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Junger Sound mit Tradition Die SWR Big Band

War das ein Aprilscherz? Nein, da fing nur alles an: Am 1. April 1951 wurde Erwin Lehn beauftragt, mit dem Südfunk-Tanzorchester gepflegte Tanzmusik zu liefern. Dass daraus eine 60-jährige Erfolgsgeschichte werden sollte, konnte damals keiner wissen. Denn heute ist die SWR Big Band quicklebendig wie eh und je, spielt Pop und Jazz, so wie es Gründungsvater Lehn vorgemacht hat.

Gruppe von Männern, von oben in schwarz-weiß fotografiert

Die SWR Big Band gehört seit Jahrzehnten zu den besten Big Bands der Welt. Der "Daimler" unter den Big Bands spielte mit Miles Davis, Chick Corea, Astrud Gilberto, Chet Baker, Catarina Valente oder Arturo Sandoval. Dieses Niveau lässt sich nur halten, wenn neben all dem Können der einzelnen Musiker auch die Chemie stimmt und der Spaß nicht zu kurz kommt. Den gab und gibt es vor allem dann, wenn die 17 Musiker Jazz spielen, allein oder mit international renommierten Solisten und Sängern.

Dafür wurde die SWR Big Band vier Mal für den begehrten Grammy Award nominiert, zuletzt 2010. Ein Grund dafür ist sicher auch der bandeigene Sound. So wie die großen Bands der US-Szene verfügt auch die SWR Big Band über einen ganz speziellen Klang, der schon nach ein paar Takten identifizierbar ist. Ausgehend vom "Lehn-Sound" wurde dieser über die Jahre vorsichtig modifiziert und insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Jazz- und Weltmusikgrößen wie jüngst Sammy Nestico, (Grammy-Nominierung 2010), Paula Morelenbaum, Patti Austin, Toshiko Akiyoshi (Preis der deutschen Schallplattenkritik) oder Maria Schneider untermauert.

Neben Jazzproduktionen ist die SWR Big Band auch im Bereich der Popmusik aktiv, jüngste Projekte und Produktionen sind zum Beispiel CDs und Konzerte mit den Sängern Peter Kraus, Götz Alsmann und dem Briten Paul Carrack.

Hans-Peter Zachary

Letzte Änderung am: 20.10.2011, 17.12 Uhr