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Fernsehen im SWR

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Vom Leistungssport zum Sportjournalismus Anke Feller

Ich setze nicht diesen Kommissarblick auf

"Bevor jetzt die große Langeweile ausbricht, machst du was Vernünftiges." Es war 2001. Gerade hatte Anke Feller die Qualifikation für die Weltmeisterschaften verpasst. Und plötzlich gab es einen Monat frei. Für eine Leistungssportlerin, die den beständigen Rhythmus aus Training und Wettkampf gewohnt ist, keine leichte Situation. Aber da war ja noch jener Sportjournalist beim WDR, der sie schon mal gefragt hatte, ob sie sich einen Einstieg in seinem Metier vorstellen könnte.

Sie zögerte nicht lange, schließlich lag es auf der Hand, was das „Vernünftige“ sein würde: Ausprobieren und einen Einblick gewinnen. Zuerst durch ein Praktikum beim städtischen Lokalradio, gleich im Anschluss die Hospitanz beim WDR-Fernsehen in der Sportredaktion. Mit weitreichenden Folgen: Einmal Feuer gefangen, beschloss sie weiter zu machen. Bei Radio Leverkusen bekam sie bald zwischen sechs und neun Uhr ihre eigene Morningshow, arbeitete für "Sport im Westen" als Autorin und Reporterin und nebenbei noch als Filmemacherin für das Stadionfernsehen von Bayer 04 Leverkusen. Als Moderatorin geleitete sie durch Sportveranstaltungen und Events. Und jetzt steht sie beim SWR Fernsehen für die Sportsendung „Flutlicht“ vor der Kamera.

Dabei wollte die gebürtige Göttingerin nach der Schule eigentlich Krankengymnastin werden. Doch durch ihre frühen Erfolge im Leistungssport stellte Anke Feller solche Berufspläne hinten an. Ein Sportstudium in Köln bot ihr weitreichendere Möglichkeiten. Zum einen sicherte sie sich hier eine Ausbildung. Zum anderen konnte sie der Leichtathletik treu bleiben. Mit Erfolg: So errang sie 1997 in Athen als Startläuferin der 4x400-Meter-Staffel den Weltmeistertitel. Ein Jahr später wurde sie in Budapest ebenfalls über die 4x400-Meter Europameisterin.

„Morgens ab sechs Uhr Sendung und dann Training, das ging eine Weile“, erzählt Anke Feller über ihre Doppelbelastung während der Jahre, bis sie nach Olympia 2004 endgültig mit dem Leistungssport aufhörte. Die Mühen haben sich gelohnt, profitiert sie doch heute von ihrer Erfahrung vor und hinter dem Mikrofon. Durch erste Einsätze bei „Sport am Montag“ hat sie ihr neues Aufgabengebiet beim SWR Fernsehen bereits ein wenig kennen gelernt. Jetzt wartet das Engagement bei „Flutlicht“, das mit Beginn der neuen Saison auch die Sonntagsspiele der Ersten Liga umfasst.

Mit viel Neugier geht sie an den neuen Job, will sich daher auch noch nicht auf einen Moderationsstil festlegen lassen. „Eines erwartet meine Gesprächspartner bestimmt nicht: Ich setze nicht diesen Kommissarblick auf“, lacht sie. Dabei hat Anke Feller in ihrer Freizeit durchaus ein Faible für die Welt der Tatorte. „Ich lese gerne Krimis“, bekennt sie. Vielleicht findet sich ja hier letztendlich auch eine Verbindung zur neuen Aufgabe: Wer an die oft knappen Saisonentscheidungen von Mainz, Koblenz und Kaiserlautern denkt, weiß, dass Anke Feller sich künftig auf so manchen Krimi im Stadion freuen darf.


(Autor: Wolf-Günther Gerlach)

Letzte Änderung am: 16.07.2003, 00.00 Uhr

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