen für einen außergewöhnlichen Ausflug. Mit dem Kanu und eigener Muskelkraft können die Ill und ihre Nebenarme erkundet werden und sind ungewöhnliche Blickwinkel zu entdecken. Ausgerüstet mit Karte und Schwimmweste, heißt es schließlich für Anfänger wie für erfahrene Kanuten „An die Paddel“. Startpunkte sind am Ladhof nördlich von Colmar, in Ostheim und Illhaeusern.
Neuf-Brisach
Die Festung Neuf-Brisach wurde unter König Ludwig XIV. erbaut als achteckiges Bollwerk gegen die Deutschen. Sie war ein Glanzstück des berühmten Festungsbaumeisters Vauban und gehört heute zum Weltkulturerbe. Die Befestigungsanlagen sind vollständig erhalten und beeindrucken allein schon durch ihre Größe. Zum Transport des Baumaterials ließ Vauban eigens einen Kanal anlegen. In die Rolle Vaubans schlüpft immer wieder samstags Hans Jochen Voigt aus Norddeutschland, der seit einigen Jahren im benachbarten Breisach auf deutscher Seite lebt. Er führt die Besucher durch die imposante Anlage und den Ort.
Canal de Colmar
Ganz in der Nähe von Neuf-Brisach zweigt noch der „Canal de Colmar“ vom Rhein Richtung Colmar ab. Napoleon Bonaparte hatte ihn in Auftrag gegeben, doch das Geld war knapp und die Bauarbeiten zogen sich lange hin. Heute ist der Kanal nur noch zwischen Artzenheim und Colmar befahrbar. Wenige Boote nutzen die ruhige Wasserstraße. Regelmäßig ist Kapitän Jean-Marie Kauffmann mit seinem Panoramaboot „Marius“ unterwegs.
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Restaurant A la Truite
17 Rue du 25 janvier
68970 Illhaeusern
Le Ried, Payes de la Matelote
45, rue de Sélestat
67600 Baldenheim
Tel: 0033 3 88 85 32 22
Internet: www.route-matelote.com
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Ferme du Pays d'eaux
Stéphanie et Carlos Sousa
22, Haneau d'Ehnwihr
67600 Muttersholtz
Mail: lepaysdeaux@alicepro.fr
Internet: www.relaisetape-lepaysdeaux.fr
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