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Orchesterbiografie Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR: seit 1945

Seit seiner Gründung im Jahr 1945 hat das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (RSO) eine rasante Entwicklung und einen enormen künstlerischen Aufschwung genommen. Heute ist das RSO einer der bedeutendsten musikalischen Botschafter des Landes.

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR

Pro Saison spielt das RSO rund 80 Konzerte in Stuttgart und im Sendegebiet des SWR; es gastiert in nationalen und internationalen Musikzentren und bei internationalen Festspielen, darunter seit über 50 Jahren bei den Schwetzinger Festspielen.

Ergänzt wird die Konzerttätigkeit durch zahlreiche Studioproduktionen für Radio und Fernsehen des SWR sowie für den Tonträgermarkt. Auf dem eigenen Label »SWRmusic« sind die Ergebnisse seiner Arbeit aus Gegenwart und Vergangenheit
umfangreich dokumentiert.

Zwei thematische Schwerpunkte:

Seit Bestehen des RSO Stuttgart fokussiert sich die Ausrichtung auf zwei thematische Schwerpunkte. Zum einen wird das große klassisch-romantische Repertoire der sinfonischen Tradition in exemplarischen Interpretationen gepflegt, zum anderen setzt sich das Orchester mit Nachdruck für die zeitgenössische Musik und selten gespielte Werke und Komponisten ein.

Viele bedeutende Komponisten, darunter Strawinsky, Hindemith, Boulez, Henze, Penderecki, Lachenmann, Kagel, Ruzicka und Pintscher, haben ihre eigenen Werke in Konzerten des RSO Stuttgart dirigiert.

In der Konzertreihe »attacca – Geistesgegenwart.Musik« finden junge Komponisten der Avantgarde ein Podium, ihre musikalischen Klangvorstellungen und Experimente zu realisieren.

RSO Young CLASSIX:

Die Förderung junger Künstler gehört selbstverständlich zum Tätigkeitsspektrum des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart, u.a. in Konzerten internationaler Preisträger und im Rahmen der RSO Orchesterakademie der Musikhochschule Stuttgart.

Ein zentrales Anliegen ist die Vermittlung anspruchsvoller Musik an das junge Publikum. Mit dem Musikvermittlungsprogramm
»RSO Young CLASSIX« bietet das Orchester ein umfangreiches und vielfältiges Angebot für alle Altersstufen und Publikumsschichten.

Große Solisten waren und sind dem RSO verbunden: Maria Callas, Mstislaw Rostropowitsch, Maurizio Pollini, Arturo Benedetto Michelangeli, Yehudi Menuhin, Alfred Brendel, Henryk Szeryng, Christian Tetzlaff, Hélène Grimaud, Anne-Sophie Mutter und Rolando Villazon.

Große Dirigenten beim RSO:

Hans Müller-Kray und Carl Schuricht arbeiteten als erste Dirigentenpersönlichkeiten mit dem RSO regelmäßig zusammen.

Renommierte Gastdirigenten in den ersten Jahren waren Sir John Barbirolli, Karl Böhm, Ferenc Fricsay, Wilhelm Furtwängler, Erich Kleiber und Hans Knappertsbusch. Später kamen Sir Georg Solti, Giuseppe Sinopoli, Herbert Blomstedt und Kurt Sanderling hinzu.

Sergiu Celibidache, dem Orchester seit 1958 verbunden, wurde von 1972 – 1982 künstlerischer Leiter und entwickelte durch seine ebenso intensive wie suggestive Probenarbeit ein neues Klangideal, das die Spielkultur wegweisend für viele Jahre prägte und das RSO in die internationalen Spitzenorchester einreihte. Mit Celibidache konzertierte das RSO erstmals auf den Podien der großen Musikzentren.

Sir Neville Marriner, ab 1983 Chefdirigent in Stuttgart, weitete die Konzerttätigkeit auf internationale Tourneen aus und nahm mit dem Orchester über 80 Schallplatten auf. Seit 1989 widmete sich Gianluigi Gelmetti verstärkt dem Repertoire der italienischen und französischen Musik.

Mit Georges Prêtre, der 1996 die künstlerische Leitung übernahm und Ehrendirigent des RSO ist, trat erneut eine charismatische Musikerpersönlichkeit an die Spitze des Klangkörpers.

Seit 1998 ist Sir Roger Norrington Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR.

Sir Roger Norringtons Arbeit in Stuttgart:

Norringtons Arbeit in Stuttgart ist im wesentlichen zwei thematischen Leitlinien verpflichtet. Zum einen widmet er sich den Komponisten der Wiener Klassik bis hin zur Spätromantik, zum anderen nimmt er die zentralen Werke der englischen und skandinavischen Sinfonik in das Repertoire des RSO Stuttgart auf. Norrington ist es gelungen, dem Orchester ein ganz unverwechselbares Profil durch die Verbindung von historisch informierter Aufführungspraxis mit den Mitteln eines modernen Sinfonieorchesters zu verleihen.

Schwerpunkte seiner Arbeit mit dem RSO sind Zyklen mit Werken von Haydn, Mozart, Beethoven, Berlioz, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Brahms, Bruckner und Mahler sowie zahlreiche Auftritte im Rahmen des Musikfestes Stuttgart. Etliche Konzerte wurden als live-Mitschnitte auf CD oder DVD veröffentlicht und mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet.

Seit Beginn der Saison 2004/2005 ist Andrey Boreyko Erster Gastdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart. Er widmet sich vor allem dem sinfonischen Schaffen von Dmitrij Schostakowitsch.

Zu den langjährigen ständigen Gastdirigenten des RSO zählt Heinz Holliger. Im Zentrum von Holligers RSO-Tätigkeit stehen Werke von Charles Koechlin, die in einer viel beachteten CD-Edition erschienen sind.


















Internationale Präsenz:

Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR ist auf den großen Musikpodien der Welt zu Gast. Dazu gehören Tourneen nach Japan und China und Konzerttourneen durch Europa sowie Gastspiele bei den BBC Proms. Internationale Einladungen führten und führen das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR u.a. in den Wiener Musikverein, nach Paris, London, Berlin, Zürich, München, Brüssel und Madrid, zu den Dresdner Musikfestspielen, zu den Salzburger Festspielen und zum Rheingau Musik Festival. Ein herausragendes, international hoch gewürdigtes Ereignis war das Konzert anlässlich des 80. Geburtstages von Papst Benedikt XVI. mit Gustavo Dudamel am Pult des RSO und Hilary Hahn als Solistin. Im März 2009 gastierte das RSO Stuttgart anlässlich des 75. Geburtstages von Chefdirigent Sir Roger Norrington in Luxemburg, London, Wien, Thessaloniki, Athen und in der Berliner Philharmonie. Einer der Höhepunkte im Jahr 2010 war die neunte Asien-Tournee des RSO Stuttgart mit einem Matinée-Konzert am 1. Mai in Shanghai – dem Tag der Eröffnung der »EXPO 2010« – sowie mit Konzerten u.a. in Macau, Peking, Seoul und in der weltberühmten Suntory Hall Tokio. 2011 folgt das RSO Stuttgart Einladungen u.a. zum Festival de Música de Canarias (Teneriffa und Gran Canaria), zum Lucerne Festival und wiederholt zum Rheingau Musik Festival und zu den BBC Proms nach London.

Neuer Chefdirigent:

Mit Beginn der Saison 2011 | 2012 trat der Franzose Stéphane Denève sein Amt als Chefdirigent beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR in der Nachfolge von Sir Roger Norrington an. Denève, der sich ein großes Repertoire klassischer und zeitgenössischer Werke angeeignet hat, pflegt eine besondere Beziehung zur Musik seiner französischen Heimat.

Letzte Änderung am: 24.01.2011, 11.24 Uhr

Stéphane Denève
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