Sie hat einen kühlen Charme, die Landschaft am Fuße des Berges Katzenbuckel mit dem poetischen Namen Winterhauch. Die Bewohner sehen ihn eher realistisch. "Ein halbes Jahr ist’s Winter, ein Viertel Jahr regnet’s, und den Rest vom Jahr ist’s kalt", lautet ein altes Sprichwort. Dennoch betonen sie die Schönheit des südlichen Odenwalds zwischen Eberbach, Mosbach und Osterburken, der hier Bauland heißt - wegen der riesigen Ackerflächen.
Die Reise beginnt bei Mosbach mit der Cessna eines Luftbildarchäologen, der den Römern auf den Fersen ist. Von oben, weil sich deren Spuren entlang des Limes so besser "verraten", wie er sagt. Während der Dreharbeiten entdeckt er tatsächlich einen Teil der Limes-Trasse des Obergermanisch-Räthischen Limes, der seit 2005 Weltkulturerbe ist.
Stationen sind das benachbarte Neckarelz, wo ein 15 Meter langes, nachgebautes Wikingerschiff nach acht Jahren Bauzeit zeigen soll, dass es schwimmen kann - mangels Atlantik auf dem Neckar. Dort kann man dann ein weiteres Abenteuer erleben: Die Entdeckung der wild-romantischen Margarethenschlucht bei Neckargerach. Sie bietet gewissermaßen Erosion live, lässt die schwere Geburt eines Flusstales erahnen.
Oberhalb von Neckargerach beginnt der Winterhauch mit seinen malerischen Tälern. In einem liegt der Oberhöllgrund, ein Dorf mit ganzen fünf Häusern und neun Einwohnern. Ein paar Kilometer weiter stößt man in Mülben bei Waldbrunn auf die größte Stutenmilchfarm Deutschlands, die ihren über 300 – wahrscheinlich - glücklichen Pferden artgerechten Auslauf auf weitläufigen Koppeln bietet.
Wir enden im Bauland bei Osterburken, wo ein stattliches Museum mit Funden am Limes die römische Vergangenheit zelebriert und die Landschaft Richtung Altheim mit zahlreichen Windparks in die Zukunft weist.
Letzte Änderung am: 15.05.2009, 23.21 Uhr