
Das Paradies legt hier auf der Grenze. Seit Jahrhunderten ackern die Paradiesler, so heißen die Gemüsebauern aus dem deutschen Konstanz, im Grenzland auf Schweizer Hoheitsgebiet. Und ebenso lange werden ihnen lukrative Zusatzeinkommen durchs Schmuggeln nachgesagt. Dass Moneten, Luxusgüter, ja ganze Yachten nicht am deutschen Fiskus vorbei geschmuggelt werden, darüber wacht der Zoll - auf dem Wasser und zu Land. Milliarden an deutschem Schwarzgeld, deponiert auf Schweizer Banken, sorgen für Spannungen zwischen den Regierungslagern in Bern und Berlin.
Apropos gereizter Ton: Was steckt eigentlich dahinter, wenn sich die Nachbarn mit Begriffen wie 'Sauschwabe' oder 'Kuhschweizer' beehren?
An ein düsteres Kapitel in den deutsch-schweizerischen Beziehungen erinnert der Festungsgürtel Kreuzlingen. Um die Truppen Nazi-Deutschlands aufzuhalten, wurde er unter Aufbietung aller Kräfte gebaut. Über 80 Festungswerke, ausgerüstet mit Kanonen und Maschinengewehren, manche raffiniert getarnt als Fachwerkhäuser oder Holzschuppen.
Doch es darf wieder geschossen werden. Beim legendären Seenachtsfest lassen es die Grenzstädte Konstanz und Kreuzlingen ganz großartig krachen: Höhepunkt ist das Feuerwerk, jede Stadt möchte die andere zur Freude des Publikums überbieten.
Um nichts weniger als einen Weltrekord geht es am Säntis, dem weithin sichtbaren Hausberg des Bodensees. In einer spektakulären Aktion soll an der steilen Wand oberhalb der Schwägalp die weltgrößte Schweizer Flagge angebracht werden. Als Beitrag zum Schweizer Bundesfeiertag, als nachbarschaftlicher Gruß in Richtung Norden.
Letzte Änderung am: 10.04.2010, 03.04 Uhr