Bitte warten...

Die Blumen von gestern | Kinostart 12.1.17 Die Sinnkrise des Holocaust-Forschers

Der deutsche Holocaustforscher Totila Blumen gerät inmitten seiner tiefsten Lebenskrise an Zazie, eine junge französische Kollegin. Gemeinsam sollen sie für einen geplanten großen Ausschwitz-Kongress Zeitzeugen als Teilnehmer gewinnen.

Holocaust-Forscher haben keinen Humor

Toto Blumen ist aus familiärer Verpflichtung Holocaust-Forscher geworden. Als solcher versteht er keinen Spaß. Schon gar nicht, wenn sein neuer Chef aus dem großen Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event machen will.

1/1

Kinostart 12.1.17

"Die Blumen von gestern" von Chris Kraus

In Detailansicht öffnen

Totila Blumen (Lars Eidinger) ist Nachfahre prominenter NS-Täter und fühlt sich schuldig. Dass er sich als Holocaustforscher auch beruflich mit diesem Thema befasst, macht es nicht gerade besser.

Totila Blumen (Lars Eidinger) ist Nachfahre prominenter NS-Täter und fühlt sich schuldig. Dass er sich als Holocaustforscher auch beruflich mit diesem Thema befasst, macht es nicht gerade besser.

Professor Norkus (Rolf Hoppe) ist das große Vorbild von Totila Blumen. Zusammen mit seinem Mops Ghandi war er bis zu seinem Tod eine feste Institution in der "Zentralen Stelle Ludwigsburg".

Mops Ghandi lebt nach dem Tod von Professor Norkus bei Familie Blumen. Er hat ein Schädeltrauma.

Die Holocaust-Forscher Totilla "Toto" Blumen (Lars Eidinger ) und Balthasar "Balti" Thomas (Jan Josef Liefers) erwarten ihre neue Praktikantin am Flughafen Stuttgart.

Die französische Austauchstudentin Zazie (Adèle Haenel) ist nervig, devot und schläft mit Totilas Vorgesetztem Balthasar Thomas.

Deswegen hält Toto erst mal herzlich wenig von der neuen Institutspraktikantin Zazie (Adèle Haenel) – bis sich die beiden, die jeweils familiäre Verbindungen zum Holocaust haben, näher kommen.

Toto (Lars Eidinger) ist Workaholic. Auch auf ein privates Abendessen mit seiner neuen Mitarbeiterin Zazie bereitet er sich gründlich vor.

Die Mitarbeiter der "Zentralen Stelle Ludwigsburg" planen den Auschwitz-Kongress. Der neue Vorsitzende Balthasar Thomas (Jan Josef Liefers) möchte daraus ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen.

Balti (Jan Josef Liefers) versucht, die Auschwitz Überlebende Tara Rubinstein (Sigrid Marquardt) zur Teilnahme an dem Holocaust-Kongress zu gewinnen.

Die Tragikomödie „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus („Vier Minuten“) kommt am 12. Januar 2017 ins Kino.

Nervige Praktikantin mit jüdischer Vergangenheit

Als man Toto dann auch noch die junge und nervige französische Studentin Zazie als Praktikantin zuteilt, die ihm folgt wie ein Hündchen und mit seinem Chef ein Verhältnis hat, ist er am Ende. Dann zieht noch der Stargast des Kongresses, eine berühmte Schauspielerin, die Zusage zurück und zwischen Totos und Zazies Biografien tauchen bizarre Verbindungen auf.

Zazie Lindeau (Adèle Haenel)

Die französische Austauchstudentin Zazie Lindeau (Adèle Haenel) ist nervig, devot und schläft mit Totilas Vorgesetztem Balthasar "Balti" Thomas (Jan Josef Liefers).

Doch Jammern hilft nichts. Und so macht Totila weiter seine Arbeit, unterstützt von der exzentrischen Zazie. Die jedoch scheint ihre ganz eigenen Interessen zu haben, die eng mit Totilas Herkunft und seinem wohlgehüteten Familiengeheimnis verknüpft ist.

Wie nähert man sich heute dem Holocaust im Kino?

Regisseur Chris Kraus sagt über seinen Film: "Mir war wichtig, mit diesem Film Fenster aufzureißen, und sei es, um Licht und Luft an ein Thema zu lassen, das mich seit Jahren herausfordert, das aber auch in übergroßem Gedenkverordnen die Dringlichkeit zu verlieren droht, die es nach wie vor hat."

"Romantische Komödie, schonungslose Analyse"

Für Martina Zöllner, SWR-Fernsehfilmchefin und Redakteurin des Films, ist "Chris Kraus einer der begabtesten wie eigenwilligsten Autorenregisseure, die das deutschsprachige Kino derzeit hat. Der SWR hat bereits seine Filme 'Scherbentanz', 'Vier Minuten' und 'Poll' koproduziert. 'Die Blumen von gestern' ist ebenso romantische, manchmal ins Groteske tendierende Komödie, wie schonungslose Analyse unseres Umgangs mit der deutschen Nazi-Vergangenheit."

Festivalerfolge 2016

"Die Blumen von gestern" war bereits auf zwei Festivals erfolgreich. Beim Tokyo International Film Festival gewann der Film sowohl den Hauptpreis als auch den Publikumspreis. "Ein großartig gespielter und bis ins Feinste inszenierter Film über die Institutionalisierung des Holocaust", lobte die Jury.

Die Filmschau Baden Württemberg zeichnete "Die Blumen von gestern" als besten Spielfilm aus.

Aktuell im SWR