Navigation

Navigation

Volltextsuche

Video-Rückblick

Fernsehen im SWR

Seite vorlesen:

Sehens- und Erlebenswertes

Colmar

Colmar ist eine der charmantesten Städte im Elsass, Pracht und Reichtum verdankt sie den uralten Handelswegen von Italien nach Flandern, vom Donauraum in die Champagne. Die Kaufleute brachten Geld in die Stadt, Flüsse und Kanäle zwischen Rhein und Vogesen halfen ihnen, ihre Waren an den Mann zu bringen. Auch die Stadtteile der Weber, Gerber und Fischer haben ihr historisches Aussehen bewahrt. Doch eines hat sich verändert. Im einst von Handwerk und Gewerbe so verschmutzten Flüsschen Lauch sind heute wieder allerlei Fische heimisch geworden.

Wirtschaft und Wohlstand zogen bereits im Mittelalter Wissenschaftler und Künstler nach Colmar, die Stadt an der Lauch entwickelte sich zu einem Zentrum des Humanismus und der Reformation. So hat Wasser für Colmar nicht nur historische und praktische Bedeutung, sondern auch symbolische Kraft. Es inspirierte Künstler und Gelehrte.


Musée Bartholdi

Weltberühmt wurde Bartholdi durch die Skulptur, die seit 1886 das Feuer der Freiheit wie einen Leuchtturm in den amerikanischen Himmel reckt. Ein wenig geschrumpft, empfängt Miss Liberty auch die Besucher, die Colmar von Norden aus besuchen. Die Freiheitsstatue war ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner zum hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung.

Vielen Großen der Stadt hat Bildhauer Bartholdi Denkmäler gewidmet. So kämpfte Lazarus von Schwendi im 16. Jahrhundert für den deutschen Kaiser in Ungarn. Von dort soll er die Reben des Tokajer-Weins ins Elsass mitgebracht haben. „Die Stützen der Welt“ empfangen die Besucher im Innenhof seines ehemaligen Wohnhauses und stimmen ein auf symbolträchtige Werke.

 

Museum Unterlinden

Zwei adlige Witwen gründeten im 13. Jahrhundert unter den Linden in Colmar eine religiöse Gemeinschaft, um dort ein Leben jenseits der Ehe zu führen. Sie stellten sich unter den Schutz eines Dominikanerbruders und das Kloster entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum der rheinischen Mystik. 1848 gründeten Colmarer Gelehrte eine Gesellschaft, mit dem Ziel, die Gebäude zu erhalten und darin ein Museum einzurichten. Die Schongauer-Gesellschaft existiert bis heute. Der größte Schatz des Museums ist der Isenheimer Altar. Heute wie vor 500 Jahren zieht er die Besucher magisch an. Der wahrscheinlich aus Würzburg stammende Matthias Grünewald hat eins der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte geschaffen. Nie zuvor wurde das Leiden Jesu so aufwühlend und ausdrucksstark dargestellt. Grünewald soll den Altar in Straßburg gemalt haben, tatsächlich erinnern seine Landschaften an das Elsass, sogar der Rhein könnte hinter dem Gekreuzigten zu sehen sein. Grünewald hat den Altar Anfang des 16. Jahrhunderts für das Antoniter-Kloster Isenheim geschaffen. Kranke und Pilger beteten dort zum Heiligen Antonius, den Grünewald in eine irreale Landschaft versetzt, die ebenfalls an die Vogesen erinnert.

 

Das Große Ried

Die meisten denken beim Elsass an schmucke Weinorte und schroffe Vogesengipfel. Immer noch zu wenig bekannt ist das Große Ried mit seinen fruchtbaren Auen, Natur belassenen Bächen und Biotopen. Dieses Ried eignet sich hervorragend zum Anbau einer Pflanze, die den Menschen Jahrhunderte lang das Material für Kleider und Stoffe lieferte: Flachs.

Bereits Kelten und Römer sollen Nahrungsmittel in Holzkähnen auf der Ill transportiert haben, im Mittelalter entwickelten sich entlang des Flusses zahlreiche kleine Häfen, Ladhöfe genannt.

 

Muttersholtz:

Weberei Gander

Michel Gander ist der letzte Weber im Ried, in der 7. Generation führt er das Handwerk seiner Ahnen fort und webt vor allem die traditionellen elsässischen Muster in rot und blau, den so genannten Kelsch. Vor einigen Jahren bekam die Weberei Gander vom französischen Wirtschaftsminister eine Auszeichnung verliehen als traditionsreiche Stätte heimatlichen Erbes. Vor allem die Gegend um Muttersholtz war bekannt für ihre Stoffherstellung, verkauft wurden die Stoffe in Colmar und Straßburg. Dass in der Weberei Gander heute wieder die beliebten Kelsch-Muster hergestellt werden, ist Michel, seiner Frau und der großen Nachfrage der Kundschaft zu verdanken. Beliebt sind vor allem Tischdecken, Vorhänge und Kissenbezüge.
10A rue de Verdun
67600 Muttersholtz
Tel. : 0033 3 88 57 75 84
Internet: www.tisage-gander.fr

 

Ehnwihr:

Kahnfahrten auf der Ill

Unterdessen ist Patrick Unterstock, der letzte Kahnbauer im Ried, auf der Ill unterwegs. Auf alt hergebrachte Weise stakt er im Sommer täglich Touristen durchs Wasser und erzählt dabei allerlei Geschichten von Pflanzen, Tieren und den Naturgewalten.

Bereits Kelten und Römer sollen Nahrungsmittel in Holzkähnen auf der Ill transportiert haben, im Mittelalter entwickelten sich entlang des Flusses zahlreiche kleine Häfen, Ladhöfe genannt.

In seiner geräumigen Scheune hat der Bootsbauer Patrick Unterstock schon so manchen original getreuen Kahn gezimmert.

 

Illhäusern

Das beschauliche Illhäusern hieß im Mittelalter Illhütten. Als die ansässigen Fischer sich Häuser leisten konnten, änderten sie stolz den Namen. Heute ist der Ort vor allem für das 3-Sterne-Restaurant der Familie Häberlin bekannt. Seit über 40 Jahren stehen sie ganz oben in den französischen Gastronomieführern.

Die neueste Idee der kreativen Häberlins ist ein romantisches Frühstück auf der Ill.

 

A la Truite

Matelote, das Fischragout in Rieslingsoße ist die Spezialität im Ried – nicht nur im Restaurant Zur Forelle. Dort wird die Matelotte nach einem Rezept der Urgroßmutter des Kochs zubereitet mit vier oder fünf Fischsorten – je nach Saison. Jedes Dorf, jede Familie hatte früher ihre eigene Matelote. Das Restaurant der Ponjols liegt direkt am Fluss und wer hier isst,  spürt die Verbundenheit der Einwohner mit der Ill, „ihrem Wasser“.

 

Kanu-Fahrten auf der Ill

Wenige Kilometer illaufwärts erhalten Abenteuerlustige letzte Anweisungen für einen außergewöhnlichen Ausflug. Mit dem Kanu und eigener Muskelkraft können die Ill und ihre Nebenarme erkundet werden und sind ungewöhnliche Blickwinkel zu entdecken. Ausgerüstet mit Karte und Schwimmweste,  heißt es schließlich für Anfänger wie für erfahrene Kanuten „An die Paddel“. Startpunkte sind am Ladhof nördlich von Colmar, in Ostheim und Illhaeusern.

 

Neuf-Brisach

Die Festung Neuf-Brisach wurde unter König Ludwig XIV. erbaut als achteckiges Bollwerk gegen die Deutschen. Sie war ein Glanzstück des berühmten Festungsbaumeisters Vauban und gehört heute zum Weltkulturerbe. Die Befestigungsanlagen sind vollständig erhalten und beeindrucken allein schon durch ihre Größe. Zum Transport des Baumaterials ließ Vauban eigens einen Kanal anlegen. In die Rolle Vaubans schlüpft immer wieder samstags Hans Jochen Voigt aus Norddeutschland, der seit einigen Jahren im benachbarten Breisach auf deutscher Seite lebt. Er führt die Besucher durch die imposante Anlage und den Ort.

 

Canal de Colmar

Ganz in der Nähe von Neuf-Brisach zweigt noch der „Canal de Colmar“ vom Rhein Richtung Colmar ab. Napoleon Bonaparte hatte ihn in Auftrag gegeben, doch das Geld war knapp und die Bauarbeiten zogen sich lange hin. Heute ist der Kanal nur noch zwischen Artzenheim und Colmar befahrbar. Wenige Boote nutzen die ruhige Wasserstraße. Regelmäßig ist Kapitän Jean-Marie Kauffmann mit seinem Panoramaboot „Marius“ unterwegs.

Zurück zu:So kommt man hin
Weiter mit:Gastronomie

Letzte Änderung am: 10.04.2010, 07.46 Uhr

Sendezeiten

Dienstags, 22.00 Uhr
SWR Fernsehen

Wiederholung:
Sonntags, 13.45 Uhr
Eins Plus

Service Infos frei Haus

Unser Newsletter verrät aktuell und kostenlos, welchen Winkel im Südwesten wir für Sie entdecken. [mehr zu: Infos frei Haus]

SR - SWR Fernsehen Kooperation mit dem SR

Das Fahr mal hin Angebot des Saarländischen Rundfunks [mehr zu: ]

Der SWR ist Mitglied der ARD 

Sitemap | Impressum | Datenschutz | © SWR