Sendung vom Mittwoch, 17.2.2010 | 1.55 Uhr | SWR Fernsehen

Mainz ist Landeshauptstadt und Universitätsstadt, Medienstadt und Weinstadt, Bischofsstadt und Fastnachtshochburg – alles gleichzeitig und gleichwertig. Geht das? In Mainz – scheint es - geht alles.
In den vergangenen Jahren hat sich das Bild der Innenstadt stark verändert. Allmählich werden die Lücken gefüllt, die der Krieg gerissen hat – mit moderner Architektur, die einer Großstadt würdig ist. Die Mainzer Kunsthalle ist gerade fertig geworden. Und noch mehr Pläne liegen in den Schubladen.
Genau dort, wo moderne Architektur entsteht, finden Archäologen regelmäßig Spuren der 2000jährigen Geschichte der Stadt. So wurden in den vergangenen Jahren ein Isis-Heiligtum und das römische Bühnentheater entdeckt. Auch die Vergangenheit als Festung ist für alle Zeit im Stadtbild festgeschrieben. Die städtische Zitadelle – lange unter Wildwuchs verschwunden – ist wieder Bestandteil des Stadtbildes geworden. Auch der romanische Dom, der seit 1000 Jahren die Stadtsilhouette dominiert, bekommt ein „facelifting“.
In dieser Stadt lebt ein besonderer Menschenschlag, der offen und gastfreundlich einem Fremden diese Stadt erklärt. Der scheinbar unverwüstliche Mainzer Charakter ist das Produkt einer langen und wechselvollen Geschichte, auf die man überall in der Stadt trifft. Mainz ist auf dem Weg, äußerlich eine moderne Großstadt zu werden. Aber unter ihren neuen Dächern leben die Traditionen weiter.
Mainz ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Sie wurde um das Jahr 12/13 v. Chr. als Legionslager gegründet. In der Römerzeit war sie Hauptstadt der Provinz Obergermanien, die vom Neuwieder Becken bis an den Genfer See reichte. Im Mittelalter war das „Goldene Mainz“ Sitz des wichtigsten Reichsfürsten, des Mainzer Erzbischofs. Im Dom wurden Kaiser und Könige gekrönt. Von 1798 bis 1814 war Mainz französisch, hieß Mayence und war Hauptstadt des Departements Mont Tonnère (Donnersberg). Napoleon war oft hier zu Gast.
Mainz war schon immer Festungsstadt gewesen – nach 1816 fiel sie an den Deutschen Bund und wurde von Preußen und Österreichern ausgebaut. Reste der Festung, die nach dem Ersten Weltkrieg geschleift werden musste, prägen noch heute das Stadtbild (z.B. die Zitadelle).
Am 27. Februar 1945 sank die alte Residenzstadt in Schutt und Asche. Davon hat sich Mainz nie ganz erholt: noch heute werden Kriegsschäden beseitigt und ganze Viertel neu aufgebaut. Mainz ist heute Hauptstadt von Rheinland-Pfalz und hat etwa 200.000 Einwohner.
Letzte Änderung am: 10.03.2008, 00.39 Uhr